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Zitat von henrypijames
Willst du damit sagen, da die Chinesen das sehr wohl machen, ist es fuer sie doch legitim, strategisch zusammenzuarbeiten?
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In gewisser Weise könnte ich das zumindest verstehen und als Konsequenz einer Kollektiv-Mentalität "im Dienste der Nation" akzeptieren - vorausgesetzt, diese Strategien würden auch (zumindest nachträglich) offen zugegeben, anstatt den Schein des harten, fairen Wettkampfes zwischen Individuen aufrechtzuerhalten und der Welt eine Komödie vorzuspielen. Und natürlich müsste die Stallorder auch wirklich immer akzeptable sportlich-strategische Gründe haben, und nicht auf externen (ideologischen u.ä.) Kriterien beruhen (wie das wohl etwa im Fall Zhuang Zedong - Li Furong der Fall war). Und absichtliches Abschenken zugunsten ausländischer Gegner sowie Absprachen in rein chinesischen Endspielen (beides ja wohl unbestreitbare Praktiken zumindest in der Vergangenheit) sind ohnehin nicht auf diese Weise erklärbar.
So oder so scheint mir aber solches Kalkül in jedem Fall fragwürdig, denn 1) geht es ja nicht immer auf (wie man an Wang Hao 2004 sieht) und 2) ziehen die Spieler selbst offensichtlich nicht immer "freiwillig" mit und haben nur die Wahl zwischen der Position des "Opfers" (Zhou Mi, Li Furong) oder des "Verräters" (He Zhili). Alles in allem erscheint es mir doch als eine totalitäre Praxis, deren menschlicher Preis zu hoch ist. Letztlich sind Tischtennisspieler Individuen, und jeder Einzelne sollte am Tisch zeigen dürfen, ob er besser als sein Gegner ist, unabhängig von externen Überlegungen.