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Alt 03.04.2008, 01:27
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AW: Was ist logisch? Was ist Logik?

ich misch mich nun auch nochmal ein:

1. Es kann nicht einfach ohne Beweis (so wie hier teilweise behauptet) ein Axiom aufgestellt werden und der Skeptiker ist in der Beweislast, dass das Axiom ggf. nicht gültig ist. Die Gültigkeit des Axioms ist in der Kohärenz zu anderen Axiomen, Theorien und Erkenntnisse begründet.
Kohärenz heißt allerdings nicht, dass es keine Gegenbeweise gibt oder geben kann - schließlich ist ein Axiom kein analytischer, oder deduzierter Satz.

2.
Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Ich sage nicht, dass die Quantenmechanik die Existenz eines freien Willens beweist. Ich sage nur, dass sie aus physikalischer Sicht prinzipiell eine Türe offen lässt, dass ein freier Wille möglich ist.
Wie soll da die Türe offen bleiben? Die Quantentheorie steht einem harten (d.h. weder berechenbaren noch zukünftige Ereignisse festlegenden - epistemisch unabhängig) Determinismus entgegen. Das Ergebnis heißt zwar ontologischer Indeterminismus, aber das Problem der Kausalität besteht weiterhin und der 'freie Wille' scheint immer noch nicht 'frei' sein zu können, da ontolog. Indeterminismus nicht das Prinzip der Kausalität beseitigt.
Der oft herbeigeschriehene 'freie Wille' hat nur eine Chance, wenn eine Lücke in der Ursache- Wirkungs Kette gefunden wird, in der das Ich, das entscheidet, Ursache für die Handlung sein kann. Diese Lücke kann aber nicht gefunden werden, ohne das gesamte Wissenschaftsparadigma zu verwerfen.
Besserer Weg: 'frei' und 'Wille' begrifflich klären.

Ich mache mal den Anfang: Wo und was soll denn der Wille sein? Liegt er zwischen Stammhirn und Amagdyla? Ist er 2 oder 5 cm groß?
Eher ist er nur ein irreführender Begriff und es gibt ihn als Entität gar nicht.
Der Wille ist nur ein Synonym für folgendes:
Nach seinen Wünschen handeln können (bedingt natürlich nach inneren und äußerdem Zwängen und Umständen). 'Wünsche' und 'Handlungen' sind wissenschaftlich (dh objektiv) erklärbar und kausal nachzuvollziehen.
Das wäre die Stoßrichtung des Kompatibilismus, dh. Vereinbarkeit von Determinismus und 'freiem Willen'.

Es ist spät und gehe schlafen. Ich hoffe, ich konnte es ansatzweise verständlich machen. 2000 Jahre 'freier Wille'-Problematik ist schwer in einen Post zu fassen. Lücken und Probleme bestehen sowieso

Geändert von basicchannel (03.04.2008 um 07:36 Uhr)
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