
18.12.2007, 22:59
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Weiß jemand was näheres darüber???
Zitat:
artikel aus dem Weser-kurier
TuS Walle meldet heute Insolvenz an
BREMEN. Heute muss Christian Carstens einen schweren Weg antreten. Der Vorsitzende des TuS Walle Bremen hat einen Termin beim Bremer Amtsgericht. Dort wird er die Insolvenz seines Vereins beantragen. Alle Versuche, das angeschlagene Vereinsschiff wieder flott zu bekommen, sind gescheitert. Mit über 720 000 Euro steht der Klub bei den Banken in der Kreide und ist zahlungsunfähig.Wie es mit dem Traditionsverein aus dem Bremer Westen weitergeht, darüber kann nur spekuliert werden. Vom Versuch einer Rettung, einem Neuanfang unter anderem Namen, einen Anschluss oder Zusammenschluss mit einem anderen Verein oder der totalen Liquidierung ist alles möglich. "Wir müssen erst einmal sehen, ob es überhaupt einen Insolvenzverwalter gibt, der die entsprechenden Schritte einleiten kann", bekannte Carstens im voll besetzten Spiegelsaal des "noch" vereinseigenen Sportzentrums am Hohweg bei einer außerordentlichen Versammlung."Ziel muss es allerdings sein, im Stadtteil Walle auch weiterhin ein breites Sportangebot zu schaffen", setzt Günter Schmincke, 2. Vorsitzender des Vereins, auf eine Rettung. Die Vereinsvorsitzenden sind die letzten "Mohikaner" des bisherigen Vorstandes, nachdem die Finanzvorsitzende Karin de Haas und auch die Organisationsvorsitzende Rita Kutter Anfang Dezember zurückgetreten waren. "Wir müssen uns jetzt der Realität stellen", meinte Carstens.Die Gründe für den Niedergang sehen die meisten in den eigentlich goldenen achtziger Jahren. Die Handball-Damen spielten in der Bundesliga und auf internationalem Parkett. Der ehemalige Sponsor Volker Brüggemann versorgte die Abteilung und auch den Verein mit Geld, ein neues, großzügiges Vereinszentrum wurde gebaut, nachdem das alte am Hohweg abgebrannt war. "Doch die Investitionen hängen dem Verein nun seit Jahren wie ein Mühlstein am Hals", beklagt Carstens. Denn die Kalkulation war so aufgebaut, dass die angegliederte Restauration den Großteil der Zinsen aufbringen würde. Aber als das Kapitel Bundesliga im Jahre 1998 nach acht erfolgreichen Jahren zugeschlagen wurde, ging es kontinuierlich bergab. Rauschende Siegesfeiern gab es nicht mehr am Hohweg und eine seit Jahren sinkende Mitgliederzahl (von ehemals 1900 sind es nach zehn Jahren nur noch 1340) setzte eine sich immer schneller drehende Abwärtsspirale in Gang. Zinsdienst, Unterhalt, Energie- und Personalkosten verschlangen stets mehr, als der Verein erwirtschaftete. Im Waller Sportcafe herrscht gähnende Leere. Etliche Finanzspritzen vom Sportamt und der Deputation für Sport halfen nicht.Beide haben jetzt den Geldhahn endgültig zugedreht. "Wir können keine Lex Walle beschließen. Das Sportamt müsste jährlich rund 70 000 Euro zuschießen, um Walle wieder flott zu bekommen. Und das mindestens für die nächsten zehn Jahre. Das geht nicht", betonte Sportamtsleiter Ulrich Mix auf der Versammlung. Er sieht den Weg in die Insolvenz als den einzig möglichen. So argumentierte auch Jürgen Pohlmann, Sprecher der Bremer Sportdeputation. Es seien immer Mittel geflossen, die aber nicht geholfen haben. Jetzt müsse für den Verein ein neuer Weg gesucht werden. Einer, der möglichst Perspektiven gibt.Wie die aussehen, darauf wusste aber auch er keine Antwort. "Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit von Vernetzungen mit anderen Vereinen", schlug Pohlmann vor. "Doch welcher Verein würde uns denn aufnehmen mit einer Millionenschuld im Rücken?", fragte Klaus Peter, Geschäftsführer des Landessportbundes und Mitglied beim TuS Walle, in die Runde. Gespräche habe es zwar mit Bremen 1875 gegeben. "Aber wenn deren Mitglieder nach einem Zusammenschluss befragt würden, steht das Ergebnis doch schon fest", glaubt Peter.Übungsleiter und Sportler des TuS Walle sind in heller Aufregung. Wie geht es weiter in den Gruppen? Was wird mit den Mannschaften? Werden die Übungsleiter-Pauschalen weiter bezahlt? Was ist, wenn Walle das Sportzentrum verliert? Wie kann dann noch Sport betrieben werden?"Wir können heute nur spekulieren, wie es weitergehen wird", meinte Christian Carstens und ließ eine sprach- und perspektivlose Versammlung zurück. Wenn das Amtsgericht über den Insolvenzantrag entschieden hat, weiß man womöglich mehr. Bis dahin, so Carstens Wunsch, soll zunächst im Sportbereich alles so weitergehen wie bisher. Am 13. Januar wird es wohl eine neue außerordentliche Mitgliederversammlung geben, bei der über die Zukunft weiter beraten werden soll. Fröhliche Weihnachten sehen wahrlich anders aus.
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