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Lrephcsak 02.04.2012 04:10

AW: Nachträgliches "Let"?
 
@Vektor:
Ich seh das nicht so dramatisch. Die SR-Entscheidung wurde ja nur nicht früher korrigiert, da die Spieler offensichtlich nicht bemerkt haben, daß er den Punkt anders als gedacht gezählt hat. Insofern war ein Weiterspielen nur möglich, da es zufällig keinen Aufschlagwechsel gab.
Hätte es jedoch durch den gezählten Punkt einen Aufschlagwechsel gegeben, hätten die Beteiligten sofort gemerkt, daß etwas nicht stimmt, und die Korrektur hätte sofort gemacht werden können, insofern kann der von dir konstruierte Fall überhaupt nicht eintreten, da die Spieler sofort merken würden, daß der "falsche" Aufschlag hat.

Für mich hat da nichts eindeutig regelwidriges stattgefunden.

Richard

Fastest115 02.04.2012 06:38

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Zitat:

Zitat von Vektor (Beitrag 2239154)
@fastest: Und was machst du dann, wenn's im nächsten Satz zur selben Situation kommt, aber schon ein Aufschlagwechsel stattgefunden hat?

1. Dann wäre es schwieriger.
2. Dann wäre es den Spielern aber aufgefallen, weil sie ja in dem glauben waren es wäre auf let entschieden worden und dann hätte in dem Moment ja der "falsche" Aufschlag gemacht.

Pfälzer 02.04.2012 07:28

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Zitat:

Zitat von fox_tt (Beitrag 2238909)
Boll hatte bei 7:7 Aufschlag

Mea culpa ... ich war der festen Überzeugung, Zhang hätte zum 7:8 aufgeschlagen.

tt-trommler 02.04.2012 16:57

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Zitat:

Zitat von Lrephcsak (Beitrag 2239181)
@Vektor:
Hätte es jedoch durch den gezählten Punkt einen Aufschlagwechsel gegeben, hätten die Beteiligten sofort gemerkt, daß etwas nicht stimmt, und die Korrektur hätte sofort gemacht werden können, insofern kann der von dir konstruierte Fall überhaupt nicht eintreten, da die Spieler sofort merken würden, daß der "falsche" Aufschlag hat.

Für mich hat da nichts eindeutig regelwidriges stattgefunden.

Richard

Bisschen viel "hätte" .....
sofortige Korrektur beim 7:8 - in Ordnung
aber nach 7:9 und Auszeit : glatter Regelverstoss

Sonic83 02.04.2012 17:12

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Regeltechnisch hat der Schiri hier mit Sicherheit einen Fehler gemacht.

Ich gehe aber davon aus, dass hier Zhang bei keiner Korrektur seinen nächsten Aufschlag einfach ins aus geschlagen hätte um den Punkt zu korriegen, wenn der Schiri diesen nicht zurück genommen hätte.

Von daher fand ich die Aktion so trotzdem vollkommen in Ordnung und sportlich absolut fair und bemerkenswert in einem WM-Finale.

Lrephcsak 02.04.2012 18:26

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Zitat:

Zitat von tt-trommler (Beitrag 2239567)
sofortige Korrektur beim 7:8 - in Ordnung
aber nach 7:9 und Auszeit : glatter Regelverstoss

Ich kenne keine Regel, die eine Trennschärfe zwischen diesen beiden Fällen impliziert und somit ermöglicht, in diesen 2 Fällen gegensätzlich zu entscheiden.

Und gegen welche Regel soll denn verstoßen worden sein?
Wenn der SR falsch zählt, kann er sich mMn (es gibt keine Regel, die das ausdrücklich verbietet oder erlaubt) von den Spielern überzeugen lassen (muß nicht, aber kann). Dies erfolgte hier sofort, nachdem die Spieler dies bemerkten, nur einen Punkt später. Warum sollte er dann (und einen Punkt vorher nicht) gezwungen sein, auf seinem Gezählten zu beharren?

Richard

tt-trommler 02.04.2012 20:03

AW: Nachträgliches "Let"?
 
siehe handbook of match officials

4.3.2 If either the umpire or the assistant umpire decides that a player’s service action is illegal, that a player obstructs the ball, that the ball in service touches the net or that the conditions of play are disturbed in a way which could affect the outcome of the rally, that decision stands.

und

4.2.3 Although the umpire is obliged to accept certain decisions made by other match officials he or she is entitled to seek an explanation if he or she believes that an official has made a decision that is outside his or her jurisdiction. If, on enquiry, he or she finds that an official has acted in this way he or she can overrule the decision wrongly made by that official, either by reversing it or, more usually, by declaring the rally a let.


Also : eine einmal getroffene Entscheidung steht und eine Zurücknahme ist nur zulässig wenn ein anderer Offizieller eine Entscheidung moniert.

Um es nicht falsch zu verstehen : die sofortige Zurücknahme auf Intervention eines Spielers halte ich auch für zulässig, aber nicht nach einem weiteren Ballwechsel und einem time out.

Darf ich spitzfindig sein ? Ein Let ist ja nur zulässig um einen Ballwechsel zu wiederholen, nicht um ihn nachzuholen.

Fastest115 02.04.2012 20:27

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Ja aber eine sofortige Rücknahme ist ja dann auch nicht dem Regeltext entsprechend denn es war ja kein anderer "match" Offical der Meinung sondern die Spieler.

Darf ich spitzfindig sein?
Der Ballwechsel wurde in dem Spiel wiederholt. danach gab es die auszeit. der SR hat nur vergessen den Spielstand wieder auf 7-7 zu stellen und dadurch auf 9-7 gedrückt statt auf 8-7 vor der Auszeit

wetterau 02.04.2012 20:32

AW: Nachträgliches "Let"?
 
Zitat:

Zitat von tt-trommler (Beitrag 2239669)
Darf ich spitzfindig sein ? Ein Let ist ja nur zulässig um einen Ballwechsel zu wiederholen, nicht um ihn nachzuholen.

naja.. .die zwei Spieler waren ja anscheinend der Meinung mit Timos neuem Aufschlag / zweiten Aufschlag würde das LET gespielt werden... hatte wohl keiner in dem Moment gemerkt, dass weitergezählt wurde und es somit kein LET war sondern der offz. zweite Aufschlag.

Also wäre dann nach Rücknahme des Punktes der erneute Aufschlag von Timo der ganz normale NACH dem Let gewesen ;)

alles eine Auslegungssache irgendwie - von offizieller Seite ne Stellungnahme wäre dazu interessant von einem der oberen Schiedsrichter mal erklärt. Aber das Fairplay des Chinesen fand ich klasse, das hat dem ganzen Spiel einen positiven Touch gegeben.

Lrephcsak 02.04.2012 21:04

AW: Nachträgliches "Let"?
 
@tt-trommler:
Zitat:

Zitat von tt-trommler (Beitrag 2239669)
siehe handbook of match officials
4.3.2 If either the umpire or the assistant umpire decides that a player’s service action is illegal, that a player obstructs the ball, that the ball in service touches the net or that the conditions of play are disturbed in a way which could affect the outcome of the rally, that decision stands.
[...]
Also : eine einmal getroffene Entscheidung steht

Das würde ich vielmehr in die Richtung interpretieren, daß eine Tatsachenentscheidung im Zuständigkeitsbereich des SRaT oder des SRAaT nicht von einer anderen Instanz, z.B. SRaT, OSR, MF, SL, TL etc. gegen den Willen dessen, der die Tatsachenentscheidung getroffen hat, entschieden werden kann. Z.B. Kann der OSR nicht sagen: "Nein, ich hab genau gesehen, daß der noch an der Kante war, zähl den mal andersrum!"
Ein eindeutiges Verbot, sich aus eigener Einsicht zu korrigieren, sehe ich in der Bestimmung nicht, das hätte ja auch absurde Folgen: Wie oft kommt es vor, daß der SRaT kurz den falschen Arm hebt und sich dann korrigiert oder einen Spielstand falsch ansagt? Wenn man den Text so wie von dir behauptet verstehen würde, müßte das ja dann auch endgültig sein.

Zitat:

4.2.3 Although the umpire is obliged to accept certain decisions made by other match officials he or she is entitled to seek an explanation if he or she believes that an official has made a decision that is outside his or her jurisdiction. If, on enquiry, he or she finds that an official has acted in this way he or she can overrule the decision wrongly made by that official, either by reversing it or, more usually, by declaring the rally a let.
Also : [...] eine Zurücknahme ist nur zulässig wenn ein anderer Offizieller eine Entscheidung moniert.
Na, da geht's doch um etwas völlig anderes: Um Entscheidungen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs. Insbesondere deine logische Aussage "ist nur zulässig wenn" läßt sich nicht im geringsten aus dem Zitat ersehen, irgendwelche Ausschlußkriterien werden doch überhaupt nicht genannt.
Wenn du mir den Pipi-Langstrumpf-Vergleich gestattest: "4+8 kann nicht zwölf sein, weil 10+2 doch schon 12 ist!" ;)
Zitat:

die sofortige Zurücknahme auf Intervention eines Spielers halte ich auch für zulässig, aber nicht nach einem weiteren Ballwechsel und einem time out.
Wie gesagt kenne ich keine Regel, die impliziert, daß zwischen diesen beiden Fällen in irgendeiner Form zu unterscheiden ist. Die Grenze, die du da zu ziehen versuchst, scheint mir rein willkürlich zu sein.
Auch weiß ich nach wie vor nicht, gegen welche Regel der SRaT verstoßen haben soll.
Zitat:

Darf ich spitzfindig sein ? Ein Let ist ja nur zulässig um einen Ballwechsel zu wiederholen, nicht um ihn nachzuholen.
Wurde ja auch nicht nachgeholt. der Punkt vor dem TO war der wiederholte Punkt um den 15. Spielpunkt des Satzes, daß der SRaT ihn zunächst als 16. Punkt ansah ist nicht weiter bedeutenswert, da beide Spieler anderer Ansicht waren, der richtige Spieler aufgeschlagen hat und der SRaT sich aus eigener Einsicht korrigiert hat.
Der Punkt nach dem TO war dann der ausgespielte 16. Punkt, nicht der irgendwie nachgeholte 15. Punkt.

Richard


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