Hallo Erich!
Ich glaube, ich hätte, wäre ich in Düsseldorf beim Skandalspiel gewesen, beim Erblicken von Dieter Schwind und seinen wackeren Mitstreitern auch erst einmal herzhaft gelacht. Dann hätte ich mich aber wahrscheinlich ganz schön geärgert, weil ich ja eigentlich Hunderte von Kilometern gefahren wäre, um ein Spitzen-Tischtennisspiel zu sehen.
Du hast zwar Recht, dass man nicht immer zur Tagesordnung übergehen kann (hier: Der Fall des tatsächlichen oder vermeintlichen ständigen Fehlverhaltens von Düsseldorf und den Nachbarort-Schiedsrichtern), aber diese Aktion traf auf jeden Fall die Falschen:
1. Die Spieler Düsseldorfs, die beim zur Begründung herangezogenen Spiel gar nicht dabei waren (u.a. Boll)
2. Die Spieler Würzburgs, die möglicherweise hätten spielen wollen, aber zum Nicht-Antreten gezwungen worden sind (hier wäre rechtlich zu klären: Stichworte 'Nötigung' und 'Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses - Arbeitgeber/Arbeitnehmer')
3. Die Zuschauer
Wenn man schon die Düsseldorfer Vereinsführung hätte brüskieren wollen (ohne Strafe zahlen zu müssen), hätte man es dieser mitteilen müssen. In etwa so: "Wir treten regelkonform an, aber ohne die etatmäßigen Spieler."
Dann hätten die Düsseldorfer zumindest den Zuschauern ankündigen können: "Würzburg ist noch immer stocksauer und kommt daher ohne 1-4, ferner ohne Frank Müller, dafür aber mit einem Hobby-Kabarettisten und einem erfahrenen Pädagogen!"
Ich finde es anmaßend, dass man im Zusammenhang mit den Spielern Münzhuber und Schwind von 'Kaspern' redet (vgl.
http://forum.tt-news.de/showthread.php?t=51746). Dieter Schwind, den sie 'Happy' nennen, reißt sich zwar nicht seit Jahrzehnten den Arsch für Unterfranken und seine Sportart auf, er ist auch nachgewiesenermaßen nicht am ersten Bundesliga-Aufstieg der ehemaligen Kickers beteiligt gewesen, aber er war zu dieser Zeit in Würzburger Kreisen, ich will nicht sagen 'eine Größe', aber doch sicherlich kein gänzlich Unbekannter. Und sportlich untadelig! Auch ich durfte mich einst sportlich mit ihm messen, und als sich seine Niederlage abzeichnete, beschimpfte er nicht etwa mich, sondern nannte sich selbst einen Ochsenfrosch. Das macht auch nicht jeder. Geschweige denn, dass er nach jedem Punkt (wie oftmals Herr Süß) seine Faust ballt und hochreckt und mit einem Blick seinen Gegner anschaut, dass man denkt, er sei aus dem Tollhaus entsprungen.
Es gebietet außerdem die Fairness, anzumerken, dass die Ergebnisse zu hoch ausgefallen sind. Die Düsseldorfer Spieler waren im Gegensatz zu ihren Kontrahenten aufgrund der von ihnen bereits gespielten Doppel schon auf Betriebstemperatur, während den Würzburgern gerade mal 2 Minuten Einspielzeit zur Verfügung standen. Ferner müssen die Hände Dieter Schwinds noch gezittert haben (Originalton Boll). Kein Wunder, er wird die ganze Nacht vorher Taxi gefahren sein. Immerhin muss er neben dem Bundesliga-Tischtennis sein Brot verdienen. Dazu kam, dass er seine Stärke (das Linkshändertum) nicht ausspielen konnte, da Timo Boll fatalerweise auch Linkshänder ist.
Liebe Düsseldorfer: Aufgemerkt! Die Würzburger haben sich dieses Mal nicht beim Schiedsrichter beschwert, obwohl Herrn Schwind 4-5 Aufschläge weggezählt wurden!
Was nehmen wir also mit? Die Würzburger sind durchaus lernfähig!
Das hilft vielleicht bei der eigentlichen Frage - oder auch nicht:
"Wen straft man, wenn man nicht zum anstehenden kostenlosen europäischen Spitzenspiel der Würzburger gegen die österreichischen China-Koreaner geht oder wenn man ununterbrochen buht?"