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Alt 28.03.2008, 15:08
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Klugschei..en Teil 1

Eigentlich wollte ich ja nicht schreiben, aber ich kann nicht anders...Ich muss es tun

Hier wurde ja schon einiges geschrieben, manchmal auch richtiges (zB von JanMove und ein paar anderen), aber eine wesentliche Aussage meine ich nicht gelesen zu haben:

Zitat:
Zitat von KathiStrauch Beitrag anzeigen
Also, zur kurzen Erklärung:

Wenn aus Aussage A Aussage B folgt, heißt das noch lange nicht, dass aus Aussage B auch Aussage A folgen muss.

Bsp. 1:
"Tags sind alle Katzen "bunt", nachts sind alle Katzen grau." --> ist logisch.

Daraus folgt aber nicht: "Wenn alle Katzen nachts grau sind, so sind sie alle tags "bunt"." Das ist nicht logisch.

Bsp. 2: (für die, die das oben immer noch nicht verstanden haben):
"Wenn es regnet, ist der Schulhof nass." --> ist logisch

Es folgt daraus aber nicht: "Wenn der Schulhof nass ist, hat es geregnet." (Kann auch der Hausmeister mit 'nem Gartenschlau bespritzt haben o.ä.)

Bsp. 3: (damit's auch der letzte versteht)
"Alle Obdachlosen kaufen Billigwhisky für 8€." Daraus folgt nicht, dass jeder, der Whisky für 8€ kauft auch obdachlos ist.

Noch Fragen??
Allgemein: Alle 3 Beispiele sind keine logischen Aussagen, sondern lediglich Prämissen - kausale Zusammenhänge, Hypothesen bzw. kontingente empirische Aussagen. Oder anders: Antezedens (wenn..) und Konsequens (dann..) eines "wenn, dann"-Satzes.
Logik (klassische extensionale) ist in erster Linie eine formalisierte Sprache, um logisch extensional, notwendige Schlüsse aufzuzeigen. D.h. der Inhalt spielt nur sekundär eine Rolle (emprisch zu untersuchen).
Zb:
"Wenn es regnet, ist der Schulhof nass."
Logik wäre folgendes:
(1) Wenn es regnet, ist der Schulhof nass.
(2) Es regnet.
(3) Der Schulhof ist nass

Formalisiert:
p->q (wenn p, dann q)
p (p)
---------------
q (also q)

Das ist das einfachste und alltäglichste Logikargument: der modus ponens Schluss. Richtig ist allerdings, dass aus der Verneinung p, nicht die Verneinung q folgt. Das wäre lediglich eine probabilistisch zu wertender Schluss. Einzig weiterer zulässiger Schluss wäre der modus tollens: aus 'nicht-q', folgt 'nicht-p'.

Schritt 1 in der Logik ist die Untersuchung der Argumentstruktur. Ist die Struktur richtig (dh: folgt aus den Prämissen notwendig die Konklusion, dann ist das Argument GÜLTIG.
Schritt 2 wäre eine Untersuchung der Prämissen: Ist es richtig, dass der Schulhof nass wird, wenn es regnet? Wird die Aussage nach Evidenzkriterien mit wahr gewertet, dann ist das Argument gültig und wahr.

Zu den Schwierigkeiten zu Bsp 1 wurde ja schon einiges geschrieben...Logisch problematisch: Antezedens ist Teil der Prädikatenlogik (mit Allquantor), das Konsequens ist ein intensionaler Kontext (Aspekt des Wissens)...

Tut mir leid, wenn ich jemanden gelangweilt habe, aber ich konnte nicht anders. Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich mich im Philostudium durch sämtliche Logikscheine gekämpft habe. Das musste doch irgendwofür gut sein...(und wenn es nur ein TT Forum ist)

Geändert von basicchannel (28.03.2008 um 15:11 Uhr)
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