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Subo 06.03.2012 12:09

Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Hi,

habe momentan ein paar "Probleme" mit einer meiner Trainingsgruppen:

alle männlich, 13-15 Jahre, Spielniveau Herren Kreisliga über Schüler Bezirksliga bis Jugend Kreisliga.

Seitdem einige in der Pubertät sind hat sich die Eigenmotivation ziemlich gewandelt: Dinge, die seit Jahren klar sind, werden in Frage gestellt, während den Übungen wird lieber mit dem Partner gequatscht, bei freier Partnerwahl nimmt jeder seinen Spezie und es Endet teilweise in einer Quasselrunde mit gelegentlichem Ball zuspielen.

Wenn man nicht genau hinschauen würde, könnte man meinen dass das eine Mädchengruppe mit schlechten Frisuren ist :).

klugscheisser 06.03.2012 12:23

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Behandle sie wie 13-15 und nicht mehr wie 10-12jährige

dRe 06.03.2012 13:09

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Ist wohl eine Frage der korrekten Ansprache. Ich würde Einzelgespräche führen. Dabei die Wertschätzung und die offene Frage nicht vergessen.


"Name des Schülers" , Du hast in den letzten Jahren so viel erreicht und ich schätze Dich als Spieler für unseren Verein wirklich sehr. Mir ist klar , dass man in Deinem Alter eine recht schwere Zeit durchmacht. Aber Du willst doch bestimmt weiterhin Deine Spielstärke verbessern und vorwärts kommen im Tischtennis. Was können wir denn gemeinsam tun, damit wir uns beim Training wieder besser auf den Sport konzentrieren können und was mache ich zur Zeit falsch, dass Du Dich nicht mehr so auf das Training konzentrierst ?

Dann kannst Du mal schauen was zurückkommt als Antwort. Meine Erfahrung mit dem Alter ist, dass man bei einer offenen und ehrlichen Ansprache eine gute Rückmeldung bekommt. Im Alter von 13 - 15 wirst Du aber mit purer Authorität nicht mehr viel erreichen. Gerade das ist es doch wogegen sich die Jugend auflehnt. Also stell sie auf eine Stufe mit Dir und sei bereit eigene Fehler zuzugeben ( Selbst wenn es eher keine gibt )

lG dRe

DonKoRnHoLio 06.03.2012 14:00

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Zitat:

Zitat von dRe (Beitrag 2221551)
Ist wohl eine Frage der korrekten Ansprache. Ich würde Einzelgespräche führen. Dabei die Wertschätzung und die offene Frage nicht vergessen.


"Name des Schülers" , Du hast in den letzten Jahren so viel erreicht und ich schätze Dich als Spieler für unseren Verein wirklich sehr. Mir ist klar , dass man in Deinem Alter eine recht schwere Zeit durchmacht. Aber Du willst doch bestimmt weiterhin Deine Spielstärke verbessern und vorwärts kommen im Tischtennis. Was können wir denn gemeinsam tun, damit wir uns beim Training wieder besser auf den Sport konzentrieren können und was mache ich zur Zeit falsch, dass Du Dich nicht mehr so auf das Training konzentrierst ?

Dann kannst Du mal schauen was zurückkommt als Antwort. Meine Erfahrung mit dem Alter ist, dass man bei einer offenen und ehrlichen Ansprache eine gute Rückmeldung bekommt. Im Alter von 13 - 15 wirst Du aber mit purer Authorität nicht mehr viel erreichen. Gerade das ist es doch wogegen sich die Jugend auflehnt. Also stell sie auf eine Stufe mit Dir und sei bereit eigene Fehler zuzugeben ( Selbst wenn es eher keine gibt )

lG dRe

:top: Klasse Beitrag

klugscheisser 06.03.2012 15:57

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Zitat:

Zitat von DonKoRnHoLio (Beitrag 2221595)
:top: Klasse Beitrag

Ja, ich hatte nur noch keine Zeit, länger auf die Eingangsfrage einzugehen.

Genauso ein Gespräch hatte ich gestern, und heute Abend folgt noch eins, mit einem anderen Spieler.

Allerdings sind die beiden Kandidaten noch etwas jünger. Ich erkenne, wenn ich Glück habe und gut beobachte, den ersten Schritt Richtung Pubertät schon an der ersten Verhaltensänderung.

DonKoRnHoLio 06.03.2012 16:04

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Zitat:

Zitat von klugscheisser (Beitrag 2221676)
Ja, ich hatte nur noch keine Zeit, länger auf die Eingangsfrage einzugehen.

Genauso ein Gespräch hatte ich gestern, und heute Abend folgt noch eins, mit einem anderen Spieler.

Allerdings sind die beiden Kandidaten noch etwas jünger. Ich erkenne, wenn ich Glück habe und gut beobachte, den ersten Schritt Richtung Pubertät schon an der ersten Verhaltensänderung.

Ja reden ist in der Phase schon wichtig man muss sie halt wieder motivieren und erreichen das sie weiter am Ball bleiben.
In der Pubertät hören die meisten auf zu Spielen weil ihre Interessen sich stark ändern können.Ist schon nicht so einfach war bei mir auch so im Verein.

klugscheisser 06.03.2012 20:59

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Ich mache denen klar, dass sie nun für ihr sportliches Weiterkommen zu einem großen Teil selbst verantwortlich sind, sie dürfen den Trainingsplan aber auch weitgehend mit bestimmen.

War ein sehr gutes Gespräch heute

Perser 06.03.2012 21:07

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Hallo!
Möglichkeiten bestehen meiner Meinung nach auch im Setzen neuer Reize
im Training. Oft ist es auch gut mal jemand anderen das Training machen zu lassen. Wenn die Möglichkeit besteht.

MaLong - Fan 06.03.2012 21:08

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Zum Glück hatte ich Motivationsprobleme selber nie, eher andere zu motivieren hart zu trainieren ... bei mir reicht es ein Video von Ma Long anzugucken und schon brennt es mir unter den Nägeln und kann es nicht abwarten bis zur nächsten TE ;)

ElKlappinski 07.03.2012 11:48

AW: Trainingsmotivation 13-15jährige
 
Zitat:

Zitat von klugscheisser (Beitrag 2221815)
... sie dürfen den Trainingsplan aber auch weitgehend mit bestimmen.

:top:

Meines Erachtens einer der wichtigsten Punkte - weil derartige Dinge planbar sind, während Sprachregelungen (ohne Zweifel auch wichtig) in der Dynamik einer Trainingssituation leicht wieder vergessen werden können.

Zitat:

Zitat von Subo
Seitdem einige in der Pubertät sind hat sich die Eigenmotivation ziemlich gewandelt: Dinge, die seit Jahren klar sind, werden in Frage gestellt, während den Übungen wird lieber mit dem Partner gequatscht, bei freier Partnerwahl nimmt jeder seinen Spezie und es Endet teilweise in einer Quasselrunde mit gelegentlichem Ball zuspielen.

Erlebte Autonomie ist zentral für die Motivation. Dabei kann es darum gehen, sich selber Schwerpunkte auszusuchen oder aus einer Auswahl an Übungen eine auszusuchen. Somit kannst du immernoch einen gewissen Rahmen setzen, der dir Sinnvoll erscheint ohne dabei den Jugendlichen etwas aufzudrücken.

Praktisch heißt das, dass du ihnen im Vorlauf kurz erläuterst was das Oberthema ist, warum es relevant ist und ihnen dann im entsprechenden Teil die Wahl von 2 aus 5 inhaltsgleichen Übungen gibst. Je nach Anzahl der Jugendlichen, kann das Spielerweise, Tischweise oder Gruppenweise ausgemacht werden.

Meiner (eher geringen-) Erfahrung nach, wird diese Selbstbestimmtheit sogar auch dann vermittelt (wenn auch in geringerem Maße), wenn die Jugendlichen nur indirekt Verantwortlich für die Auswahl der Übung sind. Etwa wenn Sie eine Karte ziehen, die für eine Übung steht. Die Hauptsache ist eben, dass du Übungen nicht scheinbar willkürlich zuweist.

Wenn du dich für den theoretischen Unterbau interessierst, kannst du das Schlagwort "Self-Determination Theory" von Deci & Ryan googlen.

Bzw. http://en.wikipedia.org/wiki/Self-determination_theory
(Die Englische Seite ist dabei wesentlich besser, als die deutsche)


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