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Zitat von Cheftrainer
Thema Technik:
Ich kenne niemanden (der bei sinnvollen Trainern trainiert) der Konsequent versucht die Technik von Boll oder Ovtcharov zu kopieren. Sowas wäre auch unsinnig. Insofern trifft Deine "Beobachtung" wohl nur auf Spieler zu, die halt Trainer mit begrenzter Kompetenz haben.
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Ich beziehe mich da speziell auf Spieler in Vereinen die in keiner höheren Klasse spielen und damit natürlich in der Regel auch nur Trainer mit begrenzter Kompetenz und sehr begrenzter Zeit für den einzelnen Spieler haben. Diese Situation trifft eben auf die Mehrzahl der Vereine zu.
Die Nachfragen nach Trainingsvideos von Weltklassespielern resultiert im Wunsch dessen Technik zu erlernen. Mir gehts aber hierbei aber mehr um solche Punkte wie hier im Thread. Es macht keinen Sinn wenn der Kreisklassentrainer mit dem Kreisklassenspieler 10 min pro Woche einen frühen Balltreffpunkt trainieren will.
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Zitat von Cheftrainer
Thema Taktik:
Wenn Du mit Taktik sowas wie Risikobereitschaft meinst, dann ist das absolut notwendig. Jemand der zu Beginn zu viel geschupft hat und lieber auf Sicherheit spielt wird das auch später in kritischen Situationen machen. Eben genau dann wenn der aktivere Spieler gewinnt. Insofern wäre diese "Grundlage" sehr leistungssportfeindlich. Klar feiert man als Trainer wenn sein Schützling bei 11:10 im 5. einen Punkt macht weil der Gegner beim Angriff einen Fehler macht. Man sollte aber immer auch "kommunizieren", dass eine aktive Gestaltung des Spiels das Ziel ist!.
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Auch in den unteren Klassen wissen die Jungendbetreuer (das trifft es oftmals besser als das Wort Trainer), dass es auf längere Sicht wenig Sinn macht einen Spieler der Resultate wegen aufs Schupfen zu reduzieren. Ich meinte damit mehr Spieler die sich mehr den Augenmerk auf Schönspielen als auf erfolgreich Spielen legen. Ein Punkt den man häufig sieht ist, dass sich die Spieler weiter vom Tisch entfernen. Halbdistanz sieht auch in der Jungenkreisklasse besser aus, als wenn man am Tisch bleibt, aber die Mehrzahl der Spieler wird damit nicht erfolgreich sein.
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Zitat von Cheftrainer
Thema Material:
Es gibt da sehr verbreitete Theorieen. Viele Trainer kleben den Spielern im Schüleralter erstmal dünne Beläge auf die Hölzer. Sowas ist meiner Ansicht nach nur bei absoluten Anfängern noch sinnvoll. Anfangs machen die jüngeren Nachwuchsspieler (gewollt) zu lange Bewegungen um überhaupt Wirkung in die Bälle zu bekommen. Die Bewegungen müssen sich aber konsequent verfeinern und vor allem verkürzen. Wenn ein Schüler nun mit 1,7mm allround spielt weil sein Trainer meint, dass er später noch genug aufrüsten kann, dann behindert das das notwendige Verkürzen der Bewegung.
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Sobald der Spieler ein gewisses Niveau erreicht kann er auf schnellere Beläge wechseln. Ein Spieler der Potantial nach oben hat, wird dieses Niveau sehr schnell erreichen und wird damit nicht behindert. Ein Spieler der den Ball mit dem Belag kaum mehr kontrollieren kann, der wird damit keine Verkürzten Bewegungen sinnvoll erlernen.
Summa summarum: Material, Technik und Taktik müssen zur Spielstärke passen. Es gibt keine allgemeingültige Lösung die für alle Leistungsklassen passt. Wenn ich eine Lehrmeinung mit Blickpunkt Leistungssport habe, dann kann ich diese nicht auf wesentlich schwächere Leistungsklassen anwenden.