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FloSZ 14.04.2012 19:53

Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Hey Leute,
ich habe mal eine Regelfrage zu einem Fall der heute in einem Damen Spiel vorgekommen ist. Vorweg ich war nicht selber dabei sondern habe die Lage nur geschildert bekommen.
Situation:
Im Spiel Nr.1 gegen Nr.1 steht es 2:2 und es gab vermehrt Diskussionen um NEtzbälle und Netzaufschläge von unserer Seite. Nachdem vierten Satz entschließt sich deshalb die Gegnermannschaft, die den Schiedsrichter an dem Tisch gestellt hat, sie werden dieses Spiel nicht weiterzählen. Trotz Diskussionen bleibt es dabei und unsere Spielerin zählt selber da sich auch die Gegnerin weigert zu zählen und verliert 9:11 mit Fehlaufschlag, weil wohl auch etwas Wut und Ärger insgesamt dabei war. Auf dem Spielformular wurde auch vermerkt danach, dass wir unter Protest weitergespielt haben. Ein Anruf beim Staffelleiter ergab, dass wir nach dem 4.Satz hätten "protestieren" müssen. Wie ist denn da die Lage?
1. Was kann man denn erwarten in Bezug auf den Spielausgang? Endstand 7:7
2. Wie hätte man sich verhalten müssen während der Situation?

Es gab keinen Oberschiedsrichter, weil es "nur" um Bezirksoberliga ging. Die Mannschaften waren sich wohl auch generell nicht besonders grün weil es schon im Hinspiel zu "Theater" kam.

Porthos 14.04.2012 21:17

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Da nicht bekannt ist, um welchen Landesverband es sich handelt, ist eine detaillierte Antwort schwierig. Allerdings glaube ich, dass bei einem derartigen Sachverhalt die Wettspielordnungen aller Landesverbände ziemlich ähnlich sind:

1. Wertung der Begegnung:

so wie ausgetragen. Fast immer greift hier die sog. normative Kraft des Faktischen (simpel formuliert: "gespielt ist gespielt"). Je nachdem, wie berechtigt Euer Protest war (zu prüfen ist auch, ob er form- und fristgerecht war), evtl. ein Verweis für den gegnerischen Verein bzw. an die gegnerische Mannschaftsführerin. Was Heftigeres (z.B. eine Geldstrafe) kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

2. Richtiges Verhalten:

Zunächst: Auf jeden Fall sofort Protest einlegen (ggf. auch mitten in einem Satz)! Der Mannschaftsführer der Mannschaft, die Protest einlegt, vermerkt sofort schriftlich den Anlass seines Protestes und den genauen Zeitpunkt (Uhrzeit oder auch beispielsweise Spielstand wie z.B. "beim Stand von 2 : 2 im dritten Satz des Einzels X - Y"). Sollte der Mannschaftsführer zufällig gerade an einem anderen Tisch im Einsatz sein, ist eine Protest-Einlegung zumindest meiner Meinung nach ein genügend wichtiger Grund für einen Mannschaftsführer, um sein eigenes Spiel zu unterbrechen (hier kann man sicher auch eine andere Meinung vertreten, dann aber auf jeden Fall bei der nächstmöglichen Gelegenheit wie z.B. in der Satzpause).

Anschließend: Auf jeden Fall versuchen, den Mannschaftskampf ordnungsgemäß weiterzuführen! In Eurem konkreten Fall hätte ich bei einer Schiedsrichter-Verweigerung der gegnerischen Mannschaft einen Spieler meiner eigenen Mannschaft als Schiedsrichter eingeteilt (ich sehe es im übrigen - und zwar aus den verschiedensten Gründen - ohnehin als Vorteil, wenn die eigenen Leute zählen). Wäre das allerdings verweigert worden, dann hätte ich dieses Einzel nicht weitergeführt (und natürlich alles detailliert in einem schriftlichen Protest festgehalten), allerdings alle weiteren sich daran anschließenden Spiele.

Ganz wichtig: Wenn ein einzelnes Spiel aus irgendeinem Grund nicht zu Ende geführt wird, dann würde ich auf jeden Fall darauf bestehen, dass der Mannschaftskampf solange weitergeführt wird, bis - ohne Berücksichtigung des strittigen Spiels - entweder eine Mannschaft den erforderlichen Siegpunkt errungen hat oder bis alle Spiele des vorgesehenen Spielsystems ausgetragen worden sind. Natürlich kann die gegnerische Mannschaft das verweigern, aber u.U. kann sich das bei einem strittigen Verfahren (Entscheidung des Spielleiters oder gar des Sportgerichts) dann negativ für sie auswirken.

FloSZ 14.04.2012 21:26

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Danke schonmal.
Mannschaftsführerin war die betroffene Spielerin.
Warum eine unserer Spielerinnen nicht weitergezähl hat ist mir auch rätselhaft, ist wohl keiner in dem Moment drauf gekommen. Da kein Regelkundiger anwesend war, wurde direkt im Anschluss an das Einzel nach einem Telefonat mit unseren "halbwegs fachkundigen" Leuten, die sich alle bei einem Herren Spiel befanden, eingelegt. Wie gesagt: Endstand war 7:7. Daran wird sich nach deinen Ausführungen nichts ändern wenn ich das richtig verstehe? Verband: TTVN

klugscheisser 14.04.2012 21:30

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Z...

Porthos 14.04.2012 21:31

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Zitat:

Zitat von FloSZ (Beitrag 2245435)
Wie gesagt: Endstand war 7:7. Daran wird sich nach deinen Ausführungen nichts ändern wenn ich das richtig verstehe? Verband: TTVN

So ist meine Einschätzung. Allerdings komme ich aus Bayern und kenne die Wettspielordnung des TTVN nicht.

jes 14.04.2012 21:31

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Zitat:

Es gab vermehrt Diskussionen um NEtzbälle und Netzaufschläge von unserer Seite.
Vielleicht in Zukunft einfach mehr Respekt gegenüber der Person, die das Amt des SRaT inne hat, zeigen! Wenn er/sie auf Netzaufschlag entscheidet, ist es einer - wenn nicht, ist es keiner. Da muss man nicht diskutieren! Sonst kann man sich ja den SR sparen, was die andere Mannschaft ja wohl auch getan hat.

FloSZ 14.04.2012 21:36

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Zitat:

Zitat von jes (Beitrag 2245439)
Vielleicht in Zukunft einfach mehr Respekt gegenüber der Person, die das Amt des SRaT inne hat, zeigen! Wenn er/sie auf Netzaufschlag entscheidet, ist es einer - wenn nicht, ist es keiner. Da muss man nicht diskutieren! Sonst kann man sich ja den SR sparen, was die andere Mannschaft ja wohl auch getan hat.

Dazu kann ich wenig sagen, außer: in der Regel sind unsere Spielerinnen nicht unfair oder lamentieren oder irgendwas in der Richtung. Es kam wohl mehrfach vor das keine Netzbälle oder Aufschläge gezählt wurden, ob berechtigt oder nicht kann ich nicht sagen. Es gab auch schon im Hinspiel Streit mit den Gegnerinnen, wo ich selber anwesend war und ich muss sagen, das diese Mannschaft schon da nicht ganz nach dem Fairplay GEdanken gespielt hat.
Wie gesagt kanns nur aus Erzählungen berichten, allerdings wenn sich unsere Spielerinnen ebenfalls nicht korrekt verhalten hätten, wäre mir das hier kein Anliegen, da ich alle aber schon über Jahre kenne und nahe zu jedes Spiel mitverfolge, bin ich mir ziemlich sicher, das kein Fehlverhalten unsererseits vorlag

Pinguin 14.04.2012 23:27

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Zitat:

Zitat von FloSZ (Beitrag 2245444)
Es gab auch schon im Hinspiel Streit mit den Gegnerinnen [...]

Es gibt im übrigen die Möglichkeit einen Oberschiedsrichter für ein einzelnes Spiel anzufordern (soweit ich weiß ist dies in jedem Landesverband möglich). Im Zweifelsfall kann die Anforderung über den Klassenleiter geschehen, der sollte wissen an wen er die Anforderung weitergeben muss. So wie ich das Vorgehen kenne, kommt dann derjenige, der den OSR anfordert, für dessen Auslagenersatz auf. Da OSR allerdings ehrenamtlich tätig sind, sind die Beträge überschaubar (Tagegeld unter 20 EUR plus Fahrtkostenersatz).

Porthos 15.04.2012 08:24

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Meiner langjährigen Erfahrung nach gibt es zwar in jeder Mannschaft hin und wieder "Stinker", die mit unfairen Mitteln - auch wenn sie als Schiedsrichter tätig sind - ihrer Mannschaft Vorteile verschaffen wollen, aber es ist extrem selten, dass dieser "Virus" die ganze Mannschaft erfasst hat, und in den wenigsten Fällen den Mannschaftsführer.

Wenn es Probleme mit Schiedsrichter-Entscheidungen gibt (meistens in Zusammenhang mit Netz-/Kantenbällen oder Störbällen vom Tisch nebenan), dann bitte ich den gegnerischen Mannschaftsführer, den Schiedsrichter auszuwechseln (was auch immer ohne Probleme gemacht wird). Genauso reagiere ich als Mannschaftsführer, wenn der gegnerische Mannschaftsführer mit einer solchen Bitte an mich herantritt. Das wirkt immer sofort de-eskalierend.

Das mit dem Oberschiedsrichter würde ich nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht ziehen. Am ehesten dann, wenn die ganze Saison in einem einzigen Entscheidungsspiel (meist im Zusammenhang mit Auf- oder Abstieg) auswärts beim "Lieblings-Feind-Verein" ;) kulminiert. Das hat aber meistens dann weniger mit den gegnerischen Spielern zu tun, als mit einer von vorneherein aufgeheizten Atmosphäre und extrem "motivierten" Zuschauern, die wirklich mit allen Mitteln "ihrem" Verein helfen wollen.

FloSZ 15.04.2012 13:14

AW: Verweigerung ein Spiel zu zählen
 
Auch wenn ich das nicht pauschalisieren will, denke ich das ist dem Umstand geschuldet, dass es ein Damen Spiel war. Habe so etwas selber auch noch nie erlebt und könnte es mir bei Herren auch nicht vorstellen. Wie du bereits sagtest, da kann man mit den Mannschaftsführern immer was machen. Allerdings waren die 4 Gegnerinnen da wohl alle einer Meinung und stur in ihren Ansichten.


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