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Witzfigur 16.02.2014 14:36

Wechselthread
 
Die Spvg. Oldendorf ist auf "Einkaufstour".
Die Nachwuchsspieler Fin-Ole Hofmeister (SuS Buer), Paul Rietzschel (SuS Buer) und Bente Hinkenhuis (Viktoria Gesmold) sollen die sog. "Talentschmiede"
verstärken.
Leider - wie in Nds. üblich - ohne Ausbildungsentschädigung für den abgebenden
Verein.
Nachwuchsarbeit macht für kleine Vereine eigentlich keinen Sinn mehr.

gerd stoiber 16.02.2014 17:26

AW: Wechselthread
 
Zitat:

Zitat von Witzfigur (Beitrag 2508933)
Nachwuchsarbeit macht für kleine Vereine eigentlich keinen Sinn mehr.

Doch, man kann sich ja auch einfach mal an der Erfolgen der Nachwuchscracks erfreuen. Egal, wo sie dann spielen... Kann ich tatsächlich auch noch bei Jannik Hehemann und dass sogar obwohl er jetzt in Oesede spielt;)! Irgendwann profitiert dann dein Sohnemann in Form von neuen Teamkollegen davon- hat doch auch was....

Sengwarden_TT 16.02.2014 18:20

AW: Wechselthread
 
Da kann man geteilter Meinung sein:
Wenn man sich z.B. als kleiner Verein 1-2 fähige Trainer gönnt, die mehrere Tausend Euro im Jahr kosten um die wenigen Talente die man hat auszubilden, dann ist es schon hart wenn der nächst größere Verein um die Ecke kommt und sich lediglich darauf beschränkt, seine Spielstärke durch's Abwerben zu erhalten/zu steigern.

Klar, wenn die eigene Nachwuchsförderung nur durch's Ehrenamt gemanaged wird, dann ist ein Wechsel eines Talents in erster Linie für die Ehrenamtler hart, es trifft den Verein aber zumindest nicht finanziell.

Wenn wie im oberen Beispiel aber ne Menge Geld in die Hand genommen wird um den Kids etwas zu bieten, dann ist ein Abwerben anderer Vereine jedoch ein finanzieller Verlust für den Verein.
-> Ergo ist der Ruf nach einer Ausbildungsentschädigung meiner Meinung nach absolut nicht unbegründet.

Wenn eine TT-Abteilung einen teuren Trainer vom Verein bezahlt bekommt, aber alle Talente regelmäßig abgeworben werden, dann würde ich die Jugendförderung (zumindest in der teuren Form mit bezahltem Trainer) auch einstellen. Warum sollte man als Verein Geld in die Hand nehmen, nur um die Spielstärke eines anderen Vereins zu steigern? Und das ist dann mit ein Grund dafür, dass die kleineren Vereine irgendwann tatsächlich die Schnauze voll haben und die Jugendarbeit einstellen (was ja auch bereits vielerorts zu beobachten ist).

aleol 16.02.2014 20:37

AW: Wechselthread
 
Klar ist es ärgerlich, wenn man selber Spieler ausbildet, darauf hofft, dass diese bei einem bleiben und sie dann doch woanders hin wechseln.
Andererseits sollte man sich vielleicht auch fragen, warum die Spieler dann nicht bleiben, sondern sich entscheiden, woanders zu spielen ?!
Und wäre es wirklich legitim bzw. sinnvoll, einem jungen Hobbysportler evtl zu verwehren, dort zu spielen wo er möchte, indem man durch Ausbildungsantschädigungen einen Wechsel deutlich erschwert ?

Und wenn ich mir die Situation bei den betreffenden Spielern anschaue, kann ich es auch nachvollziehen, dass sie evtl eine neue Herausforderung suchen.

Ein 1999er und ein 2001er Jahrgang spielen in der Jungen-Kreisklasse und verlieren kein bzw. ein Spiel ... Schon jetzt würden sie in der diesjährigen Jungen-Kreisliga zu den besten gehören.

Und was den dritten im Bunde, Bente Hinkenhuis, angeht: da habe ich nur einen mit dem Namen gefunden, der allerdings spielt in Neuenkirchen und hat in den drei Jahren davor schon in Oldendorf gespielt und vermutlich dort mit TT angefangen...

Klar ist es toll und wichtig, wenn Vereine wirklich viel Engagement und auch Geld für Jugendwarbeit aufwenden. Ich hoffe allerdings wirklich, dass man das nicht nur macht, um die Spielstärke der eigenen Mannschaften zu erhöhen, oder durch Ausbildungsentschädigungen wieder Geld hineinzubekommen.



Im übrigen finde ich es auch sehr pauschalisiert, wenn man gleich davon ausgeht, dass "abwerbende" Vereine keine Jugendförderung betreiben würden, bzw. ihre Spielstärke nur durch Abwerben steigern oder halten. Wäre das so, würden kaum mehr Talente dorthin wechseln, denn auch Kinder und Jugendliche merken sehr wohl, wenn ihnen nichts geboten wird und sie nicht weiter gefördert werden.



P.S. Für mich klingen die Formulierungen im Ausgangspost weniger nach einem Wechselthread, als nach Diskussionbedarf zum durchaus interessanten Thema des Wechsels/Abwerbens von Jugendlichen und evtl Regelungen dazu. Da passt der Threadtitel evtl eher nicht so, da es da in den letzten Jahren eiegntlich eher um die Sammlung von Wechseln als um Wertungen dazu geht.

Sengwarden_TT 16.02.2014 22:14

AW: Wechselthread
 
Natürlich hast du in dem Punkt Recht, dass Jugendliche auf meinetwegen Herren Landesliga-Niveau einen guten Grund zum Wechseln haben, wenn die Herren-Abteilung des ausbildenden Vereins nur BK spielt. Da muss man aus rein sportlichen Gründen einfach mit rechnen und ich glaube, dass auch kein ausbildender Verein böse darum wäre, im Gegenteil.
Nur warum sollte es dann für den kleinen BK-Verein, der in diesem Fall dem LL-Verein einen Gefallen tut, keine Ausbildungsentschädigung geben??

Und wenn es sich häuft, dass eben jene meinetwegen ab der LL spielenden Vereine keine eigene (zumindest nicht unter Anleitung ausgebildeter Trainer) Jugendarbeit mehr betreiben und sich nur noch bei den Vereinen "bedienen", die sich diese Jugendarbeit leisten, dann ist das wie ich finde schon ein arg schwerer Grund, über eine Ausbildungsentschädigung für diese Vereine nachzudenken. Die abwerbenden Vereine nutzen ihre Ligenstärke in diesem Fall schlicht auf Kosten anderer Vereine aus und kommen zum gewünschten Erfolg (nämlich starke Jugendspieler), ohne selbst dafür großartig investieren zu müssen.

Da stellt sich doch die Frage: Wende ich finanzielle und darüber hinaus ehrenamtliche Mittel auf, um gute Jugendspieler auszubilden oder telefoniere ich jedes Jahr 50 Leute ab, weil 5 vielleicht zusagen? (und es gibt solche Vereine!!)
Letzteres, und ich hoffe da sind sich alle einig, sollte keine Schule machen!

Zitat:

Zitat von aleol (Beitrag 2509033)
Im übrigen finde ich es auch sehr pauschalisiert, wenn man gleich davon ausgeht, dass "abwerbende" Vereine keine Jugendförderung betreiben würden, bzw. ihre Spielstärke nur durch Abwerben steigern oder halten. Wäre das so, würden kaum mehr Talente dorthin wechseln, denn auch Kinder und Jugendliche merken sehr wohl, wenn ihnen nichts geboten wird und sie nicht weiter gefördert werden.

Ganz klarer Einspruch! :D
Eben für diese abgeworbenen Talente gibt es die entsprechende Förderung und in der Regel eine Trainingsgruppe mit guten Trainern - Für den Rest, zumindest qualitativ, oftmals nicht. Man steigt mit der eigenen Förderung also auf sehr hohem Niveau ein.

PS: Ich habe nicht gesagt, dass alle abwerbende Vereine "pauschal" keine eigene Jugendarbeit betreiben, dass ist doch völlig klar.
Aber es gibt eben solche "Clubs" und ich denke beim Lesen dieses Threads werden viele, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite, entsprechende Vereine im Kopf haben.

aleol 17.02.2014 01:37

AW: Wechselthread
 
Aber hier geht es anscheinend um 12-15jährige Jungen-Kreisklassenspieler ... Soll man denen in Form einer Ausbildungsentschädigung Steine in den Weg legen, und sie so evtl daran hindern, sich einen Verein zu suchen, in dem sie vielleicht Jungen-Bezirksklasse oder so spielen können ? Sollen nur noch Jugendspieler wechseln können, die so "gut" sind, dass der aufnehmende Verein Bereit ist, Geld dafür zu bezahlen ?
Haben die bisher nicht auch Vereinsbeiträge bezahlt, um das bisherige Training in Anspruch nehmen zu können (klar, ich weiß, die Kosten werden dadurch kaum komplett zu tragen sein - wobei dann aber auch die Frage durchaus interessant ist, wo das Geld herkommt)
Ist nicht die Aufwendung von finanziellen Mitteln über die Beiträge hinaus fast immer ein finanzieller Verlust, unabhängig davon, ob der Spieler bleibt oder geht (bzw. dann fällt ja der Aufwand für ihn in Zukunft sogar weg) - Geld verdienen wird man als Verein mit den Spielern ja in Zukunft wohl auch eher nicht und auch nicht wollen.
Wird bei Ausbildungsentschädigungen der jugendliche Hobbysportler nicht irgendwie zur "Ware" mit Geldwert ?
Nochmal: Wende ich Ehrenamt und Geld für Jugendtraining nur auf, um meinem eigenen Verein Spielstärke und ggf. Ausbildungsentschädigung zukommen zu lassen ?

Klar, ist alles überspitzt. Aus Sicht von abgebenden Vereinen gibt es auch durchaus nachvollziehbare Argumente für eine Ausbildungsentschädigung, v.a. ist auch Ärger und Frust nachvollziehbar, wenn Jugendliche sich für einen anderen Verein entscheiden, wenn man vielleicht eine gewisse Hoffnung auf sie gesetzt hat.
Ich weiß auch nicht, ob´s da irgendwo einen Königsweg gibt, bezweifle es aber, gibt wie überall Argumente pro und contra, die nachvollziehbar sind.

Nur aus dem ersten Beitrag spricht schon sehr viel Frust und der Tonfall klingt für mich schon sehr anklagend, das wollte ich nicht so stehen lassen. Wollte allerdings eigentlich auch gar nicht großartig in solch eine Diskussion einsteigen.

Ravenna 17.02.2014 07:14

AW: Wechselthread
 
Ich finde Ablösesummen ("Ausbildungsentschädigungen") für Jugendliche moralisch und rechtlich grenzwertig. Das ist freiheitseinschränkend, da Jugendliche in der Wahl eines neuen Sportvereins eingeschränkt werden, wenn der Wunschverein das Geld nicht aufbringen will, kann oder darf (etwa aus den eigenen Mitgliedsbeiträgen?). Faktisch führt es dazu, dass die Eltern das Geld selber auf den Tisch legen, damit ihr Kind in einen neuen Verein wechseln kann, also das Kind aus dem bisherigen Verein herauskaufen. Das entspricht eigentlich nicht dem Vereinswesen in Deutschland.

ridethelightning 18.02.2014 19:03

AW: Wechselthread
 
Zitat:

Zitat von Witzfigur (Beitrag 2508933)
Die Spvg. Oldendorf ist auf "Einkaufstour".
Die Nachwuchsspieler Fin-Ole Hofmeister (SuS Buer), Paul Rietzschel (SuS Buer) und Bente Hinkenhuis (Viktoria Gesmold) sollen die sog. "Talentschmiede"
verstärken.
Leider - wie in Nds. üblich - ohne Ausbildungsentschädigung für den abgebenden
Verein.
Nachwuchsarbeit macht für kleine Vereine eigentlich keinen Sinn mehr.

Hallo Horst, lese ich da etwa ein wenig Sarkasmus von dir. ;)
Was wäre denn deine Empfehlung für die Jungs gewesen.

Sparding 20.02.2014 02:42

AW: Wechselthread
 
Im Westdeutschen TT-Verband (WTTV) kann eine Ausbildungsvergütung gefordert werden.

Allerdings sind die Ausbildungsentschädigungen "gedeckelt".

Beispiel: Kostenerstattung im WTTV, Stand 22.07.2011

Q-TTR-Wert >2200
1.200 €
Q-TTR-Wert 2001-2200
800 €
Q-TTR-Wert 1801-2000
600 €
Q-TTR-Wert 1601-1800
400 €
Q-TTR-Wert 1401-1600
200 €
Q-TTR-Wert 1201-1400
100 €
Q-TTR-Wert 1000-1200
50 €


Ich habe im WTTV noch nie gehört, dass einem Jungen wenn er wechseln wollte Steine in den Weg gelegt wurden. Teilweise wid je nach Spielstärke auch ganz auf eine Ausbildungsentschädigung verzichtet. Oder es wird eine "unentgeldliche" Vereinbarung getroffen. Angenommen ein Spieler wechselt vorübergehend zu einem anderen Club um "Niedersachsen Liga" zu spielen, so darf/kann der Spieler nach Ablauf unentgeldlich zu seinem Ursprungsverein zurückkehren um dort weiterzuspielen. Sollte der Spieler sich jedoch einen dritten neuen Club suchen, wird/kann der Ursprungsverein an einer möglichen Ausbildungsentschädigung beteiligt werden. Die Ausbildungsentschädigung ist auch nur bis zu einem bestimmten Alter zu fordern. Ich glaube mit 21 Jahren, kann keine Ausbildungsentschädigung mehr für einen Spieler erhoben werden!!!


Im Fußball kann er abgebende Verein, wenn ihm der Wechsel nicht schmeckt. Den betreffenden Spieler auch für 6 Monaten sperren lassen. Bevor er wieder aktiv in Spielgesehen eingreifen kann.
So kann der Spieler ohne Entschädigung wechseln wohin er möchte. Ich persönlich finde Spielsperren furchtbar, denke wir wollen alle das die Kinder spielen und am Ball bleiben.


Aber ich bin der Meinung, dass große/höherklassige Vereine die gute Nachwuchsspieler werben, auch an den ausbildenden Verein etwas entrichten können. Natürlich alles im Rahmen und nicht auf Teufel komm raus.

Mit sportlichem Gruß
Daniel Sparding


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