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Zitat:
Zitat von Tony_Iommi
...natuerlich ist der bereits erwaehnte "Aguirre" mit Kaus Kinski eine Klasse fuer sich. Ich verstehe nicht viel von Schaulspielkunst - aber seine dort abgelieferte Leistung hat auch einen Laien wie mich vollkommen ueberzeugt.
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So isses.
Da staunt der Laie - aber auch die Fachleute wundern sich

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Und zwar darüber, dass in diesem unserem Lande augenscheinlich doch noch Hoffnung besteht. Hoffnung jenseits von Mainstream und Kommerz.
Hoffnung zwischen einer nun schon über Dekaden darniederliegenden Unterhaltungsinsdustrie mit viertklassigen Schmierenkomödianten als vorgebliche Superstars; zwischen langweiligem Knödelgekicke in der Fußball-Bundesliga, geschwätzigen Dummbatzen in den Moderatorenkabinen aller Sender - und unserer eigenen dumpfen Bedeutungslosigkeit in einer in weiten Schichten kulturbankrotten Gesellschaft.
Eine löbliche Ausnahme
* stellt mal wieder der Heidelberger Karlstorbahnhof dar, mit seiner umfangreichen Kinski-Reihe im Mai: Neben dem
´Aguirre´sind
´Nachtblende´ , ´Leichen pflastern seinen Weg´, ´Fitcarraldo´, ´Woyzeck´, ´Der rote Rausch´ , ´Mein liebster Feind´ und die 71er ´
Jesus Christus Erlöser-Dokumentation´ zu sehen.
Dazu die Fotografin, Autorin und Kuratorin Ina Brockmann - u.a. in der aktuellen Ausgabe des Veranstaltungsmagazins
'Meier' :
"Überlaut und unflätig. Wirre blonde Haare. Ein geöffneter Schmollmund, aus dem ständig die Zunge und wüste Worttiraden herausschießen.
Sein Name: Klaus Kinski. Hinter diesem Namen und dieser expressiven, ungezogenen Person verborgen: einer der größten Schauspieler aller Zeiten und der letzte authentische Künstler des vergangenen Jahrtausends.
(...) Seine Stimme...betörend schön, atemlos, verhaftet mit dem Wort des Dichters...ließ mich die Sprache...ganz neu empfinden...
...er war Theaterschauspieler und Rezitator, ein Berserker der Bühne. Er war nur Körper und öffentlich zur Schau getragener Schmerz; ein zügelloses Untier, ein Besessener mit einem Zwang zur Perfektion, und kein demütiger Diener...eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit..."
Und Heinzelmeier/Schulz in 'Das Lexikon der Deutschen Filmstars':
"...er spielte bevorzugt Unholde, Visionäre, Besessene, Erotomanen, Narzisse, Magier, Berserber, Verbrecher, Exhibitionisten... An diesem nervösen Seher von Innenwelten wirkte deshalb alles übersteigert. Rasender und Meditierender zugleich...ein Avantgardist der Artikulation; das Sprechen entwickelte er zur eigenständigen Kunstform..."
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
* Immerhin die dritte Heldentat der vergangenen Jahre: Nach dem Auftritt von Howe Gelb und Giant Sand sowie Television mit Tom Verlaine im Jahre 2003 (seinerzeit neben London, Berlin und Hamburg der einzige Gig in Europa).
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