|
AW: Jugendarbeit im Kreis Do/Ha
Es folgen ein paar Gedankengänge zum Thema:
1) Jugendliche an den Sport heranführen
- TT ist kein Massensport. Der Durchschnittsdortmunder kennt keine TT-Spieler
- TT = wenig Prestige; Fussball ist viel populärer
- Selbst BVB 1 spielt meistens in einer leeren Halle. Das Spitzenspiel gegen Herne zeigte, dass es Potenzial gibt (Berichterstattung in der Rundschau etc). Hier ist der BVB als stärkster Verein gefordert. Das Herne-Spiel darf keine Eintagsfliege bleiben!
- Erstkontakt zum Sport über Schulen. Eine STeinplatte gibt es meistens. Ich denke hier an die TT-AG des Helmholtz-Gymnasiums in den 80er Jahren, die inkl. der 3 STeinplatten viele Kids an das Tischtennis herangeführt hat, die noch heute aktiv spielen.
- Jugendliche kommen, wenn man sich um sie kümmert.
Beispiel: In Dörfern bringen engagierte Betreuer ganze Jahrgänge erfolgreich in Randsportarten unter (z.B. Boxen als Dorfsportart inkl. Mädchen). Vereine mit erfolgreicher Jugendarbeit zeigen, dass dies auch für TT gilt.
- Jugendliche haben weniger Zeit (lange Schulzeiten etc) => der Weg kann im Wesentlichen nur über die Schulen kommen. NOch gibt es fast überall die Steinplatten. Hier muss die Zusammenarbeit Schule<->Verein gestärkt werden
- Eltern müssen das GEfühl haben, dass die Kinder gut aufgehoben sind. Wie erklärt ihr das Vorhandensein diverser Spritzbestecke?
- Finanzielle Belastungen müssen gesenkt werden. Es muss nicht immer der 120 EUR-Schläger sein. Hier sollte insgesamt weniger WErt auf Material gelegt werden.
- "System-Training ist doof und langweilig" - Macht man das heute immer noch?
2) Betreuer finden (Das Wort zum Sonntag)
- Es gibt kaum Reaktionen auf Aktionen des WTTVs für Ausbildungen etc.
- Zurzeit nimmt die ARbeitsbelastung spürbar zu. Viele investieren >>10 Stunden pro Tag für ihre Arbeit => Es gibt Gruppen, die sehr wenig Freizeit haben.
- Wir hatten in den letzten Jahren ca. 5 Mio Arbeitslose in Deutschland ergänzt um viele (Früh-)Rentner. Insbesondere in Dortmund ist es uns nicht gelungen, dieses Potenzial zu nutzen.
- Ebenso haben wir viele Studenten, die diese Aufgaben übernehmen könnten. Die Uni hat eine sehr starke Lehrerausbildung.
Es zeigt sich, dass Jugendbetreuung ein sehr schlechtes Image hat, auch in diesem Thread wurde mehrfach darauf angespielt, dass Leute, die ihre Freizeit in Jugendbetreuung investieren zu viel Zeit haben. Häufig wird dies noch durch Anspielungen, die in die Richtung "Hast du nichts Besseres zu tun?" gehen, ergänzt.
Diese abwertenden Aussagen müssen aktiv bekämpft werden, da solche Aussagen auch die "letzten Engagierten" demotivieren. Lobt doch mal eure Jugendbetreuer!!!
In vielen Vereinen gibt es wenig engagierte Mitglieder und viele, die davon profitieren bzw. in ihrer Jugend profitiert haben. Auch ist es so, dass durch die Jugendarbeit schnell persönliche Erfolge mit "meiner Jugend" erzielt werden können. Es ist also für die Kids und für die Betreuer sinnvoll die Freizeit auf diese Weise zu gestalten.
TT-Jugendbetreuung hängt an wenigen Personen, und es zeigt sich, dass dort, wo Betreuung stattfindet, meistens schnell erfolge erzielt werden. Ist die Lästerei über Betreuer vielleicht ein Zeichen unserer Neidgesellschaft?
=> Gebt den letzten "Engagierten" mehr Zustimmung, denn nur dann werden sich weitere Personen finden!!!
3) Jugendliche dauerhaft in die Vereine integrieren
Aus meiner Sicht gibt es zwei Spieler-Typen:
a) TT-Talente, die in/nach der Jugend > KL spielen
In Dortmund konkurrieren wir mit vielen anderen Sportarten. Sporttalente finden meistens den Weg in andere Sportarten, wo evtl. bezahlt wird.
Der Rest bleibt meistens beim TT.
b) "Der Rest"
Hier ist die Phase "der erste Freund/die erste Freundin" entscheidend.
Wie kann ich erklären, dass ich gegen einen Fleischberg >>100 kg verloren habe, der sich während des gesamten Spiels nicht bewegt hat. Zum Schluss gab es noch Sprüche wie "mit der Noppe zersägt".
Aus meiner Sicht verlieren viele nach dieser überspitzt dargestellten Erfahrung die Lust am Sport. Es gibt kaum Sportarten, wo solche Erfahrungen von Jugendlichen gemacht werden.
Was kann helfen?
- Altersklassen
- Noppen-, Anti-Verbote
Es ist sinnvoll, Jugendlichen in der "Übergangsphase" Aufgaben zu übergeben und so eine dauerhaft Integration zu erzielen. Ebenso muss ein Ambiente geschaffen werden, das den Verein attraktiv macht.
Die ist vielleicht auch der Grund, warum Jugendliche in Vereine ohne Jugendarbeit in oder nach der Übergangsphase wechseln.
4) Sportanlagen
Es wird Zeit, dass in Dortmund Geld in Sportanlagen investiert wird.
- Geschlossenen Hallen im Sommer und Winter
- Toiletten ohne Klopapier und Papierhandtücher (in Unna/Hamm gibt es diese Situation deutlich weniger)
- Heizungen auf Zufallsbasis
- Warmduscherfreie Zonen
sorgen nicht für eine Attraktivität unserer Sportart.
Es wird Zeit, dass bemerkt wird, dass die Vereinsjugendarbeit benötigt wird und dass die Vereine dabei sind, gegen die Konkurrenz der kommerziellen Sportanbieter zu verlieren. Ein Sportstudio ist so bequem und im Regelfall blinkt alles, ohne dass man es putzen muss.
----
Darüber könnt ihr mal 11 Bälle nachdenken.
|