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Florry 07.01.2006 11:55

Med. Behandlung während des Spiels?
 
Was ist, wenn ein Spieler mitten im Satz einen Krampf bekommt (z.b.) im Oberschenkel?
Darf er sich behandeln lassen? Wie lange?

1600i 07.01.2006 12:23

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Streng genommen darf er sich nicht behandeln lassen.
Bei Verletzungen darf der Oberschiri eine Pause von bis zu 10 Minuten genehmigen. Ein Krampf gilt aber nicht als Verletzung, sondern als Folge von Erschöpfung.

Allround+ Spieler 07.01.2006 12:24

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Zitat:

Zitat von Florry
Was ist, wenn ein Spieler mitten im Satz einen Krampf bekommt (z.b.) im Oberschenkel?
Darf er sich behandeln lassen? Wie lange?

Ich meine mich zu erinnern, dass man eine medizinische Behandlngszeit von 3 (?) Minuten nehmen kann. Bin mir aber nicht zu 100% sicher!

Wieso sollte ein Krampf keine Verletzung sein? Weswegen man sich behandeln lässt ist m.E. egal. Man kann ja auch sagen, man sei nur aus Erschöpfng umgeknickt und dürfe sich deshalb nicht behandeln lassen... Das wär ja Haarspalterei.

Florry 07.01.2006 12:38

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
aber man könnte ja rein theoretisch auch einen krampf vortäuschen um sich ein zweites Timeout zu "erschummeln"

Lawicki 07.01.2006 13:23

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Zitat:

Zitat von 1600i
Streng genommen darf er sich nicht behandeln lassen.
Bei Verletzungen darf der Oberschiri eine Pause von bis zu 10 Minuten genehmigen. Ein Krampf gilt aber nicht als Verletzung, sondern als Folge von Erschöpfung.

Wer sagt das? >> Heftige Schmerzen während oder nach extremen Belastungen kennzeichnen einen Krampf. >>

Die direkten Auslöser eines Muskelkrampfes sind bis heute nicht genau bekannt. Allerdings lassen sich einige Faktoren benennen, die das Auftreten eines Muskelkrampfes begünstigen:

- hoher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
- zu enge Schuhe und/oder Strümpfe
- Krampfadern
- Infektionen
- unzureichender Trainingszustand
- Kälte
- Veränderungen in der Muskulatur durch ältere Verletzungen

Tritt ein Muskelkrampf auf, so muss die sportliche Aktivität unterbrochen werden. Durch die starken Schmerzen tut das jeder Sportler von allein. Dann sollte sofort eine passive Dehnung des verkrampften Muskels erfolgen. Noch wirkungsvoller ist allerdings eine aktive Anspannung des Antagonisten. Diese Übungen sollten so lange durchgeführt werden, bis sich der Muskelkrampf löst. Leichte Lockerungsmassage und Einseinreibungen unterstützen den Vorgang. Danach kann in der Regel die sportliche Aktivität wieder aufgenommen werden.Das geht manchmal recht schnell, warum sollte also der Wettkämpfer ausscheiden?


Im Wiederholungsfall sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Kommt es zu erneuten Muskelkrämpfen sollte der Sport abgebrochen werden. Nach einem Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes ist ein Aussetzen von 2 bis 3 Tagen sinnvoll. Manchmal kann Krankengymnastik notwendig werden. In schweren und wiederholten Fällen kann eine Therapie mit muskellockernden (Muskelrelaxantien) und entzündungshemmenden (Antiphlogistika) Medikamenten über 2 bis 3 Tage sinnvoll sein. Kommt es bei einem Sportler häufiger zu Muskelkrämpfen, so sollte eine ärztliche Abklärung im Hinblick auf einen Kalzium- oder Magnesiummangel, auf Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen erfolgen.

Dr.med. Wolfgang Lawicki
Sportmedizin

Florry 07.01.2006 14:10

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
das mit dem krampf war ja nur ein beispiel....

nehme man z.b. den umgeknickten knöchel und als behandlung will man das ganz mit kühlungsspray "bearbeiten"

Pinguin 07.01.2006 14:48

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Die 3 Minuten sind Quatsch, in der Tat ist eine Verletzungspause bis zu 10 Minuten möglich.

Hierzu ITTR B4.4.3:
Der OSR kann eine Spielunterbrechung von so kurzer Dauer wie möglich, jedoch keinesfalls mehr als zehn Minuten, gewähren, falls ein Spieler durch einen Unfall vorübergehend behindert ist. [...]

ITTR B 4.4.4:
Eine Spielunterbrechung darf nicht bei einer Spielunfähigkeit gewährt werden, die schon zu Beginn des Spiel bestand oder vernünftigerwese von da an erwartet werden musste oder wenn sie auf die normalen Anstrengungen des Spiels zurückzuführen ist. Spielunfähigkeit durch Krampf oder Erschöpfung, [...], rechtfertigen eine solche Unterbrechung nicht, die nur bei Spielunfähigkeit infolge eines Unfalls, z.B. Verletzung durch einen Sturz, gewährt werden darf.

Daher darf bei einem Krampf keine Verletzungspause genehmigt werden - wie in den Regeln ausdrücklich erwähnt.

Sollte sichein Spieler übrigens mehrmals in einem Spiel verletzen, kann der OSR mehrere Verletzungspausen genehmigen, die allerdings insgesamt die Dauer von 10 Minuten nicht überschreiten sollten/dürfen (vgl. Handbook for Match Officials und Giesecke SR-1x1).

mithardemb 07.01.2006 16:19

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Zitat:

Zitat von Pinguin

Daher darf bei einem Krampf keine Verletzungspause genehmigt werden - wie in den Regeln ausdrücklich erwähnt.

Ich frage mich das die Schiedsrichter machen, wenn ein Spieler stehen bleibt, sich ans Bein faßt und dann ein paar mal das Bein belastet und wieder entlastet. WIeviele Schiedsrichter werden den Spieler dafür wohl verwarnen.

Pinguin 07.01.2006 19:46

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Er wird fragen was los ist, wird ihn fragen ob er das Spiel direkt fortsetzen kann. Falls nein wird er den OSR benachrichtigen bzw. wenn es eindeutig ein Krampf ist den Spieler auffordern das Spiel fortzusetzen (er könnte ja z.B. das Time-Out nehmen).

Falls er nach mündlicher Aufforderung nicht weiterspielen kann oder will, wird diese evtl. nochmals wiederholt, danach wäre es als Spielverzögerung zu werten, die ggf. mit einer Verwarnung geahndet werden müsste.

Leider sind in diesem Punkt die Regeln sehr eindeutig formuliert, so dass kein Ermessensspielraum bleibt.

Scuzzle 08.01.2006 19:48

AW: med. Behandlung während des Spiels?
 
Wenn der Spieler jetzt aber behauptet umgeknickt zu sein und gar keinen Krampf zu haben wirds schon schwieriger :)


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