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Alt 22.06.2000, 23:44
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Mr. Material-Ecke Mr. Material-Ecke ist offline
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Hi !!!

Da muß ich dann doch mal unser Erlebnis aus der letzten Saison schildern, denn wir hatten GENAU DEN FALL !!!

Zweites Saisonspiel (13. Sep.), viele Langnoppen-Beläge (so auch mein Piranja) waren von der Zulassungsliste verschwunden und da es mich ja selber betraf, hatte ich mich dementsprechend informiert. Ich wußte von zwei Spielern aus dem gegnerischen Team, die im vergangenen Jahr jetzt verbotene Beläge gespielt hatten und mußte gegen diese beiden auch gleich im Doppel antreten - der eine hatte seinen Piranja gegen einen Bamboo getauscht, aber der andere hatte immer noch den YASAKA Phantom-0012 (schon mal jemand gegen gespielt - ist wirklich unglaublich eklig ...) - man hatte ihm in seinem TT-Shop gesagt, der Belag sei weiter zugelassen. Da ich mir nun vorsorglich die Liste genau angesehen hatte, war ich mir aber 100%ig sicher, daß der Belag nicht mehr zugelassen war und sagte ihm das auch - brachte aber nichts, er wollte trotzdem damit spielen und meinte, wir könnten das ja auf das Spielformular schreiben (eine Belagzulassungsliste hatte ich dummerweise nicht dabei - idiotischer Fehler - passiert mir auch nie mehr wieder ...).

Tja - gesagt, getan - gespielt, gespielt, gespielt - war ein Riesenspiel, am Ende verloren wir 6:9 und der Spieler mit dem Yasaka hatte zwar im Doppel verloren, aber beide Einzel gewonnen. Da weder unser Gegner noch wir wußten, wie eigentlich zu verfahren sei, trugen wir den Protest ein und beendeten das Match - ich war mir sicher, wir hätten 9:0 gewonnen.

Nun fing das Drama erst an - Spielformular abgeschickt und ich dachte mir, na, in spätestens 4 Tagen bekomme ich die Mitteilung, daß wir 9:0 gewonnen haben ...... grooooßer Irrtum ...

Staffelleiter wußte nicht genau wie zu entscheiden war und wollte auch keinen Präzedenzfall schaffen ... auf der nächsten Ebene (Vorsitzender Bezirksrechtsausschuß) gehört der Entscheidungsträger dem gegnerischen Verein an (!!!) und konnte deshalb natürlich nicht entscheiden ... gab es an seinen Vertreter und der wohnte ewig weit weg war wirklich die absolute Oberschnarchnase (sorry, falls sie es jetzt auch lesen Herr N., aber so ist es nunmal !!!). Er kam nicht zu Rande, tat nichts, entschied nichts, mußte noch irgendwelche Leute befragen usw. usw. usw.

Ich habe ganze Monatsgehälter vertelefoniert, damit der ganze Prozeß überhaupt am Laufen gehalten wurde , sonst wäre es NIEEEE zu einer Entscheidung gekommen (ja, Herr N., so ist es !!!), habe mit wichtigen Leuten beim TTVN Kontakt gehabt, und gebeten, doch bitte dafür zu sorgen, das ÜBERHAUPT ETWAS geschieht, endlich eine Entscheidung gefällt wird, egal zugunsten welches Teams ... alles brachte nichts ...

Ärgerlich und traurig, was man von da an an fehlender Entscheidungsfähigkeit erleben mußte - Ignoranz gegenüber allen meinen Anfragen, die ich schon als Frechheit empfand:

... die Zeit schritt dahin ...

4 Wochen ... keine Entscheidung ...
2 Monate ...
ein 1/4 Jahr ...
das Ende der Hinrunde ...
100 Tage ...
das Jahr 2000 ...
der Beginn der Rückrunde ...

3x wurde mir von Herrn N. zugesichert, daß die Entscheidung "bis Ende der Woche" rausgehen würde ... das erste Mal nach 3 Monaten !!! ...

4 Monate ...

nichts passierte ... wieder nachgefragt, wieder "Ende der Woche", wieder nichts passiert ...

5 Monate ...

das gleiche ... ich fühlte mich wirklich verar ... sowas von dreist, echt unglaublich ...

ein halbes Jahr (!!!) ...
unser letztes Saisonspiel (Rückrunde !!!) ...

Alles begleitet von ca. 250 Anrufen meinerseits ...

Und dann passierte es: Der Tag des Jahres - 03. April 2000 (!!!) - nach über 6 Monaten, exakt nach 204 Tagen kam die Entscheidung ... genauso wie es nach spätestens 3 Wochen klar war - wir hatten 8:7 (!!!) gewonnen ... aaah - warum nicht gleich ???

Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Entscheidung, aber die wohl einzig mögliche. Beiden Teams konnte die Tatsache, daß nicht auch noch das Entscheidungsdoppel gespielt wurde (wie es richtig gewesen wäre - siehe Punkt 5 bei Cogito) angelastet werden - man wußte es nicht und konnte es auch nicht wissen, denn weder in der Wettspielordnung noch in der Auslegung des TTVN gab es dafür eine Handlungsrichtlinie !!! Also wurden die beiden Einzel mit dem nicht zugelassenen Belag zu unseren Gunsten gewertet, das hieß 8:7 statt 6:9.

Die letzte Ironie der Geschichte:
Die Entscheidung fiel exakt 3 Tage, nachdem sich entschieden hatte, daß wir sowieso (trotz der zwei Punkte) absteigen würden - mittlerweile hatte sich zudem auch ergeben, daß unser Gegner nicht mehr aufsteigen konnte ... irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, daß hier versucht wurde, den Fall auszusitzen, bis die Entscheidung egal war ... eine Unterstellung, gewiß, aber wozu braucht man sonst über ein halbes Jahr für eine solche Entscheidung ???

Man stelle sich nur vor, es wäre nicht das Zweite, sondern das letzte Saisonspiel gewesen ... dann hätten wir vielleicht mitten in der nächsten Saison erfahren, daß wir doch nicht abgestiegen wären und in der falschen Klasse gespielt hätten ...

Ich wünsche Euch allen, daß Ihr DAS nicht erlebt, und besonders nicht als Kapitän - darum befolgt Cogito's Anweisungen am besten Wort für Wort ...

Ciao
Mr. Material-Ecke

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[Diese Nachricht wurde von Mr. Material-Ecke am 23-06-2000 editiert.]
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