Zitat:
Zitat von Schnitt-Spieler
was soll ich da noch machen?
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Ich denke, dass du einfach an deinem Trainerauftreten noch etwas arbeiten musst. Du bist 19, also doch recht jung. Das hat Vorteile, dass du eben sehr gut in deine Spielerinnen hiein fühlen kannst, aber eben auch Nachteile.
Das klingt jetzt sehr hart, aber deine Spielerinnen nehmen dich einfach nicht ernst. Sie tanzen dir förmlich auf der Nase herum. Das heißt, dass Problem, das in dieser Gruppe aktuell herrscht ist, dass sie einen Trainer hat, der sich zu sehr beeinflussen lässt.
Es kann sein, dass daran diese trainingsgruppe drauf geht. Aber wichtig wird sein, dass du als Trainer lernst, dich durchzusetzen, egal ob gegen die Mutter oder die Spielerinnen selbst. Wie dies funktioniert versuche ich aktuell in einem Projekt zusammen zu fassen, muss aber sagen, dass da sicherlich 120 Seiten zusammen kommen.
Ich würde an deiner Stelle auf Alles oder Nichts setzen. Bereite eine Art Präsentation vor, wenn möglich mit Medieneinsatz und mache den Mädels mal ruhig aber ganz konsequent klar, dass du mit ihrem Verhalten nicht zufrieden ist. Mache ebenfalls klar, dass du so nicht mehr für sie da sein wirst. Ich habe mal etwas ähnliches gemacht und die Türe der Halle fotografiert und per Beamer an eine Leinwand geschmissen. Die Kinder kamen in die Halle und sahen dieses Photo. "Was ist denn das hier für eine Scheiße? blablabla" Das war typisch für diese Trainingsgruppe. Als ich dann mit der Präsentation begonnen habe war Ruhe und sicherlich viel Einsicht dabei.
Der Einstieg war: " Ok Leute schaut euch mal dieses Photo an und prägt es euch gut ein. Dieses Photo zeigt nämlich eine Türe. Das ist die türe unserer Sporthalle. Und wenn ihr euch das was ich euch heute sagen werde nicht zu Herzen nehmt werde ich durch diese Türe gehen. Und nie wieder hier rein kommen." Bei diesem "nie wieder hineinkommen" gingen die Mundwinkel bei allen Spielern richtig runter, weil sie wussten, was das bedeuten würde.
Danach begann ich mit einer 1 Stündigen Auflistung, was mich genervt hat und was ich erwarte. Die dauer ist zu lange, dass sich Jugendliche Einzelheiten merken können, aber sie werden auf jeden Fall merken, dass du grundlegend anders mit ihnen arbeiten möchtest. Sage es ihnen auch am Ende, dass du hoffst es wird funktionieren. Weil du sie gerne hast und dir dasTraining geben Spaß macht und du gerne wieder zu dieser Türe hinein kommen würdest.
Danach heißt es, deine Linie konsequenter zu fahren als bisher. Werde dir klar, was du von deinen Spielerinnen erwartest und erkläre es Ihnen. Eine gute trainingsgruppe wird mitziehen. Bei den anderen kann man froh sein, mit Ihnen nichts mehr zu tun haben.
hinzugefügt:
Wichtig ist es danach sich auf keinerlei Diskussionen einzulassen. Du interessierst dich eine Woche lang kein Stück für ihre Meinung zu der Präsentation, sondern verweist auf die letzten 10 Minuten des nächsten training, während denen du gerne bereit sein wirst, darüber zu reden. Selbst wenn Eltern kommen, lade diese auch zu dieser Besprechung ein, aber antworte immer so, dass es nichts aussagt. Du hast da auch wenig Zeit, aufgrund von Schule oder Ausbildung. Wenn sie Einsicht zeigen, sage dass dich das freut.
Nach einer Woche hat sich jeder der Beteiligten genügend Gedanken gemacht. So vermeidest du Missverständnisse.