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Alt 31.12.2007, 15:52
Cheftrainer Cheftrainer ist offline
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AW: Spielstärke des Trainers

Zitat:
Zitat von Trabbo Beitrag anzeigen
Ich denke ,dass ein schlechter Spieler kein guter Trainer sein kann ...ein guter Spieler jedoch nicht zwangsläufig ein guter Trainer ist.

Alles natürlich relativ zum Niveau
Bei deinen umfangreichen Erfahrungen mit Trainern unterschiedlicher Spielstärke kann man ja wenig entgegensetzen. Wie viele gute und schlechte Trainer haben sich denn bereits mit Dir beschäftigt? Und was ist dabei rausgekommen?

Auf jeden Fall wäre es mal sinnvoll wenn Du Dragonspins Frage beantwortest. Was macht für dich nen guten Trainer aus? Also quasi ein Anforderungsprofil.

Es gibt einen Trainer (Bezirksklassenniveau), dessen Schüler es zum Europameister geschafft hat. Ein anderer Trainerkollege von mir spielt Kreisliga und trainiert eine Bundesligamannschaft.

Oder werfen wir mal einen Blick auf die C-Lizenz Ausbildung in Hessen:

Hier muss der Trainer nachweisen, dass er jede Technik korrekt vormachen kann (für Rechts- und Linkshänder) und kindgerecht erklären kann. Des Weiteren muss er gängige Spielzüge beim Balleimertraining einspielen können. Bei der Prüfung muss er noch einen Trainingsplan erstellen und umsetzen (und wenn er die Prüfung bestehen will sollte er zwar Balleimertraining machen, aber nicht mit seinen "Schützlingen" mitspielen).

Gehen wir mal zur B-Lizenz (die kleine Auswahl ist nicht vollständig!):

Hier muss der Trainer u.a. zusätzlich das Balleimertraining quasi in Perfektion beherrschen (alle wettkampfnahen Spielsituationen auf hohem Niveau einspielen können). Er muss Fähigkeiten zur Spielanalyse beweisen und einen individuellen Trainingsplan für einen einzelnen Spieler (Landeskaderniveau) erstellen können. Das ist noch lange nicht alles. Was er aber nicht können muss ist selbst gut spielen.

Es scheint für mich also nur zwei mögliche Erklärungen zu geben:

1. Du hast Recht und Hessen macht bei der Trainerausbildung und Prüfung etwas grundlegend falsch da die Spielstärke nicht die geringste Rolle spielt.

2. Du hast Unrecht und die Prüfer checken die benötigten Fähigkeiten einigermassen sinnvoll.

Wenn Spielstärke also irgendwie relevant wäre, dann wäre es zumindest ein leichtes dies zu testen. Man könnte ab einer gewissen Ebene einfach eine Mindestspielklasse fordern. Oder eine Eingangsprüfung mit einer Eigenrealisation durchführen.

Selbst bei der A-Lizenz Ausbildung wird bei der Eingangsprüfung übrigens in der Praxis nur geprüft wie gut die Fertigkeiten am Balleimer sind. Zu keinem Zeitpunkt interessiert man sich dafür ob der angehende A-Lizenz Trainer Bezirksklassen- oder Regionalliganiveau hat. Der restliche Prüfungsteil ist theoretisch.

As Erfahrung kann ich noch sagen, dass ein guter Spieler bei der C-Lizenz Ausbildung einen gewissen Vorteil hat. Aber je höher die Lizenzstufe umso mehr verschwinden die Vorteile und es zählen immer mehr die individuellen Fähigkeiten die man in seiner Trainerlaufbahn entwickeln konnte.

Es ist nunmal Fakt, dass ab einer gewissen Ebene kein Trainer mehr mit seinen Schützlingen "mitspielt". Sowas erlebt man niemals in einem Landeskader oder gar im Bundeskader. Und dort sind sicher genug Trainer die die besten Kids im Schüleralter auch noch klar bezwingen würden. Aber da diese Trainer eben im Durchschnitt zu den besseren gehören, werden die nur Balleimertraining durchführen aber nicht sich mal hinstellen um mit den Kids selbst zu spielen.

Geändert von Cheftrainer (31.12.2007 um 15:55 Uhr)
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