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Zitat von mmm
Nichts für ungut, doch das wäre Heuchelei, wenn der Sportler boykottieren soll, aber der Politiker nur leise protestiert.
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Gut recherchiert vorher.
Daß Olympia aber was anderes ist als ne' Kurzbahn EM ist klar, oder?
Spielte aber eigentlich keine Rolle, denn glaubst du wirklich, dass, wenn England in Belfast die 80er wieder aufleben ließe, es eine Kurzbahn-EM überhaupt gäbe?
Glaubst du, dass irgendeine Nation ihre Athleten nach Brasilien schicken würde, gäbe es einen großen Aufstand in den Favelas Rios?
'Kleinere' Sportereignisse werden relativ häufig boykottiert bzw. einfach aufgrund fehlender Sicherheit gemieden.
Olympia ist aber nun große Politik; und das IOC macht große Politik und großes Geld.
Von dieser Seite (IOC) ist es einfach zynisch, eine pseudo-Dichotomie (Zweigeteiltheit) zwischen Sport und Politik zu propagieren, nur um sicherzustellen, dass die Geldmaschine nicht ins stottern kommt.
Aus der Perspektive des IOC und der großen Verbände muß Olympia stattfinden, komme was da wolle.
Die paar Tibeter sind komplett schnurz.
Sorgen macht da die eher ungeschickte Politik Chinas, die sich ihrer Sache aber im Grunde sehr sicher sein kann, weil sie die Trümpfe in der Hand hält.
Bestes Beispiel ist das Festhalten der Fackellaufroute auf den Everest.
Hier (in Tibet) wird politische Macht demonstriert und der aufgeklärte, demokratische Westen - sich der wirtschaftlichen Macht Chinas längst bewußt - wartet andächtig, dass die Propagandamaschine anläuft, 'friedliche und harmonische' Spiele runterleiert - die besten und größten aller Zeiten, wie immer - um dann endlich glücklich den Blick aufs Konto zu werfen.
Bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin nicht mehr allzuviel passiert und dass dann die Quotentibeter auch medial greifbar sein werden und daß nicht zu viele Heimathleten unangenehm auffallen - aber dafür werden IOC und Veranstalter schon sorgen.