Zitat:
Zitat von Janus
Danke für die vielen Antworten zu dem Thema...
Kurz zum Thema der Gehaltshöhe:
Alle wirtschaftlichen Abläufe richten sich nach Angebot & Nachfrage. Solange es in diesem Zusammenhang Unternehmen gibt, die bereit sind Millionen für Manager zu zahlen, wird sich daran auch nichts ändern. Dasselbe gilt für deutsche Fußballklubs, die pubertären Jugendlichen Millionen zahlen.
Mit einer Begrenzung dieser Gehälter erreichen wir doch nur eine Abwanderung von Spitzenkräften in Länder, die solche Regelungen nicht vorsehen, und ist aus diesen Gründen keine Option.
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Na, da bin ich mir aber nicht sicher, ob das so stimmt...
Nehmen wir mal Mehdorn, den Chef der Bahn.
Er und seine Kollegen im Vorstand genehmigen sich ihre Saläre selbst!
Sie rechnen vor, wie hoch die Rendite(n) im letzten Jahr war und genehmigen sich dann einen ihnen selbst angemessen erscheinenden Anteil vom "Schluck aus der Pulle" (Schröder).
Dass dieser eigene Anteil (im Gegensatz dazu der Anteil der anderen abhängig Beschäftigten, der demzufolge naturgemäß immer besonders klein gehalten werden muss, siehe Tarifverhandlungen) ihnen selbst natürlich immer etwas(?) höher vorkommt, als er tatsächlich ist, könnte nur der Aufsichtsrat monieren bzw. verhindern.
Aber in diesen Aufsichtsräten sitzen umgangssprachlich formuliert nur "Kumpels".
(Genehmigst du mir das, genehmige ich dir woanders das, beziehungsweise kriege ich diese Stelle, bekommst du woanders später 2 oder 3 entsprechende dafür usw., ich glaube darüber gab´s mal ein Buch mit dem Titel "Deutschland-AG")
Das ganze wurde auch schon x-mal als
Selbstbedienungsmentalität bezeichnet und ist alles andere als die Folge von marktwirtschaftlichem Handel mit Angebot und Nachfrage.
Man könnte es viel eher als bestimmte Form der Inzucht bzw. des marktwirtschaftlichen Inzests bezeichnen, mit den gleichen Folgen wie in der Biologie (Schwachsinn, Verkümmerung, Verblödung, Degenerierung etc., wobei als die Leidtragenden im wirtschaftlichen Bereich wohl eher die Allgemeinheit anzusehen ist, auf deren Kosten sich die Berater und Manager gesundstoßen).
Nicht umsonst haben Steinbrück und Merkel diese Tendenzen als ernstzunehmende Gefahr für die Marktwirtschaft bezeichnet, das war nicht nur blabla...
Mit den großen Milliarden-Verlusten vieler Banken verhält es sich ähnlich.
Weil die Vorstände mit ihren mickrigen Gehältern wohl nicht ganz zufrieden und auf üppige Bonis scheinbar angewiesen sind, die sie aber nur bekommen, wenn die Renditen üppig sind, gehen sie riskante Geschäfte ein, vor denen jeder kleine Sparkassen-Angestellter sofort warnen würde. Auch ist ihr Risiko relativ gering (im Verhältnis zum eingesetzten Kapital) - es ist nicht ihr eigenes Geld, welches sie verzocken und für die zu hohen Verluste springt ja dann die Allgemeinheit ein...
Über Zumwinkel braucht man nichts schreiben, das ganze spricht ja genügend für sich selbst. Zum leisen Schmunzeln animiert nur die 6mal im Jahr erscheinende Mitarbeiter-Postille, die genau 1 Tag vor seiner Verhaftung herauskam und die nicht mehr gestoppt werden konnte.
In ihr ermahnt er alle seine Mitarbeiter zum ethischen Handeln und vor allerm seine leitenden Manager zum leuchtenden Vorbild in allen Bereichen...

(passt scho, oder?)