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Alt 30.03.2008, 14:40
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AW: Nationale Deutsche Meisterschaften 2008

Titelverteidiger Timo Boll scheitert im Halbfinale
Sport, 30.03.2008

Hamburg (dpa) - Tischtennis-Europameister Timo Boll (Düsseldorf) ist bei seiner Rückkehr in den Wettkampfbetrieb vorzeitig gescheitert.

Der Titelverteidiger, der den Wanderpokal auch noch vergessen hatte, verpasste bei den 76. deutschen Meisterschaften in Hamburg durch eine unerwartete 3:4-Niederlage gegen Lei Yang vom Oberligaclub ASV Grünwettersbach den Einzug in das Endspiel und seinen neunten Titel. «Die Welt geht nicht unter. Ich bin in keiner guten Form, habe aber schmerzfrei gespielt. Das war das Wichtigste im Hinblick auf Olympia», kommentierte der achtfache Meister das unerwartete Aus im Halbfinale. Sein 30 Jahre alte Gegner, der aus China stammt, hatte zuvor auch Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf besiegt. Neben Boll und Roßkopf war auch WM-Teilnehmer Dimitrij Ovtcharov (Düsseldorf) früh ausgeschieden.

«Es dauert Wochen und Monate, um die alte Spielübersicht und das Feingefühl wieder zu erlangen. Ich hoffe, dass die vier Monate bis Peking ausreichen», erklärte Boll. Das Comeback des Weltranglisten- Fünften nach einer achtwöchigen Pause wegen einer langwierigen Knieverletzung hinterließ zwiespältige Gefühle. Auch ein Weltklasse- Athlet wie der 27 Jahre alte Linkshänder kann eine so lange Auszeit nicht folgenlos wegstecken.

Dennoch haben weder der überzeugte Gegner eines Boykotts noch der Trainerstab des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) ihren Olympia- Optimismus verloren. «Wir sind alle heiß auf Olympia. Mit der Mannschaft haben wir weiterhin eine realistische Medaillenchance und wenn ich in Top-Form bin, rechne ich mir auch im Einzel etwas aus», sagte Boll. «Das Abschneiden ist kein Alarmsignal. Timo hat sich zurückgemeldet. Wir können jetzt mit einem wohldosierten und gut geplanten Aufbau beginnen», erklärte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

Bereits am 1. April fliegen Boll und sein Clubkollege Ovtcharov zu einem einwöchigen Trainingslager nach Katar. Dort wollen die deutschen Asse mit Ex-Weltmeister Jörgen Persson (Schweden) zu alter Stärke finden. Die Zeit wird für Boll, der in Hamburg als «Selbstzahler» auf einen Coach an der Bande verzichtete, allerdings immer knapper. «Ich muss wieder Vollgas geben und bin froh über jeden Wettkampf, den ich spielen kann», erkannte der Europameister.
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