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Technik - Taktik - Training Hier könnt Ihr Fragen und Tipps rund um die Themen Technik, Taktik und Training loswerden. Besonders Trainer können hier Erfahrungen austauschen und Trainingswillige ihre alltäglichen Probleme diskutieren.

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  #1  
Alt 02.02.2013, 21:51
roland_tt roland_tt ist offline
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Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Mein Sohn spielt schon ein paar Jahre TT. Mittlerweile ist er in eine Spielstufe gekommen, wo er ausreichend Gegner hat, die ungefähr auf seinem Niveau spielen. Jetzt kommt hinzu, dass dieser Umstand (mit technisch gleichwertigen Gegner zu spielen) ihm nicht gerade Spaß macht - zumindest beim Wettbewerb. Mein Eindruck ist, dass er oft unter seinem Niveau spielt, weil er halt nicht locker, flockig, den Topsinn aus dem Ärmel schüttelt sondern möglichst genau den Ball platzieren will. Was letztlich dabei rauskommt scheint klar - in Summe eine bescheidene Saison - bis jetzt.

Jetzt kann ich zwar dem Sohnemann eine Predigt halten 'Entspann dich, spiel locker, nimm's nicht zu ernst'. Falls der Sprößling nicht gerade auf Umleitung geschalten hat, wird ihm diese Predigt nicht unbedingt das bringen, wozu sie gut sein sollte - vermute ich mal.

Naja, und so frage ich mich, ob ich wohl der einzige Elternteil bin, mit so einem Problem? Und falls nicht, wie seid ihr damit umgegangen? Bzw. habt das Problem gelöst? Besteht es noch immer?

Ich bin interessiert am Austausch von Erfahrungen, Erlebnissen dazu...
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  #2  
Alt 02.02.2013, 23:30
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Der Andere DDA Der Andere DDA ist offline
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Das Problem, nicht auf seinem Niveau zu spielen, haben relativ viele.
Bei uns im Verein gibt's derzeit auch so eine depressive Phase.
Aber man sollte nicht vergessen, dass Tischtennis nicht das ganze Leben ist.
Vor allem als Kind.
Manche Leute brauchen eine Konkurrenzsituation, die anderen nicht.
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  #3  
Alt 03.02.2013, 09:17
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Die Macht im Norden Die Macht im Norden ist offline
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Bist du als Vater immer dabei? spielst du selber TT?
Ich weiß noch genau, dass ich als Jugendlicher kein vernünftiges TT spielen konnte, wenn mein Vater dabei war. Ich war im Kopf einfach nicht frei. Irgendwann einmal hat es dann plötzlich klick gemacht und mir war es egal.
Allerdings war mein Vater eher selten dabei, deswegen vielleicht die ungewohnte Situation.
Wie ist das bei euch? Es kann natürlich sein, dass er sich selber wegen der Wettkampfsituation so viel Druck macht, es kann aber auch sein, dass gerade die Vater-Sohn Beziehung das Problem ist. Er will vielleicht gerade jetzt zeigen was er kann, dass funktioniert in der Regel nicht.
Gut zureden "bleib locker" etc. funktioniert da nicht. Wenn du nicht der Trainer bist solltest du deinen Sohn während es Spiels weitestgehend in Ruhe lassen. Ich denke dann könnte es funktionieren. Er muss sich auf sein Spiel fokussieren, so dass er sein Können von allein abruft.

...vielleicht ist er aber auch einfach kein Wettkampftyp. Das wird in unseren Vereinen leider zu selten gemacht, da jeder in eine Mannschaft kommt. Aber vielleicht reicht es ihm, wenn erzwei Mal die Woche mit seinen Freunden trainiert, ohne in einer Mannschaft zu spielen.
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  #4  
Alt 03.02.2013, 13:48
roland_tt roland_tt ist offline
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Da ich selbst nicht aktiv TT im Wettkampf spiele bzw. gespielt habe, ist mir die Problematik relativ neu. Ich kenne es nicht aus eigener Erfahrung und noch weniger aus Trainer-Sicht. Daher auch mal Danke f.d. 2 bisherigen Rückmeldungen.

Als Vater schaue ich nur hin und wieder zu, und da sind die Ergebnisse meines Sohnes durchmischt. Der Vater von eines anderen Sohnes regt sich öfters auf, was sein Sohn denn zusammen spielt. Führt heftige Diskussionen mit den Organisatoren, wenn er glaubt, da passt was nicht und ist sonst auch recht emotional. Ich sehe die Aufregungen immer mit einem großen Fragezeichen 'Wie kann man denn nur? Förderlich ist dies auf keinen Fall.'

Technisch kann ich mich sowieso nicht einmischen, dazu spielt mein Sohn zu gut. Trotzdem danke f.d. Hinweis bzgl 'Nicht einmischen während des Spiels'.

Prinzipiell freut sich mein Sohn schon auf den zweiten Teil der nun beginnenden Saison. Ich glaube, es sind einige Turniere, die ihm den Garaus machen. Den Bemerkung mit 'Wettkampftyp' finde ich spannend, weil Andrenalin-Junkie ist er defenitiv nicht. Sprich, wenn er am Tisch mit einem wesentlichen Stärken steht, schießt ihm das Andrenalin nicht über und es fällt ihm schwer den Gegner vom Tische zu schießen (im positiven Sinne). Wie gesagt, da fehlt im die Lockerheit, die Unbekümmertheit - zumindest manchmal. Wobei ich zugeben muss, einmal habe ich ihn schon so gesehen, und da war auch das Ergebnis hervorragend. Nur keine Ahnung, in welcher glorreichen Moment ihm das überkommen ist. Die Stimmung in der er war - hervorragend

Die Aussage 'Das Problem, nicht auf seinem Niveau zu spielen, haben relativ viele.' finde ich auch spannend, weil es ein paar Fragen auslöst:

- Ich vermute, dies trifft auch auf Erwachsene zu? Oder ist dies nur ein spezielles *Alters*problem?
- Aus der Aussage schließe ich, dass z.B. im Training wesentlich besser geht, als im Wettkampf. Dies überrascht mich deshalb, weil ich mir dachte, so wirklich regelmäßige Trainings gibt es doch für Erwachsene nur in Ausnahmefällen. Oder täusche ich mich dabei....
- Ist der Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen so viel anders?
-....
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  #5  
Alt 03.02.2013, 14:15
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Der Andere DDA Der Andere DDA ist offline
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Jugendliche sind emotional halt noch nicht so gefestigt, jedoch tritt das Problem auch bei Erwachsenen auf. Wir haben da so zwei, bei denen es wirkt, als wüssten sie das Ergebnis schon vor dem Spiel .
Im Spiel kommen die Bälle nicht so wie im Training, was dazu führt, dass manche sich dadurch sehr verunsichern lassen.
Aber das lässt sich, wie man so sagt, trainieren.
Bei den Spielern, die ich aus der Jugendmannschaft kenne, ist es meistens so, dass sie (und ich schließe mich da an) gegen bessere Gegner selber auch besser spielen, da so manche krumme Technik auch seine Herausforderung mit sich bringt.
Zudem verbessern sich Spieler, welche gegen bessere Gegner spielen leichter, als wenn sie gegen schlechtere Spielen.
Einer aus meinem Verein (Gordon) meint :"Der Spaß kommt mit dem Erfolg.", was ich nicht ganz verstehen kann, aber das ist Ansichtssache.
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  #6  
Alt 03.02.2013, 15:26
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Genau so ist es. Sehr guter Kommentar

Geändert von nevada (03.02.2013 um 15:55 Uhr). Grund: Vollzitat entfernt
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  #7  
Alt 03.02.2013, 16:41
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Danke.
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Geändert von Der Andere DDA (03.02.2013 um 16:46 Uhr).
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  #8  
Alt 03.02.2013, 17:43
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

Hi,

mit den Eltern ist das immer so eine Sache beim TT Spiel. Ich find die Eltern gut, die beim Spiel richtig anfeuern und nicht meckern.

Hatte auch schon einen Elternteil der jeden Ballwechsel lautstark kommentierte und zu mir als Trainer meinte ich müsste da doch auch eingreifen, da der Junge ja den Topspin nicht richtig spielt.

Ich denke es ist als Elternteil noch schwerer sich zurückzuhalten als als Trainer. Als Trainer versuchen wir im Ruhe auszustrahlen, schließlich ist der Schützling am Tisch ja schon nervös genug. Für einen Vater ist das sicher noch schwerer. Aber auch da lieber über Punkte freuen und vermeintliche Probleme/Schwächen hinterher mit dem Schützling absprechen. Im Spiel kann man eh nur selten auf technische Defizite einwirken.

Nichts destotrotz, die Jungs und Mädels müssen auch lernen zu spielen, wenn die Eltern dabei sind. Schließlich funktionierts heute eigentlich auch nur, wenn die Eltern die Trainer und Jugendwarte unterstützen und mit Fahrten und Betreuen entlasten, insofern kann ich nur jeden Elternteil begrüßen, der sich einbringt und seinen Nachwuchs und auch die anderen Spieler unterstützt.


Nun mal zur eigentlichen Situation:
Wenn der Spieler verkrampf oder zu verbissen wirkt hilft in den Satzpausen eigentlich nur die richtige Motivation zu treffen, da bedarf es schon ziemlich viel Fingerspitzengefühls. Ich hab da schon gute Erfahrungen gemacht, in dem ich in den Satzpausen einfach irgendeinen Blödsinn gefragt, oder gesagt habe der nichts mit TT zu tun hat, z.B. welche Computerspiele momentan in sind, was es zu Hause zum Mittagessen gab, ob es geschmeckt hat usw. Das kann wirken. Manchmal hab ich aber auch einfach Spitznamen vergeben, wie "Tiger" oder "Rakete" und die Spieler reagierten auf den Zuruf "Los Rakete" plötzlich wie losgelöst, weil es einfach im Kopf freiräume geschafft hat.

Tischtennis ist nunmal sehr viel Kopfsache. Beim Mental Training hat man mir mal den Spruch "Locker und Leicht, mit Spass an der Bewegung" eingetrichtert. Mir hilft der nicht, aber wenn ich sehe dass welche der Kinder verkrampft sind, lasse ich die den Spruch in der Satzpause aufsagen, auch wenns nur mit rumalbern klappt - es wirkt.

Vielleicht ist da ja auch was für euch dabei.

Gruß
Sven
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  #9  
Alt 03.02.2013, 17:50
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klugscheisser klugscheisser ist offline
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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)

trotz rd 50 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet hüte ich mich vor Ferndiagnosen am unbekannten Subjekt und Allgemeinplätze helfen auch wenig. Höchstens: positive Verstärkung bei guten Aktionen, auch wenn kein Punkt dabei rausspringt. und der Jnior soll Das Gefühl haben., dass da draußen jemand steht, der zu ihm hält, selbst wenn er verliert. Das nimmt die Versagens-Angst
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  #10  
Alt 03.02.2013, 21:08
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Wohlfühlbacher Wohlfühlbacher ist offline
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Das nimmt die Versagens-Angst
Wenn die ein Spieler hat, ist doch schon im Vorfeld einiges schief gelaufen. Das bezieht sich wohlgemerkt auf Spieler jeden Alters
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