Einzelnen Beitrag anzeigen
  #72  
Alt 12.04.2008, 16:36
Benutzerbild von tarantino
tarantino tarantino ist offline
TTT, TTR-befreit :-)
Foren-Stammgast 2000
 
Registriert seit: 09.11.2005
Beiträge: 2.609
tarantino ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Wie spielt man gegen Konter/Block/Schuss-Spieler?

ich finde eigentlich nicht, dass die Diskussion hier schon am Ende sein sollte. Die Strategie mit dem Spiel in die Ecken bei schnellen Spielern und Bällen auf den Ellbogen bei unbeweglichen hat sich bei mir in der Wettkampfpraxis tausendfach bewährt und ich meine auch eine Begründung liefern zu können. Nehmen wir zuerst den unbeweglichen Spieler: Sicherlich kann man m.E. hier auch über die Ecken was erreichen, jedoch habe ich schon oft gesehen, dass sich der langsame Spieler recht ordentlich mit seinem Spiel arrangiert hat und bei Bällen in die Extreme mit dem "Telskoparm" tendenziell mehr Bälle besser hinbekommt. Auf dem Wechselpunkt jedoch weiß er mit dem Ball gar nichts anzufangen, weil er eben auch nicht die Beinarbeitsfähigkeiten hat, den Ball vernünftig zu spielen. Es kommt dann allenfalls zu einem hohen drucklosen Ball, den man zurückbekommt und der abgeschlossen werden kann.

Dem schnellen kompromisslosen VH-Spieler spielt man deswegen in die Ecken, weil er dort a) die weiteren Wege hat und b) mit seinen Angriffsschlägen nicht so viel Druck entwickeln kann als bei Bällen in die Tischmitte wo er den kurzen Weg hat um umzulaufen. Hier können dann auch Schwächen in der Beinarbeit ausgenutzt werden, bspw. wenn es dem "Runny" nach einem schnellen Ball in die Vorhand nicht so gut gelingt, sein Körpergewicht zur Tischmitte zurückzuverlagern (was ja auch koordinativ nicht ganz einfach ist). Dann ist die Rückhand offen wie ein Scheunentor. Das gilt vor allem auch dann, wenn man denjenigen scharf in die Ecken anschupfen kann. Da fehlt dann immer der Druck in den Bällen, wohingegen über die Tischmitte die Bälle nur so einschlagen.

Wie gesagt, das sind meine Erfahrungswerte aus der Praxis. Ist auch nur eine ganz pauschale Aussage, die selbstverständlich individuell angepasst gehört. Ein bisschen kommt es überdies auch auf die Körpergröße des Spielers an. Einer unbeweglichen "2-Meter-Krake" z.B in die Ecken zu spielen, kann das falscheste sein, was man tun kann.
__________________
www.guntt.de

Geändert von tarantino (12.04.2008 um 16:38 Uhr)
Mit Zitat antworten