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Alt 28.09.2002, 18:33
Störball Störball ist offline
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Tischtennissport auf Talfahrt

Ähnlich dem Deutschen Aktien-Index DAX kennt auch die Popularität des Deutschen Tischtennis-Sports bei Investoren und breitem Publikum seit nunmehr über zwei Jahren nur noch eine Richtung - südwärts!
In ihrer August-Ausgabe gesteht selbst der "dts" auf Seite 24 (bezeichnenderweise kleingedruckt) : "Erstmals seit vielen Jahren registriert die Bundesliga mehr prominente Abgänge als Neuverpflichtungen". - Was letztlich im Klartext nichts Anderes heißt, als dass sowohl Niveau der Spiele als auch Interesse der Sponsoren und Zuschauer merklich nachlassen.
Vereinzelte löbliche Ausnahmen (z.B. TTG Müller Munscheid, TV Busenbach) bestätigen nur noch diesen allgemeinen Negativtrend.
Längst vorbei sind die Zeiten, als die DBL noch ein Tummelplatz für Weltstars aus Europa und vor allem aus dem "Reich des ewigen Lächelns" war. Gerade aus China kommen bestenfalls noch dort bereits "ausgemusterte" Ballartisten aus der zweiten und dritten Reihe zu uns ins Land der einst gepriesenen "Stärksten Liga der Welt". Gleichwohl fungieren oder mutieren dann hier diese "namenlosen Ausrangierten" oftmals dennoch zum Stärksten ihrer jeweiligen Mannschaft, wie die Nummern Eins der Herren in Munscheid oder Karlsruhe bzw. die chines. Neuzugänge der Damen in Driburg oder Busenbach eindrucksvoll offenbaren. Spätere "Eindeutschungen" Derselben gelten inzwischen als obligatorisch und sind meist nur noch eine Zeitfrage.
Außer Timo Boll sind bei den Herren der BL Superstars Fehlanzeige. Das dies freilich nicht zum Schaden der nachrückenden "naturdeutschen" Spieler wie Bastian Steger, Nico Stehle, Stefan Feth oder Christian Süß bei den Herren sowie Zwillinge Weikert, Kristin Silbereisen, Irene Ivancan oder Marie Ollmer bei den Damen ist, sei unbestritten. Dem wachsenden Desinteresse der Zuschauer und vor allem Sponsoren an unserem Sport scheint aber auch dieser "positive Nebeneffekt" keinen Einhalt gebieten zu können.
Schon gehen in der Damen-Bundesliga erstmals vier Mannschaften ohne Ersatzspielerin an den Start und erstmals wurde die Sollstärke von zehn Teams nicht erreicht.
Bei den Herren wurde die Sollstärke zwar letztlich "erzwungen", ob sie aber bis Ende der Spielsaison zu halten ist, bleibt angesichts der "äußerst angespannten Finanzlage" einiger Clubs mehr als fraglich.
Dabei ist es nur ein schwacher Trost, daß andere Nebensportarten von ähnlichen Problemen geplagt sind.
Noch keimt freilich bei Tischtennis-Enthusiasten zaghafte Zukunftshoffnung in Anbetracht der hervorragenden Leistungen unseres Nachwuchses bei der jüngsten EM in Moskau. Dort wurden bisher nie dagewesene Erfolge erzielt und Stärke nachgewiesen. Wie "relativ" jedoch diese "Stärke" ist, mußte unser mit Riesen-Abstand bester Schüler-Nachwuchs Dimitrij Ovtcharow und auch Schülerin Fulja Özler erst kürzlich im "Reich der Mitte" schmerzlich erfahren. Gegen einheimische Jahrgangsjüngere waren Beide dort jeweils völlig überfordert und mußten ihren Gegenübern zum Sieg gratulieren.
Das dieser Trend sich in Zukunft eher noch verstärkt, müssen inzwischen sogar die letzten Euphoriker eingestehen.
So verlohren Anfang des Jahres auf einer Pro-Tour sowohl die mehrfache Jugendeuropameisterin Laura Stumper, als auch die amtierende Europameisterschafts-Zweite der Damen Krisztina Toth, jeweils 0:4 gegen eine "junge Chinesin" -- diese war da gerade Dreizehn !!!

Angesichts dieser Tatsachen sind von den Verantwortlichen nunmehr "magische Kräfte" von Nöten, wollen diese unserem Nachwuchs die Lukrativität einer "Profi-Laufbahn" erfolgreich vermitteln. Ohne dieses Ziel und die Bereitschaft, sich täglich im Training "aufzuopfern", verkommt unser Sport aber immer mehr zu einer "Fun-Sportart" mit "Hobbycharakter"!!!

Gibt es einen Ausweg?
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Narrenmund tut Wahrheit kund !
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