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Michael Knight 04.01.2007 17:16

AW: Differentielles Training
 
Ich habe "schwierig" geschrieben, nicht "unmöglich". Man bekommt beim differenziellen Training halt keinen Fisch serviert, sondern soll das Angeln lernen. Dies ist für Nicht-Haupamtliche Trainer jedoch sicher nicht immer einfach. Aber das kann ja jeder für sich entscheiden. Und ich denke mal, dass sich in diesem Forum eh die Sorte von Trainer rumtreibt, die mehr als nur "Dienst nach Vorschrift" macht.

Ich hätte dann auch noch einen Vorschlag für die Praxis:
Da sich mit dem differenziellen Training ja bereits einige auseinandergesetzt haben, macht es doch Sinn, wenn jeder seine Übungen und Erfahrungen damit (am besten in einem separaten Thread) in kurzer, übersichtlicher Form schildert. So sollte ziemlich schnell eine Sammlung zusammenkommen, aus der jeder Forengast für seine Bedürfnisse Übungen entnehmen, oder auch nur nach Anregungen stöbern kann.

tt753 05.01.2007 01:41

AW: Differentielles Training
 
Ich denke man darf DL auch nicht so verstehen, dass das klassische einschleifen verteufelt wird.
Prof. Schöllhorn sieht das einschleifen und auch die komplette klassische Trainingslehre als echte Teilmenge von DL.
Aber das DL ist eben noch etwas mehr.

Man muss sich nur von der Vorstellung lösen, dass es einen oder vielleicht zwei oder drei Wege gibt, die man bestreiten kann um zum Ziel zu kommen.
Es gibt unendlich viele.
Und vor allem muss man sich von der Vorstellung lösen, dass jeder Spieler mit der gleichen Technik gleich gut spielen kann.

jcd 05.01.2007 15:00

AW: Differentielles Training
 
Das Problem in dem Thread ist halt dass 5 Leute was schreiben und jeder was anderes. Was du beschrieben hast find ich durchaus sinnvoll; in Maßen.
Wenn nur nach dieser Methode trainiert wird kann auch nichts vernünftiges herauskommen. Wenn der Spieler interpolieren soll, dann ja wohl so dass am Balltreffpunkt ein möglichst optimales Ergebnis erzielt wird und das muss ihm ja irgendwie vermittelt werden. Das ganze läuft darauf hinaus das es technische Fehler und personenspezifische technische Eigenheiten gibt. Jeder Spieler sollte in diesem Spielraum seine optimalen Bewegungsmuster finden und dazu ist diese Methode sicher gut geignet.

Rudi Endres 05.01.2007 16:10

AW: Differentielles Training
 
Die Methode soll nicht eine saubere Technik ersetzen. In jedem Spiel gibt es Situationen, auf die man sich nicht systematisch vorbereiten kann. Die für eine Schlagausführung optimalen Bedingungen sind oft nicht gegeben. Beispiele: Man steht, weil der Gegner fintet oder der Boden glatt ist, völlig falsch zum Ball oder jemand schreit und die Konzentration ist für einige Sekunden weg. Werden in ein Training Störfaktoren eingebaut, so lernt der Spieler eher, seine Technik den ungünstigen Situationen anzupassen und diese zu meistern.

tt753 06.01.2007 00:13

AW: Differentielles Training
 
@Rudi Endres:
DL sagt, dass es sowas wie eine saubere Technik nicht gibt.
Sogar bei einer einfach tätigkeit wie mit 2 Fingern auf den Tisch klopfen wird man keine identische Bewegung erreichen.
Und beim TT stellt sich ja auch die Frage: Woher wissen wir denn, dass die aktuelle (z.B.) Topspin Technik das optimale ist ? Vor 20 Jahren war die Technik noch doppelt so lang.

Im Skifliegen flog man früher mit rudernden Armen ...

Das mit Störfaktoren einbauen, nachdem eine technik gelernt ist ist eher das klassische. Erster Schritt: Technik "perfekt" berherrschen. n-ter Schritt: Variable Verfügbarkeit bzw. unter Störeinflussen.
Bezüglich dem "Technikerwerbstraining" habe ich noch nicht raus, wie das mit DL gehen soll.
Es wird gesagt, dass es da schon Sinn macht, dieses "Rauschen" mit in die Bewegung einzubauen. Aber in einem gewissen Maß muss man auch irgendwo auf das kommen, was allgemein als "gute" Technik anerkannt ist....

Interessant finde ich auch, dass gesagt wird, dass ein 2maliges DL Training ein 4-5 maliges klassisches Training in der Leichtathletik gleichwertig ersetzt. (Und die Lernergebnisse sogar noch wesentlich länger haltbar sind)
Wenn das so ist, dann wäre das wirklich ein enormer Unterschied.
Aber wahrscheinlich braucht es noch 30-40 Jahre, bis sich ein völlig neuer Ansatz durchsetzt.

Kennt jemand irgendwelche Forschungsergebnisse, die klassisches Training besser dastehen lassen als DL ?
Oder wirklich wissenschaftliche Kritik an der Methode ?
Das würde mich sehr interessieren.

tt753 06.01.2007 00:18

AW: Differentielles Training
 
Zitat:

Zitat von jcd (Beitrag 806680)
Das Problem in dem Thread ist halt dass 5 Leute was schreiben und jeder was anderes. Was du beschrieben hast find ich durchaus sinnvoll; in Maßen.
Wenn nur nach dieser Methode trainiert wird kann auch nichts vernünftiges herauskommen. Wenn der Spieler interpolieren soll, dann ja wohl so dass am Balltreffpunkt ein möglichst optimales Ergebnis erzielt wird und das muss ihm ja irgendwie vermittelt werden. Das ganze läuft darauf hinaus das es technische Fehler und personenspezifische technische Eigenheiten gibt. Jeder Spieler sollte in diesem Spielraum seine optimalen Bewegungsmuster finden und dazu ist diese Methode sicher gut geignet.

Was ist denn was vernünftiges ? Wir halten das, was im Lehrbuch steht für DAS Vernünftige und Richtige. Aber wo ist der Beweis, dass es das beste ist oder dass es anders nur schlechter geht ?
Wenn ich einen Spieler habe, der mit einer grauenhaften Technik Deutscher Meister würde, dann wäre mir das auch Recht ... (obwohl das wahrscheinlich (zum Glück) nicht passieren wird)

Das es personenspezifische Eigenschaften gibt ist auch nichts neues. Das wird eigentlich auch von allen Trainern beachtet, die ich so kenne ...

Wen etwas Literatur interessiert:
http://www.uni-muenster.de/Sportwiss...nschaft/DL.htm

Rudi Endres 06.01.2007 23:29

AW: Differentielles Training
 
[quote=tt753;806876]@Rudi Endres:
DL sagt, dass es sowas wie eine saubere Technik nicht gibt.
quote]

Ich verstehe unter sauberer Technik nicht einen bis ins letzte ausgefeilten Bewegungsablauf. Die absolut richtige Technik kann es nicht geben. Es geht um Bewegungsabläufe, die unter den jeweiligen Bedingungen (eigene Spielweise, Spielweise des Gegners, Material...)den größten Erfolg versprechen. Beispiel: manche Schlägerhaltungen entsprechen nicht dem Lehrbuch, können aber für bestimmte Spielweisen von Vorteil sein.
Zusätzliche Störfaktoren erzwingen eine bessere Anpassung u.a. auch der Technik an die Unvorhersehbarkeiten des Spiels.

Perser 08.01.2007 23:00

AW: Differentielles Training
 
Hallo Leute!
Ich habe heute diese Form des Trainings zum allerersten mal angewandt.
Meine Eindrücke:
Für den Trainer sehr , sehr anstrengend und planungsintensiv
Reaktion der Kinder sehr positiv.
Nach einer Einheit ist es natürlich unmöglich irgendwelche messbare Erfolge zu
vermelden. Bin mal gespannt wie sich die Spieler entwickeln...

Uli-Noppe 09.01.2007 09:32

AW: Differentielles Training
 
Kannst du denn mal deine Trainingseinheit beschreiben?

Wäre echt gut mal praktische Beispiele zu haben.

Uli

Walker 09.01.2007 11:04

AW: Differentielles Training
 
Würde mich auch interessieren.


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