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fresh_F 03.04.2012 23:47

Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
1. Wann ist ein Bewegungsablauf physiologisch "richtig" und wann nicht?

2. Inwiefern und warum können sich durch physiologisch "schlechte" Bewegungsabläufe Gesundheitsrisiken bzw. Verletzungen ergeben? Beispielsweise liest man häufig, Bolls oder Mazes unphysiologischen Bewegungen beim Tischtennis seien Grund für deren große Verletzungsanfälligkeit.

3. Kann durch gezieltes konditionelles Training die Verletzungsanfälligkeit reduziert oder sogar nahezu vollständig ausgelöscht werden?
Auf die Beispiele Boll und Maze bezogen: Wenn die körperlichen Grundlagen genügend trainiert wären, sähe ihre gesundheitliche Verfassung trotz "unphysiologischer" Bewegungen besser aus?

*Bitte um fachkundige Antworten*

Die Macht im Norden 05.04.2012 08:22

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Bolls Technik wurde hier schon mal in irgend nem Thread diskutiert und es wurde erörtert, warum diese Technik eigentlich schlecht ist und die Gelenke etc. belastet (Bewegung nach vorne/ Schlagebene etc.)
Das wird man dann wohl auch nicht mit entsprechendem Konditions-/ Krafttraining ganz wegbekommen, sicherlich aber positiv unterstützen können.
Ist nur "halbfachkundig", aber so kommt dein Thread wenigstens ein wenig in Gang.

klugscheisser 05.04.2012 13:08

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Liebe Fische, müsst ihr wirklich einem Adler erklären, warum er nicht richtig fliegen kann? Oder dass der Gänsegeier, wenn er nicht so einen langen Hals und kürzere Flügel hätte, wie ein Kolibri aus einer Blüte trinken könnte?

Solange man einen idealen Tischtennis-Spieler nicht gentechnisch maßschneidern kann (zum Glück), nehmt die Menschen wie sie sind; ob sie nun Boll, Solja oder Hao heißen. Ich denke, alle haben zwar nicht das maximale, aber das optimale aus ihren Möglichkeiten gemacht

fresh_F 05.04.2012 16:41

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
@Die Macht im Norden: Danke. Kannst du dich noch an den Threadtitel erinnern?

@Klugscheisser: Es soll hier nicht um Kritik an Spitzensportlern gehen, sondern lediglich um den Zusammenhang zwischen Bewegungsabläufen im Tischtennis und Gesundheit und ob man durch entsprechendes Konditionstraining andere Bewegungen gesundheitlich unbedenklich realisieren kann... Die genannten Profi-Sportler sind nur Beispiele zur Veranschaulichung.

klugscheisser 05.04.2012 18:37

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Durch Konditionstraining andere Bewegungen? Na gut ...

Shrike 05.04.2012 19:19

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Zitat:

Zitat von klugscheisser (Beitrag 2241269)
Durch Konditionstraining andere Bewegungen? Na gut ...

Diesbezüglich sollte man mal bei Gelegenheit die Definition von Kondition nachschlagen, das dürfte dann auch für Erleuchtung sorgen... ;)

klugscheisser 05.04.2012 20:22

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Wenn ich einen meiner Meinung nach falschen Bewegungsablauf korrigieren möchte, mache ich das eher mit gezieltem Techniktraining. Es sei denn, der falsche Ablauf resultiere aus einer Konditionsschwäche (z.B. bei "morscher" Beinarbeit). Meistens fehlt den Leuten aber die Bewegungsvorstellung und Wahrnehmung der eigenen Bewegung; oft gehen sie mit zuviel Power an die Sache. TT ist -nach meiner Meinung- eher ein Geschicklichkeits- als ein Kraftsport. Kondition ist wichtig, um auch anstrengende Trainingseinheiten erfolgreich zu bestehen.

Und Definitionen in der Sportwissenschaft ändern sich alle paar Jahre, deswegen benutze ich meine eigenen. Man muss sich diesen ja nicht anschließen :)

Obachecka 06.04.2012 08:29

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Zitat:

Zitat von Die Macht im Norden (Beitrag 2240926)
Bolls Technik wurde hier schon mal in irgend nem Thread diskutiert und es wurde erörtert, warum diese Technik eigentlich schlecht ist und die Gelenke etc. belastet (Bewegung nach vorne/ Schlagebene etc.)

Richtig.
Ich glaube allerdings nicht unbedingt, dass Boll mit anderer, gesünderer Technik weniger verletzungsanfällig wäre.

By the way:
Welchem Profispieler würde man denn deines Erachtens eine "gesunde" Technik zuschreiben können?

crazy4spin 06.04.2012 10:56

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Zitat:

Zitat von Obachecka (Beitrag 2241414)
Richtig.
Ich glaube allerdings nicht unbedingt, dass Boll mit anderer, gesünderer Technik weniger verletzungsanfällig wäre.

By the way:
Welchem Profispieler würde man denn deines Erachtens eine "gesunde" Technik zuschreiben können?


...vielleicht darf ich einen weiteren Aspekt/Zusammenhang zwischen Technik, Kraft und der daraus resultierenden Verletzungsanfälligkeit in die Diskussion werfen. Wie bei jedem anderen Sport, der mit einem Schläger gespielt wird, neigt TT dazu, seinen Betreibern oft Rückenprobleme zu verschaffen! Betrachtet man jedoch genauer, wo diese Rückenprobleme ihren Ursprung haben, werden oft fehlende Kraft in der Rücken- und Bauchmuskulatur genannt.

Eine "gesunde" Technik in dem genannten Sinne, gibt es dabei wohl nicht allgemeingültig, aber mit einer gut trainierten Muskulatur im Rumpf, kann man viele Fehlbelastungen abfangen und somit seine Verletzungsanfälligkeit minimieren. Gerade beim TT kommt es immer wieder zu geradezu akrobatischen Ausweichbewegungen am Tisch, die gelegentlich auch zu Verletzungen führen (gleich in welchem Leistungsbereich). Kampfsportler lernen diese Zusammenhänge meist schon sehr früh kennen! Bei den TT-Kollegen dauert es meist, bis das Bewusstsein für diesen Zusammenhang geschaffen ist, bis ein eingeklemmter Ischias oder womöglich ein Bandscheibenvorfall die Aktivitäten einschränken. Aber auch der sogenannte "Tennisarm/-ellenbogen" stehen auf der Liste der typischen Sportverletzungen beim TT! Und hier wird es mit Krafttraining schwierig, da es sich hierbei um Entzündungserscheinungen handelt.

Bolls Technik ist sehr effektiv! Er wird sicher nicht zu Gunsten seiner Gesundheit umstellen wollen! Aber mit dem richtigen "Muskelbegleitprogramm" kann man viel abfangen. Wir trainieren ja nicht 5-mal die Woche und 3-4 Std. Boll hat sehr wahrscheinlich eher Überlastungserscheinungen durch zu viel Training! Er ist nämlich ein "Beisser"! Und wir sollten nicht vergessen: In seinem leicht fortgeschrittenen Alter muss er etwas mehr tun, um mit den 10 Jahre jüngeren Chinesen mithalten zu können!

Ich möchte also behaupten, dass jeder TT-Spieler seine persönliche Abwandlung der ursprünglich erlernten (möglichst idealen) Technik spielt.
Gesund oder ungesund. Aber wer Spitzensport betreiben will, der muss halt auch an die gesamte Physis eines Sportlers denken. Belastet man den Körper einseitig, ob mit Sport, Arbeit (PC), oder sonstwas, stellen sich stets irgendwelche körperlichen Folgen ein, die dann wiederum in der Reha behandelt werden müssen.

Sorry für die Länge. Ist mir entglitten, fürchte ich... ;)

fresh_F 06.04.2012 12:53

AW: Gesundheit: Physiologische Bewegungsabläufe
 
Zur teilweisen Beantwortung der Fragen 1. und 2.:

Ich habe einen intereressanten Artikel gefunden über Prävention von Arthrose und den vorhergehenden Gelenküberlastungen:
http://vitanet.docmed.tv/index.php?id=588

Ich weiß nicht, wie sehr Verletzungsanfälligkeit im Allgemeinen gleichzusetzen ist mit Gelenküberlastung. Aber ich denke, es sind auf jeden Fall gewisse Abhängigkeiten vorhanden, d.h. wenn die Gelenke mittel- bis längerfristig überlastet werden, entsteht mehr oder weniger dadurch auch eine höhere Verletzungsanfälligkeit.

Nach diesem Artikel sind Anzeichen einer schlechten Bewegung (eigentlich im Sinne einer gelenkbelastenden Bewegung), die zur Arthrose führen können:

Zitat:

Sport in einem gewissen Rahmen wirkt sich positiv für die Gelenkknorpel aus und kann Arthrosen verhindern oder hinauszögern. Wird er allerdings einseitig, überlastend und biomechanisch ungünstig ausgeübt, kann er den Gelenkverschleiß auch verursachen oder verschlimmern.
Anmerkung: Was heißt hier "biomechanisch ungünstig"?

Zitat:

Zum sogenannten Makrotrauma kommt es, wenn aus hoher Geschwindigkeit abrupt abgebremst wird, etwa bei einem Sturz oder einem Zusammenprall. Makrotraumen können zu Rissen am Knorpel führen. Im Idealfall heilen diese Verletzungen komplett aus. Meist bleiben aber Dauerschäden zurück – das Gelenk ist nicht mehr voll belastbar. Weitere Belastungen können dann immer größere Schäden, also Arthrose entstehen lassen.
Zitat:

... Dagegen sind alle abrupten, plötzlichen Bewegungen eher schädlich: Schnelle Richtungsänderungen, Stop- and Go-Bewegungen und Drehbewegungen führen zu hohen Spitzenbelastungen für den Gelenkknorpel. Gerade Sportarten mit Gegnerkontakt, bei denen sich die Spieler blitzartig ausweichen müssen und es häufig zu Zusammenstößen kommt, sind äußerst schädlich. Das gilt auch für große Impulsbelastungen, wie sie bei Sprüngen auftreten.

Und Anzeichen einer guten, gelenkschonenden Bewegung:

Zitat:

Gut für die Gelenke sind gleichförmige Bewegungen, die möglichst regelmäßig belasten und entlasten. Weiche, harmonische Bewegungsmuster mit gleichmäßigem Rhythmus sind optimal.
Damit scheint Tischtennis als Sportart betrieben recht gelenkunfreundlich zu sein. Alle Anzeichen einer gelenkbelastenden Bewegung scheinen fester Bestandteil des modernen Tischtennis zu sein:

- TT ist einseitig, denn nur ein Arm wird eingesetzt
- es gibt häufig Drehbewegungen z.B. beim TT-Hauptschlag VH-Topspin
- plötzliche Bewegungen sind allein deshalb vorhanden, weil TT Reaktionssport ist
- schnelle Richtungsänderungen resultieren aus der Anforderung von TT dem - Gegner die Bälle möglichst unpassend zurückzuspielen ("auf den Bauch", "gegen den Lauf", etc.)
- Sprünge sind fester Bestandteil der Beinarbeit (Sidejumps, Sidesteps, ...)


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