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Alt 18.11.2007, 18:11
henrypijames henrypijames ist offline
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henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Swedish Open 2007

Nachdem ich jetzt die beiden Finals von Ma Long gesehen habe, fuerchte ich sogar, dass sein phenomaenaler Formhoch auch schon vorbei ist.

Im Doppel-Finale war Ma Long klar der schwaechste aller vier Spieler - insbesondere ueber den Tisch. Waehrend die anderen drei fleissig und erfolgreich flippen, produziert Ma Long entweder reihenweise Fehler oder luden die Gegner zum Einschlag ein. Im Entscheidungssatz servierte Ma bei 9:5 einen ideen- und harmlosen Aufschlag, verlor den Punkt, stellte sich anschliessend um und servierte den naechsten Aufschlag mit der Rueckhand - gute Idee, was aber leider in direkten Aufschlagfehler endete. Es war letztlich ein Zittersieg, der vor allem auf Wang Haos unglaublich zuverlaessigen Rueckhand-Flips zurueckzufuehren war. Wenn man bedenkt, dass Wang Hao dieses Jahr schon mit vier verschiedenen Partner Doppel-Gold geholt hat, scheint er tatsaechlich fast in der Lage zu sein, ein Doppel "alleine zu gewinnen".

Im Einzel-Endspiel startete Ma Long raketenartig durch, gewann den ersten Satz 11:2 und fuehrte im zweiten mit 7:2. Dann kam Wang Hao irgendwie heran, Ma Long nahm bei 9:8 die Auszeit - eine sehr fragwuerdige Entscheidung, denn wenn ueberhaupt, dann haette er sie frueher nehmen muessen. Den Satz gewann letztendlich Wang Hao, der darauf hin im dritten Satz nochmals nachlegte. Im vierten Satz wieder das gleich Spiel wie im zweiten: Ma Long fuehrte die ganze Zeit, Wang Hao kam heran, wehrte Satzbaelle ab und brachten den Satz nach Hause. Im fuenften und letzten Satz war dann deutlich, dass bei Ma Long die Luft komplett aus war.

Dieser Match hat vor allem den Unterschied verdeutlicht, wie gut beide schwierigen und entscheidene Situationen bewaeltigen koennen: Mental waren beide standfest, aber taktisch konnte Wang Hao mehrmals mit ungewoehnliche Spielzuege ueberraschen - Spielzuege, die sehr schwierig durchzufuehren waren, was um so staerker seinen Mut und Koennen unterstreichten - waehrend es Ma Long klar an Variationsansaetze mangelt. Das liegt freilich nicht daran, dass Ma Long etwa dumm waere - sondern vor allem daran, dass er eben nicht so breite spielerische Repertoire besitzt, aus der er "lebensrettend" schoepfen kann. Wie es im chinesische Fachjargon heisst, ist sein Spiel insgesamt noch "zu duenn" - was natuerlich die typische Schwaeche von jungen Spielern ist.

Auch Wang Hao hat in den letzten Jahren viele bittere Niederlage erleiden muessen, bevor er zu seiner heutigen Reife gekommen ist. Genau so braucht auch Ma Long noch ein, zwei Jahre Zeit. Naechstes Jahr wird er bei der Mannschafts-WM sicherlich dabei sein, aber ich gehe davon aus, dass er - wie schon letztes Jahr in Bremen - keinen Einsatz in der KO-Phase haben wird. Auch bei den Individual-WM 2009 rechne ich nicht damit, dass Ma Long ins Finale kommt - es sei denn, Ma Lin und Wang Liqin sind dann beide nicht mehr dabei.

Geändert von henrypijames (18.11.2007 um 18:23 Uhr)
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