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Stiwi 11.07.2004 21:35

Ballonabwehr sinnvoll?
 
Hi!

Folgendes:

Wann geht man in die Ballonabwehr? Immer dann, wenn man den Ball schlecht, also z.B. zu hoch, retourniert hat. So hat man weit hinter der Platte mehr Zeit sich auf den kommenden Ball einzustellen. Er wird dann hoch (und möglichst mit Vorwärtsdrall; so hat es der Gegner nicht ganz so einfach) zurückgespielt und hat so evtl. die Zeit sich besser zu positionieren. Nun wartet man (meistens), daß der Gegenspieler den Fehler macht..

Ich habe meine Trainingsabende in der letzten Zeit mit der Ballonabwehr verbracht, und bin am Ende zu dem Schluß gekommen, daß das keine gute Lösung sein kann für oben beschriebene Situation.

Natürlich gehe ich bei einem schlecht retournierten Ball in die lange Distanz, fange dann aber nicht mit diesen "Einladungsbällen" an, sondern gebe den Ball mit viel US zurück; und eher flach.

Ich meine, ein TS auf mittel bis viel US ist von der Technik her schwieriger zu bewältigen als ein (zwar hoch) abspringender Ball mit Vorwärtsrotation zu beantworten. Und ich will es dem Gegner doch möglichst schwierig machen..

Ich spiele zur Zeit Bezirksliga, und habe bei mir selbst als auch bei meinen Vereinskollegen beobachtet, daß, wenn man sich erstmal in der BA befindet, zu 90% den Punkt abgibt.

Findet jemand die Ballonabwehr für überwiegend sinnvoll oder hat sich sogar jemand diesem Stil verschrieben? (Voraussetzung ist natürlich, daß man fähig ist, einen sicheren US zu spielen. Wenn nicht, macht die BA schon Sinn).

Ich denke also, der Trend wird von diesem "vorsichtigen" Spiel abrücken, da TT in der letzten Zeit sowieso aggressiver geworden ist. Würde mich über mögliche Pro- (aber auch contra-) Argumente freuen.

Gruß,
Stiwi

Speedy_Gonzales 11.07.2004 21:45

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Stimme dir im Prinzip zu. Ein Vorteil der Ballonabwehr ist jedoch, daß der Gegner den Ball nicht so leicht als Stopp zurück bringen kann. Einen langen Unterschnittabwehrball kann man leicht hinters Netz schupfen.

Dnarbedlih 11.07.2004 22:03

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Zitat:

Zitat von Stiwi

Natürlich gehe ich bei einem schlecht retournierten Ball in die lange Distanz, fange dann aber nicht mit diesen "Einladungsbällen" an, sondern gebe den Ball mit viel US zurück; und eher flach.

Ich meine, ein TS auf mittel bis viel US ist von der Technik her schwieriger zu bewältigen als ein (zwar hoch) abspringender Ball mit Vorwärtsrotation zu beantworten. Und ich will es dem Gegner doch möglichst schwierig machen..

Allerdings ist der von dir beschriebene unterschnittabwehrball in jener situation für offensivspieler wesentlich schwieriger zu spielen, und der schlag selbst ist mit einer höheren fehlerquote behaftet als ein ballonabwehrball.

derkleineJo 11.07.2004 22:57

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Ich denke auch, dass die Ballonabwehr für Angriffsspieler aus Zeitgründen zumeist die einzige Möglichkeit darstellt, den Ball noch kontrolliert auf den Tisch zu bekommen. Ansonsten ist die flache US-Verteidigung natürlich klar die bessere Antwort...

Dragonspin 12.07.2004 01:01

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Wer Ballonabwehr sehr gut beherrscht, der kann damit sicherlich einige Erfolge erzielen.

Nacki 12.07.2004 01:22

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Zitat:

Zitat von Dnarbedlih
Allerdings ist der von dir beschriebene unterschnittabwehrball in jener situation für offensivspieler wesentlich schwieriger zu spielen, und der schlag selbst ist mit einer höheren fehlerquote behaftet als ein ballonabwehrball.

Genau das ist eine der Stellen, wo der Hund begraben liegt. Durch die schnellen und geklebten Schläger ist die Ballonabwehr die sicherere Alternative. Außerdem sind Unterschnittsägen von dort, wo man normalerweise Ballonabwehr spielt, eher harmlos, zumal sie durch die großen Bälle auf die Distanz viel von ihrer Gefährlichkeit einbüßen.

Aramis23 12.07.2004 07:46

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Der Ball sollte schon noch nach vorne und plaziert gespielt werden, auch von X Metern hinter der Platte. Im richtigen Moment dann ziehen oder zurückballern :).
Durch Ballonabwehr macht man sich die Chancen auf einen Punkt kaputt, es ist eher selten das der Gegner solche Geschenke nicht annimmt.

Dieterkuhn 12.07.2004 08:58

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Zitat:

Zitat von Aramis23
Der Ball sollte schon noch nach vorne und plaziert gespielt werden, auch von X Metern hinter der Platte. Im richtigen Moment dann ziehen oder zurückballern :).
Durch Ballonabwehr macht man sich die Chancen auf einen Punkt kaputt, es ist eher selten das der Gegner solche Geschenke nicht annimmt.

sehe ich anders. zwar ist ein abwehrball natürlich effektiver, aber der muss schon gut kommen, und ein angreifer mit 2,0er belägen wird es schwer haben einen solchen zu spielen (man sollte bedenken, das ein schlechter us ball ein gefundenes fressen ist).
ein gut gespielter ballonabwehrball, der auf die grundlinie mit viel topspin und in die mitte des tisches kommt, ist nicht ungefährlich.
wenn der ballonabwehrball natürlich zu kurz kommt, und/oder auf die seiten des tisches, wird der angreifer dementschprechend weniger probleme bekommen.

man sollte die situationen bedenken, in denen ein ballonabwehrball sinnvoll ist.
dies sind ausschliesslich notsituationen (natürlich mit ausnahme der spieler, die ballonabwehr als taktisches mittel sehen, ich hab mal nen oberligaspieler gesehen, der hat nur ballonabwehr gespielt), in denen man sehr schlecht zum ball steht (d.h. weit laufen muss), z.b. wenn man in der halbdistanz zum anderen ende des tischs laufen muss.

in so einer situation ist ein treibschlag, d.h. ein mehr nach oben geschlagener konterball sicher keine gute alternative. der angreifer muss nur einen topspin in die andere ecke ziehen, und hat dann einen punkt, oder der andere spieler steckt im selben dilemma.
ein us ball scheidet oftmals aus, weil es die meisten einfach nicht (gut genug) können.
also bleibt in so einer situation ein ballonabwehrball, der einen entscheidenden vorteil hat: man hat genug zeit, um sich wieder entsprechend positionieren, und hat wieder eine chance im ballwechsel zu bleiben.

wie gesagt, um weiter eine chance zu haben, muss der baball dann natürlich gut gespielt werden, d.h. er muss zumindest sehr lang sein, sonst hat der angreifer wenig probleme.
danach sollte das ziel sein wieder ins spiel zu kommen, mit einen gegenschuss, -topspin oder evtl doch einem us ball.

m.e. ist ein ballonabwehrball aus o.g. durchaus sinnvoll, wenn natürlich auch nur in extremen notsituationen

Todesnoppe 12.07.2004 09:42

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Zitat:

Zitat von Dieterkuhn
ein gut gespielter ballonabwehrball, der auf die grundlinie mit viel topspin und in die mitte des tisches kommt, ist nicht ungefährlich.

"volle Zustimmung"
... auch in der Ballonabwehr gibt es große Qualitätsunterschiede

Aramis23 12.07.2004 10:56

AW: Ballonabwehr sinnvoll?
 
Zitat:

Zitat von Dieterkuhn
zwar ist ein abwehrball natürlich effektiver, aber der muss schon gut kommen, und ein angreifer mit 2,0er belägen wird es schwer haben einen solchen zu spielen (man sollte bedenken, das ein schlechter us ball ein gefundenes fressen ist).

Damit gibt man aber die Kontrolle ab. Merkt man das der Gegner kein Händchen für solche Bälle hat, kann man es ja in der Not anwenden.
Meistens klingelt es aber direkt, bzw. direkt danach.
Mit der aggressiven Abwehr bleibe ich aber im Spiel, am besten weit auf die Rückhand, dann kann man schon wieder nach vorne schleichen. Umläuft der Gegner braucht man nur noch weit in die Vorhand zu schieben.
Ist zwar riskanter, aber so ein super Ballonball mit extrem viel Spin der genau auf der Grundlinie landet ist ja auch nicht so simpel, gerade für einen nach vorn orientierten Spieler.


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