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Fragender 27.07.2022 18:12

Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Hi!


Ich weiß, dass in anderen Sportarten (z.B. Rudern) Anreizsysteme für Engagement / anfallende Arbeiten gang und gebe sind. Im Tischtennis habe ich lediglich ein einziges Mal davon gehört - in einem Artikel der "Tischtennis" vor etlichen Jahren. Vielleicht gibt es hier im Forum Vereinsmitglieder, deren Verein so arbeitet und die davon berichten können?

oliver 28.07.2022 10:56

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
aus meiner Sicht:
es geht ja immernoch um ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung

wenn ich dort im normalen Vereinsbetrieb nicht intrinsich motiviert bin, meinen Beitrag zu leisten, kann ich das durch ein Anreizsystem nur sehr eingeschränkt beeinflussen Bzw. jemanden, der absolut nicht will, auch nicht dazu zwingen.

Was ich mir vorstellen kann, ist eine Reduktion des Mitgliedsbeitrags Bzw. Unterstützung durch Naturalien (zB Beläge) für diejenigen, die sich engagieren

Power-Seven 28.07.2022 12:52

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Ich kenne eher Ansätze, anfallende Aufgaben über Pflichtstunden erledigen zu lassen. Pro nicht geleistete Pflichtstunde ist dann ein Beitrag für die Abteilungskasse fällig.

Das hat in einem Verein exzellent funktioniert und in einem anderen nicht zu Austritten geführt, auch wenn die Einführung nicht von allen begrüßt wurde (und die Durchführung dann völlig in den Sand gesetzt...)

Fastest115 28.07.2022 23:07

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Ja so wie Power 7 ds schildert macht das ein vereinnahmen auch. Ähnlich wie im kleingartenverein.

Da muss man x pflichtstunden im Jahr machen oder y Euro zahlen. Manche zahlen dann sofort freiwillig und andere machen die oder mehr und weitere mal so mal so.

Zb Verkaufstand beim Turnier oder spielstation beim Kinderfest im Sommer usw.

Wenn man da zb 10 Euro je Stunde ansetzt und dann einige lieber zahlen findet man dafür auch andere die das dann mehr machen...

Kenne auch den Fall wo jeder Spieler 2 Beläge im Jahr bekam dafür ein Heim oder Auswärtsspiel der Jugend betreuen musste. Als einer sich dann geweigert hat als er dran war gab es eben keine Beläge mehr für den....

Kommt immer drauf an wie hoch.man das ansetzt

Rudi Endres 07.10.2022 13:20

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Im Vorfeld eines Lehrgangs schickte unser Sportbund die nachstehende Beschreibung des Ist-Zustandes an die Vereine. Das passt wohl im weitesten Sinne zum Thema.

Beschreibung:
"Studien, Analysen und Experten betonen immer wieder: die strategische Ausrichtung ist ein besonders wichtiger Faktor für die erfolgreiche Entwicklung eines Sportvereins. Gleichzeitig erlebt man in der Vereinspraxis erschreckend selten Vereine, die langfristig planen, sich nicht nur auf das operative Tagesgeschäft beschränken, ein Leitbild definiert haben oder sogar einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Bei „Strategie im Verein“ heißt es also: Fehlanzeige. Diesem vermeintlichen Widerspruch zwischen Notwendigkeit und gelebter Vereinspraxis möchten wir in diesem Forum auf den Grund gehen. Woran liegt es, dass Vereine nicht strategisch agieren? Wollen oder können sie nicht? Besteht eventuell gar keine Notwendigkeit dazu? Welche Auswirkungen hat die strategische Schwäche der Sportvereine z.B. auf Verbände? Leidet langfristig durch die fehlende Innovationskraft auch die Attraktivität für das Engagement im organisierten Sport? Gemeinsam mit Prof. Lutz Thieme und anderen Vertretern des organisierten Sports werden wir über diese und andere spannende Fragen diskutieren."

Fehlen geeignete Funktionäre? So dass Leute gewählt werden, die das Amt eigentlich nicht wollen und daher nur das Notwendigste machen?

Ist die Funktionärsschicht überaltert und nicht mehr offen für neue Ideen?

Werden Idealisten abgeschreckt oder geben schnell auf, weil man als Funktionär dicke Bretter bohren muss (Stichworte: Hausmeister, Verwaltung, Hallenzeiten, Hallengebühren, Einflussreiche andere Vereine, Kritik im Internet, Abwerbungen ohne Kostenausgleich, geringes Engagement von Eltern und auch den Jugendlichen selbst,....)?

JanMove 07.10.2022 13:26

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Also bei uns ist es so, dass die Mitglieder im Vereinsvorstand keinen Mitgliedsbeitrag bezahlen müssen. Ausserdem genehmigen wir uns meistens einmal pro Jahr ein Vorstandsessen. Das ist aber alles nur ein kleiner Bonus und sicherlich nicht der Motivationsgrund um im Vorstand mitzuarbeiten.

Bei einem Nachbarverein ist es so, dass dort ein relativ hoher Mitgliedsbeitrag erhoben wird. Dieser kann jedoch durch Vereinsmitarbeit je nach Job und Stundenzahl entsprechend reduziert werden.

Matousek 07.10.2022 16:06

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Zitat:

Zitat von Rudi Endres (Beitrag 3428176)
Im Vorfeld eines Lehrgangs schickte unser Sportbund die nachstehende Beschreibung des Ist-Zustandes an die Vereine. Das passt wohl im weitesten Sinne zum Thema.......

In deinem Post steckt viel Wahrheit drin. Im TT ist es für viele Vereine hauptsächlich organisiertes "Freizeit-TT" wo dann auch noch das sportliche Ergebnis zwar nicht ganz unwichtig ist, aber halt nicht zielorientiert.
Zudem sind es halt größtenteils eher kleine Abteilungen, wo auch die Mitstreiter nicht Schlange stehen. Entweder gibt es die "Verrückten" die von sich aus einen höheren Anspruch haben oder man hat das Glück, sich Hauptamtliche leisten zu können.

alba 10.10.2022 16:24

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Ich denke, die Eckpfeiler stehen in jedem Verein fest:
1. Größe, nach oben limitiert durch Hallengröße und Hallenzeiten. - das zu ändern ist eine Mammutaufgabe, an die sich heutzutage kaummnoch jemand herantraut.
2. Jugendarbeit ja oder nein - sind qualifizierte Trainer da, ist das von den alteingesessenen Mitgliedern überhaupt erwünscht?
3. Wird eine möglichst hohe Spielklasse angestrebt? - macht man sich gegebenfalls rechtzeitig über die Konsequenzen Gedanken (Wie finanzieren, wie organisieren, langfristig oder kurzfristig)
4. Wie intensiv kümmert man sich parallel oder ausschließlich um Breitensport?
Spricht man gezielt Spezielle Gruppen an (Senioren, Parkinson, Migranten, Behinderte etc)

Und wie konsequent zieht man sein Konzept durch? Oder ist man doch einfach nur froh über jedes Neumitglied?

Levinhero 10.10.2022 22:05

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Der TT Sport altert, nicht nur bei den aktiven Spielern, auch auf funktionärsebene. Man ist ja froh dass einige Senioren sich bereit erklären diese undankbare Aufgabe zu übernehmen, von da kommt aber nix innovatives kreatives mehr. Status quo wird erhalten, paar Alibiversuche um neue Kinder zu begeistern. Das warst dann auch schon. Man mag keinem die Schuld geben, ich würde mir jedoch mehr Professionalisierung wünschen, vom Internetauftritt angefangen bis vernüftiges Kinder und Jugendtraining. Richtiges Mitgliedermarketing mit einem Branding was cool und ansprechend auch für jung ist. Aber wer soll das stemmen? Also wird alles bei alten bleiben, paar ü70 die geimeinsam mit übergewichtige ü40ern trainieren und ab und zu schaut dann Lukas und Ben vorbei die zu unsportlich für Fußball waren und sich in TT ausprobieren. Natürlich nur bis 14, denn dann macht man coolere Sachen.

Schwabenblocker 11.10.2022 06:10

AW: Anreizsysteme für Vereinsengagement
 
Zitat:

Zitat von Levinhero (Beitrag 3430312)
Der TT Sport altert, nicht nur bei den aktiven Spielern, auch auf funktionärsebene. Man ist ja froh dass einige Senioren sich bereit erklären diese undankbare Aufgabe zu übernehmen, von da kommt aber nix innovatives kreatives mehr. Status quo wird erhalten, paar Alibiversuche um neue Kinder zu begeistern. Das warst dann auch schon. Man mag keinem die Schuld geben, ich würde mir jedoch mehr Professionalisierung wünschen, vom Internetauftritt angefangen bis vernüftiges Kinder und Jugendtraining. Richtiges Mitgliedermarketing mit einem Branding was cool und ansprechend auch für jung ist. Aber wer soll das stemmen? Also wird alles bei alten bleiben, paar ü70 die geimeinsam mit übergewichtige ü40ern trainieren und ab und zu schaut dann Lukas und Ben vorbei die zu unsportlich für Fußball waren und sich in TT ausprobieren. Natürlich nur bis 14, denn dann macht man coolere Sachen.

Bisschen hart ausgedrückt, aber im Kern stimmt das natürlich.
Klar sind die Funktionäre oft "überaltert", da es aber kaum interessierte Jüngere gibt, hat man keine andere Wahl. Die Gesellschaft und deren Denken ist zudem eine andere als vor 30 Jahren, das vergessen auch viele.


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