#1  
Alt 11.01.2018, 18:34
Xedos53 Xedos53 ist offline
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Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Nachdem ich mich entschlossen hatte, nach fast 20 Jahren wieder mit Tischtennis spielen anzufangen, stand ich vor dem Problem, wie ich die uralten Beläge (MarkV und SuperSriver) von meinen Schlägern (Stiga Alsér von 1968 und Schöler+Micke von Mitte der 70er Jahre - solche Hölzer kriegst du heute nicht mehr) runter bekomme. Zahlreiche Tipps im Internet und auf YouTube begeisterten mich nicht, da hier Aceton und Schleifpapier zum Einsatz kamen. Beides können bei laienhafter Anwendung zur Beschädigungen am Holz führen. Also habe ich etwas anderes ausprobiert und bei meinen beiden alten Schlägern (Belag auf dem einen Schläger ca. 28 Jahre drauf, auf dem anderen ca. 22 Jahre) hat es funktioniert.
Ihr benötigt dafür einen haushaltsüblichen Haarföhn, einen Haushaltsschwamm (gelb/grün bzw. gelb/blau = gelber Schwamm mit Vlies) und Isopropanolalkohol 70%, gibt es in der Apotheke. Alternativ zum Föhn kann auch eine Heißluftpistole benutzt werden. Dann ist aber erhöhte Vorsicht geboten, da die Heißluftpistole ein vielfaches an Hitze heraus bläst als ein Föhn.
Mit dem Föhn bei Stufe 2, beginnend mit dem oberen Teil des Schlägers, in einen Abstand von ca. 2 bis 3 cm (bei einer Heißluftpistole einen größeren Abstand wählen) den Belag erhitzen. Auch ein längeres Draufhalten des Föhns schadet weder dem Belag (er schmilzt also nicht gleich, was im Gegensatz mit der äußerst vorsichtig zu benutzenden Heißlustpistole passieren kann) noch dem Holz. Der Zeitpunkt, wann sich der Schwamm nach der Erwärmung jetzt samt Belag vom Schläger abziehen lässt, ist je nach Belag und dem seinerzeit verwendeten Kleber unterschiedlich. Soll heißen, dass ihr nach dem Erhitzen versucht, den Schwamm mitsamt dem Belag vorsichtig vom Holz zu lösen. Funktioniert dies nicht gleich, ist der Belag entweder noch zu kalt oder aber noch zu heiß. Der Belag ließ sich bei meinen Schlägern nur in einem gewissen Zeitfenster langsam vom Holz abziehen. Den Belag nur solange langsam und gleichmäßig abziehen, bis der Schwamm sich nicht mehr problemlos vom Holz löst. Klebt er wieder, aufhören und den Belag an dieser Stelle wieder erhitzen. Darauf, dass sich der Belag wohl nur bei einer bestimmten Temperatur löst, bin ich durch einen Zufall gekommen. Nachdem ich anfangs den Belag ordentlich erhitzt hatte und direkt versuchte, den Schwamm zu lösen, bröckelte der Schwamm und der Belag. Ich dachte schon, das war es. Ein paar Sekunden später zog ich beim Überlegen, was ich noch machen könnte, zufällig noch einmal am Belag. Und siehe da, er löste sich ein gutes Stück vom Holz, bis er dann wohl wieder zu kalt war. Der Vorteil bei dem Verfahren ist, dass sich auch der alte Kleber fast vollständig vom Holz löst. Der wenige Kleber, der jetzt noch auf dem Holz ist, beträufelt ihr mit dem Isopropanolalkohol und reibt ihn dann mit dem Vlies des Haushaltsschwammes ab. Eventuell müsst ihr dies öfters wiederholen. Das Vlies sollte mineralisch sein oder aus Kunststoff bestehen (bei einem Haushaltsschwamm eigentlich üblich). Im Gegensatz zum Schleifpapier ist das Vlies nicht stark genug, dass es beim Holz selbst Abrieb erzeugt.
Bei meinem 1. Versuch hatte ich den Belag beginnend am Griff erhitzt. Das hat aber nicht so gut geklappt, weil der Schwamm und der Belag im Griffbereich, üblicherweise bedingt durch Daumen- und Zeigefingerschweiß, hier schon sehr porös ist.
Abschließend kann ich sagen, dass ich nach meinen ersten beiden Belägen vom 1. Schläger bei meinem beiden Belägen vom 2. Schläger pro Schlägerseite lediglich 15 Minuten benötigte, bis Belag und Restkleber vom Holz vollständig entfernt waren.
Probiert es aus. Ich kann aber nicht sagen, ob es bei jedem Belag und jedem Kleber klappt. Gebt mir Bescheid, ob es bei Euch funktioniert hat.

Gruß
Xedos53
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  #2  
Alt 12.01.2018, 16:48
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Vielen Dank für den Tipp. Da wird einigen bestimmt mit geholfen. Man will seine alten Hölzer ja nicht beschädigen.
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  #3  
Alt 12.01.2018, 17:02
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

@Xedos 53
Solltest Du einmal ein Ersatzholz suchen: Ich habe noch ein recht gut erhaltenes "Schöler+Micke Mega Ultra" in meinem Fundus
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  #4  
Alt 13.01.2018, 17:15
Kämpfer17 Kämpfer17 ist gerade online
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Manchmal halten Beläge, die erst vor ein paar Tagen auf eine Holz geklebt wurden, so gut, dass beim Abziehen Furnierauseißer entstehen. Wenn man hierbei einen Fön benützt, wird dann der Belag kaputt?
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  #5  
Alt 13.01.2018, 18:54
Xedos53 Xedos53 ist offline
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Hallo Kämpfer17,
bei meinem 2. Schläger, also meinem 2. Versuch, ging weder der Schwamm noch der Belag kaputt. Du musst es halt vorsichtig ausprobieren, ob es bei Deinen Belägen auch funktioniert.
Gruß
Xedos53
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  #6  
Alt 13.01.2018, 19:26
Kämpfer17 Kämpfer17 ist gerade online
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Danke Xedos53!
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  #7  
Alt 13.01.2018, 19:36
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Fastest115 Fastest115 ist gerade online
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AW: Uralten Belag vom Tischtennisschläger ohne Aceton und Schleifpapier entfernen

Ich denke es liegt viel am Kleber.
Wurde er mit normalem TT Kleber geklebt bekommt man den Belag mit wenig lömis runter. Kleberreste kann man mit Handballen und Finger weg rubbeln.

War es aber ungeeigneter Kleber, hatte mal einen mit patex geklebten da machste auch mit fön und lösungsmitteln nicht viel. Da kannste nur weg schleifen


Bei den lömis macht die Menge das Ergebnis. Nimmt man wenig. Schadet man dem holz auch mit aceton nicht.
Musste da grosse Mengen nehmen greifst du auch mit Alkohol oä due verklebung des Holzes an

Geändert von Fastest115 (13.01.2018 um 19:40 Uhr).
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