Zitat:
Zitat von Jaskula
Redest Du von der SED, der PDS oder DER LINKEN ?
Du differenzierst hier genausowenig wie der größte Teil der Öffentlichkeit.
Schau Dir die Ziele an, welche auf deren Homepage veröffentlicht sind. Da findet sich nichts von Kommunismus, auch wenn Karl-Marx zitiert wird.
Eckpunkte
Statt desssen findet sich vieles von dem, was eigentlich Aufgabe der SPD wäre, deren linker Flügel auch vertritt und was nicht im geringsten extrem ist.
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Da muss ich doch nochmal drauf eingehen, nachdem ich mir die Eckpunkte näher vor Augen geführt habe.
Zitat der Überschrift:
"Unsere Alternative: Soziale, demokratische und friedensstiftende Reformen zur
Überwindung des Kapitalismus"
Sorry, aber das hört sich für mich an, wie eine kommunistische Hetzparole.
Im Marx-Zitat gipfelt das Ganze schon irgendwie in einer Form anarchistischer Zerschlagung bestehender Verhältnisse: "Notwendig ist die Überwindung aller Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse..."
Ich kann mir nicht helfen, aber das hat nicht viel mit Lösungen zu tun, sondern eher mit planlosem Gestocher in populistischen Phrasen. Die "Überwindung aller Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse" bedeutet für mich im Klartext nichts anderes als "Zwangsenteignung" gepaart mit Verstaatlichung sämtlicher Güter. Das wäre dann exakt das, was in den älteren kommunistischen Systemen zum Zusammenbruch geführt hat.
Man sollte sich zudem darüber klar sein, dass man nicht jedem Menschen für völlig unterschiedliche Leistungen einheitliche Vergütungen zukommen lassen kann - mit ein Grund, weshalb die DDR nicht funktioniert hat. Da bekam der studierte Chirurg, der am Tag 10 OPs vornahm, kaum mehr als die Putzfrau im VEB Soundso. Leistungswille wurde höchstens über irgendwelche Orden honoriert, die nicht das Weißblech wert waren, aus dem sie gestanzt wurden. Der arbeitsfaule Sachbearbeiter, der die Akten vor sich hinschimmeln ließ, bekam seine Kohle und seine Sicherung genauso wie der vorgenannte Chirurg.
Das sind keine Voraussetzungen für sozialen Frieden, ganz im Gegenteil.
Das Problem stellt sich im heutigen Gesamtdeutschland anders dar, doch die Symptome sind ähnlich, wenn ich die vielfach diskutierten Sozialschmarotzer betrachte. Wenn jemand 1.000,- Euro monatlich an Sicherungsleistungen (Hartz IV, Wohngeld etc.) bekommt, ohne einen Finger zu krümmen, so ist er kaum gewillt, für 1.100,- Euro netto ackern zu gehen. Also bleibt man daheim, spielt Playstation, chattet im Web und zappt von Richter Hold zu Talk am Mittag.
Die Problematik wird allerdings immer komplexer, wenn die betreffenden Leute schlicht über zu geringe Fähigkeiten verfügen, um höherdotierte Jobs auszufüllen. Dass die Kinder, die in diese Verhältnisse geboren werden, selten über die Fähigkeiten ihrer Erzeuger hinaustreten, ist vielfach zwangsläufig...der Beginn des sogenannten "Hartz IV-Adels" in dritter oder vierter Generation...
Ich muss mal eben unterbrechen, da ich gerade ein Kundengespräch habe und melde mich später nochmal zu dem Thema...
Olaf