Zitat:
Früher war ja generell alles besser...
|
Stiga-Hölzer auf alle Fälle.
Und in der Literatur, den schönen Künsten...
?
Wie viele deutschsprachige Autoren aus irgendeiner Nachkriegsgeneration gibt es, die es mit der Bedeutung eines Döblin, Mann, Werfel, Kafka, Jahnn, Hesse oder Brecht aufnehmen können? Mit einem Schnitzler oder Hofmannsthal - einem Joseph Roth, Musil oder Canetti? - Einem Goethe oder Kleist...
Können wir gerne auch auf andere Länder und Sprachen ausdehnen: wer reicht einem Fitzgerald, Faulkner, Hemingway, Wolfe, Dos Passos, Graham Greene, Joyce, Dickens...oder Shakespeare das Wasser?
Wer einem Dostojewski, Gogol oder Tolstoi? - Einem Tschechow oder Saltykow? - Einem Lem, Pilnjak, oder Paustowkij?
Wer bietet Gide, Proust, Balzac Paroli? Wer Pasolini, Pavese...Dante? Wer schlägt Hamsun?
Von den Lyrikern ganz zu schweigen: Hölderlin oder Novalis...Trakl oder Stadler....Baudelaire oder Rimbaud...Puschkin oder Lermontow...
Welches Erbe haben Expressionismus, Dadaismus und Surrealismus hinterlassen? - Bauhaus und Neue Sachlichkeit...
Und was ist mit Verdi und Puccini...mit Vivaldi? Mit Bach und Wagner? - Mit Mozart...Beethoven...
Mit Fritz Lang, mit Luis Bunuel? - Mit Renoir, von Stroheim, Eisenstein, Welles, Kurosawa...dem italienischen Neorealismus...der französischen Nouvelle Vogue...dem amerikanischen Film Noir...
...ich hör jetzt auf - bevor ich mich in Rage rede.
Buona notte ragazzi
_______________________________________________________
Lebens - Hymnus
Wir beten mit herrlich gesammelter Kraft,
Daß die Saite in uns nicht hinabschnurrt und schlafft,
Daß die Flammen sich heißer und weißer entfachen,
Daß wir fallen aus Wachen in tiefres Erwachen,
Daß die Augen der Wesen uns ewig aufrühren,
Daß wir heimlichste Welten im Nacken spüren,
Und zittern in immer feineren Ästen
Von fremden Freuden und fremden Gebresten
Daß wir auf tausend wachsenden Wegen
Wanken vor wilden Erkenntnis-Schlägen,
Daß neue Organe, Poren und Scharten
Sich öffnen den schäumenden Gegenwarten,
Daß wir, und wären wir nichts als Wunde,
Durchsiebt sind von allen Salven der Stunde,
Und uns der Geist-Herr in den Winkel knallt,
Zerknüllt wie ein altes Papier,
Wenn wir undurchsichtig stolzieren, stier,
Gehalten und kalt!!
Franz Werfel (´BESCHWÖRUNGEN´ , 1923)
´