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AW: Zwischen Lichtensteiner Stiftungen und machiavellistische Macht... Deutschlands Bosse
Ich habe die ganzen Schmonzetten hier nicht zur Gänze gelesen, nehme daher weitestgehend "unberührt" Stellung:
Steuerhinterziehung ist für'n Arsch!
Wenn ich 20 Mio. USD oder Euronen verdiene, dann zahle ich gerne die Hälfte davon an Steuern - Punkt.
Die Honorierungspolitik verschiedenster Unternehmen sei hiervon weitestgehend unberührt. Wenn jemand durch die richtige Vorgehensweise dafür sorgt, dass ein Unternehmen Riesengewinne einfährt und Tausende von Menschen in Brot und Lohn hält, dann ist das ein Verdienst, der (meistens durch entsprechende Verträge) zurecht hoch entlohnt wird.
Beispiel:
- Schlechter Manager erwirtschaftet 100 Mio. Euro Miese pro Jahr
- Argumentation: "Die Konjunktur, die Politik, die Marktsituation..."
- Guter Manager erwirtschaftet 100 Mio. Gewinn pro Jahr trotz schlechter Konjunktur, Politik, Marktsituation...
Warum sollte der "gute Manager" nicht 10 Milliönchen vom Happen abbekommen...? Wenn er die Verträge gut ausgestaltet hat, bekommt er die auch. Warum? Weil da in den Verträgen sowas steht, wie "Wenn er 100 Mio. Miese erwirtschaftet, bekommt er 100.000 Grundgehalt, wenn er 100 Mio. Gewinn erwirtschaftet, kriegt er 10 Prozent davon ab."
Was ist jetzt besser...?!? Also für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und für den Manager...?
Ich weiß übrigens aus eigener Erfahrung, wie sowas gehandhabt wird. Ich habe einem schlecht laufenden Unternehmen vor etwa 20 Jahren einen Vertrag unter die Nase gehalten, bei dem ich mehr verdient habe als die drei Hauptgesellschafter. Das hielt der Buchhalter für vermessen. Dann kam es zum Gespräch mit den Vieren...ich sprach davon, dass ich für (damals) jede Mark, die ich bekomme, zehn für das Unternehmen erarbeite. Der Buchhalter war dagegen, die Gesellschafter sprachen mir ihr Vertrauen aus. Und hinterher war keiner sauer, dass ich mehr als die drei Gesellschafter verdiente - weil der Laden lief und über 300 Mitarbeiter über viele Jahre gut bezahlt werden konnten.
Wohlgemerkt: Ich habe immer fein meine Steuern bezahlt und darauf geachtet, dem Gesamtwohl dienlich zu sein. Der Vertrag war in dem Fall eher eine überzogene Vorstellung von mir, der bei Zustandekommen meine Arbeit jedoch angemessen entlohnen sollte. Das hat dann - ohne Einschränkung - funktioniert. Da wurde nichtmal dran rumjustiert!
Nochmal: Warum? Wenn ich einem von Euch fundiert und nachvollziehbar sowie ohne jegliches Risiko garantiere, 10 Euro aus jedem Euro zu machen, den Ihr mir gebt, dann müsstet Ihr 'nen Nagel im Kopp haben, wenn Ihr mir nicht im Nachhinein für die tatsächliche Realisierung derartiger Traumzustände den einen Euro abgebt. So einfach ist das mit den Managergehältern!
Dass diese Gehälter im Gegensatz zu den Lohn- und Gehaltszahlungen der "Arbeiter" in krassem Missverhältnis stehen, mag auf den ersten Blick so erscheinen. Dass die Löhne der Arbeiter jedoch ohne den "guten Manager" nicht erzielbar wären, sondern in den meisten Fällen sogar eher zur Freisetzung der betreffenden Arbeiter führen würden, mag niemand gern hören.
Die Kernfrage lautet also eher: Was ist wem was wert?
Gutes Gelingen bei der Beantwortung...
Olaf
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.
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