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Alt 14.03.2008, 09:20
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Christian Stürner Christian Stürner ist offline
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Christian Stürner ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Psychologie im TT / Mentaltraining: unterschätzt oder schwachsinnig?

Niederlagen und schlechte Phasen sind sehr wichtig für die Entwicklung von jungen Sportlern. Wenn mein Spieler schlecht gespielt hat, darf er es ruhig wissen weshalb. Zumindest wenn der Spieler leistungsorientierte Ziele verfolgt, sollte der Trainer nicht anfangen und sagen: "Du hast doch gut gespielt. Er war einfach besser." Sondern das Geschehene muss analysiert werden.
Entscheidend ist dabei die Frage: "Wie machen wir das in Zukunft besser?"

Niederlagen sind gerade für B Schüler ganz wichtige Erfahrungen. Dass da die Welt zusammenbricht kommt häufig vor. Für Kleinkinder ist dieser Zustand jedoch ganz normal. Denke mal zurück, wie oft du als 10-12 Jähriger geheult hast und Dinge dramatisiert hast, über die du heute lachen musst. :-) Ich denke da fällt jedem Leser etwas ein. Ein bis zwei aufmunternte Worte reichen aus. Mehr kannst du in einer Dramasituation sowieso nicht machen.

In einem gut funktionierenden Team trösten sich die Spieler auch untereinander. Wenn du als Trainer dich noch mehr um den Spieler kümmerst und ihn für dieses Verhalten belohnst, wird er es immer öfter bringen. Belasse es dabei, ihn kurz in den Arm zu nehmen und 1-2 aufmunternde Worte zu sagen. Deutlich später (2-3 Tage) sollte dann analysiert werden, wobei der Nerveneinbruch ein Bestandteil sein sollte.

Aus jeder Niederlage kann man lernen. Und nur wenn man aus ihr lernt, kann man von einer Win Win Situation sprechen.

Daher ist es wichtig alles anzusprechen und einen Plan zu erstellen, wie man es in Zukunft besser macht.

Es kann in der Tat unterschiedliche Gründe für Niederlagen geben. Interessant sind aber nur die Gründe, die man selbst im Griff hat. Analysiert werden, sollten nur die Gründe, die man selbst in der Hand hat. Wenn du jetzt gegen Timo Boll verlierst, solltest du nicht anfangen eine Analyse von diesem Spiel zu machen. Denn da kannst du spielen, wie du möchtest und du gewinnst nicht. Du hast es also nicht selbst in der Hand. Analysiere also nur Dinge, die der Spieler verändern kann. Auch schlechte Hallenverhältnisse sollten kein Bestandteil einer Analyse sein, sondern höchstens das Verhalten des Spielers deswegen.

Zitat:
- zwinge Deinen vermeintlich stärkeren Gegner dazu, dass er 100% geben
muss, um Dich zu schlagen

- ziehe vom ersten bis zum letzten Punkt die besprochene Taktik durch, egal
was passiert

- versuche konsequent neu erlernte- oder im Training verbesserte Elemente
im Spiel anzubringen und zum Punkt zu kommen

- kämpfe um Dein Leben, um jeden Punkt...ganz egal wie es ausgeht

- versuche eine mögliche Taktik herauszufinden, wie Du möglichst viele
Punkte bekommst
Diese Glaubenssätze finde ich klasse. Ich erweitere sie einmal:

- wenn ich einen Fehler gemacht habe, konzentriere ich mich sofort auf den nächsten Ball.

- Ich bekräftige jeden gelungenen Schlag mit einer positiven Äußerung.

- Wenn ich verliere, erkenne ich die gute Leistung meines Gegners an.

- Ich bin 10 Meter groß und mache alle platt.

- Ich denke positiv

- Ich bin selbstsicherer als mein Gegner

- Im entscheidenden Augenblick bin ich topfit, konzentriert und selbstbewusst

Ich würde mich über eine weitere Ergänzung freuen. :-)
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