
12.12.2007, 23:50
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AW: Reformplan DTTL/Bundesligen
Hier der Bericht über die Entscheidung aus der Saarbrücker Zeitung von morgen:
Zitat:
Saarlouis. Als Heinz Falk das Abstimmungsergebnis aus Frankfurt hörte, war er "wie vor den Kopf geschlagen". Bei der Tagung des Hauptausschusses des Deutschen Tischtennis-Bundes wurde etwas beschlossen, was dem Macher des Frauenbundesligisten TTSV Fraulautern nun gar nicht in die Planungen passt.
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 110:109 Stimmen wurde nämlich die Umstellung auf Dreier-Mannschaften ab der Saison 2008 auf den Weg gebracht. Eine Reform mit einem speziellen Hintergrund: Die Spiele in der Bundesliga sollen verkürzt werden, um ein fernsehtaugliches Format zu schaffen. "Ziel ist es, im Falle einer Live-Übertragung eine kalkulierbare Spieldauer von zwei Stunden zu gewährleisten", erklärt Norbert Mai, Beisitzer im DTTB-Ligaauschuss.
Indes ist es eine Reform für einen Fernsehvertrag, der noch nicht existiert und im Damenbereich ohnehin utopisch erscheint. In der laufenden Saison scheiterte bereits das Experiment der Herren-Bundesliga mit Übertragungen im Internet und einem Magazin im DSF, da es sich nicht finanzieren ließ.
Fast wie ein Hohn musste es auf Heinz Falk wirken, dass sich ausgerechnet der Saarländische Tischtennisbund (STTB) bei der Abstimmung enthalten hatte und mit seinen Stimmen den Antrag hätte kippen können. "Die Stimmung schien ganz klar pro Dreiermannschaften zu sein. Es ging darum, etwas im deutschen Tischtennis zu bewegen, und es wurden kaum Gegenstimmen laut. Als das Ergebnis kam, war der halbe Saal überrascht, wie knapp es war", erklärt STTB-Präsident Rainer Germann, der sich in einer Zwickmühle zwischen dem einzigen saarländischen Erstliga-Verein und der Perspektive des Tischtennis sah. Er hätte den Antrag wegen des TTSV nicht befürwortet, wollte sich aber nicht gegen die Veränderung und den DTTB stellen, zumal die Abstimmung klar entschieden schien. "Im Nachhinein war es aber wohl die falsche Entscheidung, sich zu enthalten, und ich bedaure das, vor allem im Hinblick auf den TTSV Fraulautern."
Falk sieht nun große Probleme auf seinen und andere Vereine zukommen: "Viele Clubs haben bereits jetzt wenige oder gar keine deutschen Spielerinnen mehr im Kader. Wie sollen jetzt noch talentierte Jugendspielerinnen den Sprung in die Bundesliga schaffen? Wir hatten vor, in der kommenden Saison Petrissa Solja fest im Erstliga-Team zu integrieren. Das können wir jetzt vergessen." Außerdem befürchtet er eine Preistreiberei: "Die Vereine können ihren Etat auf drei Spielerinnen verteilen statt auf vier. Außerdem gibt es mehr Spielerinnen auf dem Markt für weniger Plätze. Das ist bedenklich."
Dennoch müsse sich sein Verein nun der neuen Situation stellen. "Wir hätten mit unseren ersten drei aus dieser Saison wohl auch nächste Saison ganz gute Chancen", sagt Falk, aber es gehe ihm um das Gesamtkonzept. "Unsere zweite Mannschaft muss fast schon zwangsläufig aufsteigen. Denn mit der Regionalliga kann man keine Talente wie Petrissa Solja halten."
Zudem sieht er bei zwei Bundesliga-Teams höhere finanzielle und organisatorische Probleme auf seinen Verein zukommen, die "für den Fall der Fälle erst einmal gelöst sein wollen". Zurzeit geht der Verein alle Möglichkeiten und Eventualitäten durch. Und auch wenn der TTSV Fraulautern zurzeit die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte spielt und den Klassenverbleib in der Frauenbundesliga so gut wie sicher hat, steht seine Zukunft auf wackeligen Beinen.
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