|
AW: Regeleinhaltung ist unfair?
Die Frage, ob es unfair sein kann, auf Regeleinhaltung zu pochen, kann eigentlich meiner Meinung nach nur rhetorisch sein: Natürlich kann es das nicht.
Trotzdem empfinde ich eine gewisse Regelliberalität in den unteren und mittleren Ligen sogar ganz angenehm, weil es zeigt, dass den Leuten letztlich mehr am Spiel gelegen ist als an den Regeln und keine unfreundliche Bissigkeit entstehen kann. Ist doch schön. Kenne auch einige Leute, die sich lieber auf ihr eigenes Spiel konzentrieren als auf die Fehler des Gegners. Macht einfach mehr Spaß und lenkt weniger ab.
Dazu passt auch, dass bei uns der Schiri tatsächlich eher als Pro-Forma-Zähler denn als Regelwächter dient, der ja Gott sei Dank eigentlich überflüssig ist. Meist sind die Spieler ja selbst vernünftig genug, dass sie eigentlich keinen Schiedsrichter brauchen.
Aber wenn sich einer von den seit 20 Jahren abgespielten und nicht mehr zugelassenen Belägen, den Aufschlägen aus der Hand, etc. gestört fühlt, hat er das Recht auf seiner Seite, und dann muss das respektiert werden. Und eine Entschuldigung des Täters wie "das habe ich schon immer so gemacht" oder "der reklamiert ja ständig meinen Aufschlag" (womit er dann ja möglicherweise Recht hat) zählt dann irgendwie nicht als Gegenargument.
Es kann doch wohl kein Gewohnheitsrecht zum Brechen der Regeln geben.
Bin daher für ein sportliches, freundliches und einvernehmliches Miteinander.
Aber wenn das nicht von selbst zustande kommt, müssen die Regeln eingehalten werden - ohne Diskussion.
p.s.: Ironischerweise sind bei uns die Leute, die am häufigsten reklamieren, zugleich die, die die Regeln um unverhohlensten beugen. Einer, der etwa den Aufschlag aus der Hand beanstandet, verdeckt grundsätzlich den Ball. Ein anderer spielt seit Jahrzehnten nicht mehr zugelassene Beläge (wenn es die ITTF überhaupt schon gab, als der Belag auf den Markt kam...)
|