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AW: Nationale Deutsche Meisterschaften 2008
Pengpeng hält die Essener Farben hoch
TISCHTENNIS. Heute beginnen in Hamburg die Deutschen Meisterschaften. Karrieresprung. Ärger um Zhenqi Barthel.
In der jüngeren Geschichte Deutscher Tischtennis-Meisterschaften muss man schon weit zurückblättern, um festzustellen, wann sich zuletzt eine Essener Spielerin oder ein Spieler dafür qualifizieren konnte. Während es bei den Herren zwölf Jahre her ist, dass die damals für MTG Horst spielenden Manfred Nieswand und Thomas Rosskopf die Essener Farben bei einer DM vertraten, nahmen bei den Damen zuletzt Ilka Böhning und Sandra Tönges (beide TuS Holsterhausen) 1999 teil. Für beide war es der Abschied von den nationalen Titelkämpfen, den sich Ilka Böhning als Zweite im Damen-Doppel nochmals versilberte.
Nach dieser langen Pause sollte eigentlich mit Zhenqi Barthel und Pengpeng Guo erneut ein Holsterhauser Duo am Wochenende bei den 76. Deutschen Meisterschaften in Hamburg an den Start gehen. Um Barthel, die sich in der März-Weltrangliste auf Platz 87 erneut verbesserte, gab es in letzter Zeit aber einige Unruhe. Mit ihrer kurzfristigen Absage "wegen Knieproblemen" hatte sie am Vorabend der Westdeutschen Meisterschaften schon Offizielle und Veranstalter verärgert. "Das klang wenig glaubhaft", war die Reaktion von WTTV-Sportwart Manfred Sauerbrei. "Aber wir können ja nichts anderes beweisen."
Nachweisen konnte Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio, dass die 22-Jährige bei Trainingseinheiten unentschuldigt fehlte. Eine bereits erfolgte Meldung für die Pro-Tour-Turniere in Kuweit und Doha wurde daher rückgängig gemacht.
Geringe Erfolgsaussichten
Trotz dieser Dissonanzen bleibt es jedoch dabei, dass Zhenqi Barthel bei der vom 2. bis 6. April in Nantes stattfindenden europäischen Olympia-Qualifikation startet. Um die ganz darauf abgestellte Trainingsplanung nicht zu unterbrechen, hat der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) die Nationalspielerin von einer DM-Teilnahme freigestellt.
Ihre Teamkollegin Pengpeng Guo ist an der Alster somit die einzige Essener Teilnehmerin. Deren Erfolgsaussichten sind zwar erheblich geringer als die der Deutschen Meisterin 2006, erstaunlich ist der Karrieresprung der 29-Jährigen aber allemal. Erst im letzten Sommer erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft, wurde auf Anhieb Westdeutsche Meisterin und startet nun bei den nationalen Titelkämpfen.
Das Doppel bestreitet Guo mit der Ex-Holsterhauserin Katharina Michajlova (jetzt TuS Uentrop) und gehört im Einzel als Nr. 17 der aktuellen deutschen Rangliste zu den sechzehn gesetzten Spielerinnen, die nicht durch die Mühlen der Gruppen-Qualifikation müssen.
Mit Jie Schöpp, Jing Tian-Zörner, Qianghong Gotsch sowie Zhenqi Barthel hatten vier gebürtige Chinesinnen den Damen-Titel schon zuvor sechsmal seit 1993 gewonnen. Dies jedoch als gutes Omen für Pengpeng Guo zu werten, wäre allerdings eine sehr gewagte Prognose. (W. Stöckmann)
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