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Zitat von werwilldatwisse
799 normal ist ziemlich hart, recht schnitt- und Störeffektlos, aber kontrolliert. Die 799 Mystery hat einen weichen Schwamm, mit SOFTER Spielweise ein sehr angenehm (NI-mäßig) zu spielender Kurznoppenbelag mit doch ziemlich hohen Schnittmöglichkeiten und Störeffekt. Nur in 1,8mm und recht flott. Sie ist aber kein klassischer Block- Schuss- und Konterbelag, der Katapult und Absprungwinkel bei geblockten Bällen oder Konter auf Topspin ist schon ziemlich hoch.
Ich habe heute nochmal direkt verglichen zwischen Mystery-Schwamm und selbstgeklebten 1,5mm Japanschwamm. Der Störeffekt ist beim dem härteren Schwamm (40°) niedriger, aber die wesentlich direktere und härtere Spielweise ist um Längen besser als bei der Mystery. Blocks kommen einer nach dem anderen (einfaches Hinhalten!), wenn man gut anvisieren kann kommen Superschüsse auf alle Bälle (kein Vergleich zu der sehr empfindlichen Mystery!), mit Flips/NoppenTops/hochgerissenen Konterbällen lässt sich jederzeit das Spiel öffnen. Das Tempo kann bei Blockbällen auch auf harte Bälle sehr stark reduziert werden, so dass der Ball zweimal auf Gegners Platte springt  , oder es kann mit einer wunderbaren Sicherheit gegengeballert werden! Ich weiss nicht, warum es diese Kombi nicht fertig zu kaufen gibt!
Gruß,
Mike
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Hallo Mike,
wie Du weisst

, habe ich die Eigenbau-Variante jetzt auch. (799 Obergummi mit 40° Japan bzw. Taiwan Schwamm).
Ich konnte bisher zweimal mit dem Belag trainieren und hier sind meine Eindrücke:
(Alle Aussagen gelten ausdrücklich NICHT für den 799 mit Chinaschwamm. Der spielt sich absolut tot und ist sehr harmlos).
Einleitung:
Ich spiele in der Kreisklasse A (drunter gibt´s bei uns im RTTV noch drei Klassen, drüber ein paar mehr

), zur Zeit im mittleren Paarkreuz. Hinrunde Oben lief extrem %§/"$lkj!, in der Mitte ist meine Bilanz zur Zeit 6:0. Ich bin zum Ende der Rückrunde auf KN auf der Rückhand gewechselt und bin damit sehr zufrieden.
Material:
Holz: Gewo Classic Allround
VH: Tackiness D 1,3
RH: Friendship 799 (zunächst Mystery 1,8mm , jetzt 40° Japan bzw. Taiwan-Schwamm in 1,5 mm).
Spielweise: VH/RH Block/Konter/Schuss ist meine Strategie. Am liebsten lasse ich die Gegner kommen und dann ins offene Messer laufen. Wenn´s sein muss, wird etwas mitgeschupft, bis sich eine Gelegenheit bietet. Spieleröffnung über die RH per Flip oder Noppentop, alternativ mit einem langsamen, spinnigen Topspin mit der VH. Wenn´s irgend geht, wird über VH geschossen oder über RH aggressiv geblockt oder geschossen.
Der 1,3 Tackiness auf der VH erscheint vielleicht unorthodox, ist aber m.E. für die genannte Spielweise ideal. Optimale Kontrolle (auch übers Holz), sehr schöner langsamer Topspin. Ich spiele lieber Winkel und gut plaziert als mit Brutalo-Tempo und bei der sehr guten Kontrolle kann man selbst Tempo über das Handgelenk oder den Arm dazugeben. Und Topspin ist wie gesagt auch möglich.
Zum Friendshíp 799 Mystery bzw. 799 Eigenbau (im weiteren: "40°").
-Aufschlag: Ganz starke Waffe ist ein Kickaufschlag mit der Rückhand:
Ich werfe den Ball hoch und treffe ihn mit einem praktisch senkrecht stehenden Schlägerblatt. Der Ball kommt flach und sehr schnell. Häufig ist es der direkte Punkt, sonst bin ich direkt im schnellen Spiel und entscheide häufig mit dem nächsten Schlag den Ballwechsel, vor allem wenn ich den Rückschlag in die RH bekomme. Nur ganz wenige bekommen diesen Aufschlag mit US zurück.
Unterschnitt- und Seitenschnittaufschläge sind nicht so schnittig wie Noppen innen, werden aber doch häufiger vom Gegner unterschätzt und bilden eine schöne Variante zum Schnittaufschlag mit der VH.
-Rückschlag: gelingt sehr sicher. Ich versuche den Rückschlag mit der RH möglichst immer offensiv zu spielen. Unterschnittaufschläge werden möglichst schnittreich und gut plaziert zurückgeschupft, oder, falls sie kurz sind, mit Noppentop eröffnet. Seiten- und Oberschnittaufschläge werden gleich agressiv geblockt oder gekontert.
Mit NI hatte ich füher gegen Aufschläger mit schnellen Seit-/Unterschnittaufschlägen (Klassiker des Topspinspielers) große Schwierigkeiten. Jetzt kann ich dagegen aggressiv eröffnen.
- Unterschnitt: Für eine KN erlaubt der 799 erstaunlich viel US. Der Mystery ist dabei etwas "giftiger" als der 40°, dafür ist der 40° direkter und dadurch kontrollierter. Beim Mystery geht mir der Ball manchmal tatsächlich einen Meter über den Tisch und ich kann noch nicht mal sagen, woran´s lag. Beim 40° mach ich zwar auch Fehler, kann aber dann sagen, was der Grund war.
Die Gegner sind m.E. beim Mystery etwas empfindlicher (höherer Störeffekt), aber der Kontrollgewinn beim 40° macht dies für mich mehr als wett.
- Kurz/Kurz: Hier ist der 40° noch etwas genauer. Es lassen sich sehr schön Kurz/Kurzduelle am Netz oder Stoppbälle gegen Abwehrer spielen.
- Block/Konter: Bei beiden Varianten ist Block/Konter sehr gut möglich. Hier hat wieder der 40° die Nase vorn. Er ist kontrollierter und direkter. Der Mystery verhält sich auch hier manchmal sehr erratisch, was der 40° nicht tut. Die Bälle kommen sehr flach und springen vom Tisch kaum noch ab, was es Topspinspielen ziemlich schwer macht. Winkel lassen sich sehr gut spielen. Die Platzierung ist ausgezeichnet. Bälle, die etwas höher kommen, lassen sich sehr schön "reindrücken" und kommen praktisch gar nicht mehr hoch.
Unterschnittblock ist auch möglich, ist aber nicht meine stärke. Will ich aber demnächst mehr trainieren.
- Schuss: Hier hat der 40° ein ganz großes Plus gegenüber dem Mystery. Beim Mystery ist schiessen fast nur auf relativ hohe, stehende Bälle möglich.
Da allerdings sicher.
Bei schnelleren oder flachen Bällen habe ich hingegen kaum einen Schuss hingekriegt.
Beim 40° ist schiessen viel einfacher. Gegen Unterschnitt habe ich vor allem mit diagonalen Schüssen eine hohe Trefferquote, weil hier der Weg des Balles länger ist. Der Schuss ist dabei kein ganz gerader Schlag, sonder zeigt ganz leichte Ansätze eines Schlagspins, d.h. ich gehe auch minimal über den Ball.
Beliebte Variante: Kurzer US-Aufschlag diagonal mit der VH. Kommt der Ball kurz auf die RH zurück: Druff!
Fazit: Der Mystery ist schon eine super KN. Der Eigenbau mit 40° Taiwan-Schwamm ist ihm aber nochmal deutlich voraus. Der Mystery produziert im schnelleren Spiel manchmal nicht nachvollziehbare Fehler. Der 40° spielt sich kontrolliert, direkt und schnell.
Übrigens: Ich habe eigentlich selber das Gefühl, dass der Mystery mehr Störeffekt hat. Einer meiner Trainingspartner, der selbst KN auf der RH spielt, wollte dies allerdings nicht bestätigen. Er meinte sogar, er hätte mit dem 40° mehr Schwierigkeiten gehabt. (Ich habe nacheinander mit beiden Belägen gegen ihn gespielt.)
Langer Rede kurzer Sinn: Ich werde beim Eigenbau bleiben.
Ts, Ts, schon wieder ein Roman

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Ich hoffe mein Sermon war hilfreich.
Viele Grüße Claus