Ablöse:
Sollte auf keinen Fall eingeführt werden. Der Spieler alleine ist verantwortlich für das was er macht. Und jeder Spieler trifft da auch die richtige Entscheidung. Vollkommene Konkurrenz zwischen den Vereinen gibt es nur ohne Ablöse. Und ich finde das muss auch so sein. Für den Spieler ist es doch ideal wenn er unter allen Bedingungen die halt passen müssen (Trainingsqualität und -quantität, Trainingspartner, Spielklasse, Kameradschaft, Zusatzleistungen, erforderlicher eigener Aufwand...) das Bündel wählen kann welches ihm am besten gefällt. Die Prioritäten muss der Spieler selber setzen und deswegen kann man keine pauschalen Tipps wie TTKing sie gibt abgeben. Die Vereine bieten verschiedene Bündel an. Ablösesummen würden die Wahl des Spielers verfälschen und oft eine Entscheidung erzwingen, die er ohne sie nicht getroffen hätte.
Trainerverhalten:
Gute Trainer müssen dem Spieler objektiv sagen können, wann aus Sicht der sportlichen Entwicklungsperspektive ein Vereinswechsel ratsam wäre. Tut er das aus irgendwelchen egoistischen Gründen nicht, so ist er ein schlechter Trainer. Der Spieler muss dann aber für sich überprüfen, ob seine sportliche Weiterentwicklung wirklich primäres Ziel seines Tun ist. So war es zum Beispiel bei mir als die Entscheidung anstand klar, daß mir gesellschaftliche Aspekte und organisatorische Weiterbildungsmöglichkeiten wichtiger waren und einen Wechsel, der aus sportlicher Sicht angebracht gewesen wäre, verhindert haben. Ich bin heute noch froh über diese Entscheidung. Viele wie zum Beispiel der TTKing sind da anders gestrickt und das ist ja auch gut so. Und mit Sicherheit wird in gar nicht all zu langer Zeit auch der Punkt bei einigen von unseren Jugendlichen kommen, an dem ich ihnen empfehlen werde den Verein zu wechseln, wenn sie sich sportlich weiter verbessern wollen.
Ein weiterer Punkt an dem man meiner Meinung nach gute Trainer erkennt ist der, daß gute Trainer ihre Spieler auch aus den eigenen Händen in neue Hände geben können. In den seltensten Fällen wird es das beste für den Spieler sein, wenn ihn ein und der selber Trainer sein Leben lang begleitet. Vielmehr würde er von der Vielfalt in der Trainingsarbeit profitieren, die verschiedene Trainer nun mal durch ihre unterschiedlichen "Weltauffassungen" bieten. "Über den Tellerrand schauen" lohnt sich meistens! Das gilt gerade auch für Kompetenzwechsel in der Trainingsarbeit mit einem Spieler
innerhalb eines Vereins oder eines Verbandes.
Strafe für unterlassene Jugendarbeit:
Finde ich eine gute Sache. Allerdings dürfen die Beträge nicht zu hoch angesetzt werden. Es gibt einfach auch noch andere Bereiche, die in einem TT Verein wichtig sind. Jugendarbeit ist nicht alles. Sonst müsste man ja auch allen Vereinen eine Strafe aufbrummen, die keine extra Seniorengruppen oder weniger als 3 Damenmannschaften haben. Eine Strafe für unterlassene Jugendarbeit finde ich nur deswegen etwas wichtiger als die anderen Punkte, weil es im Jugendbereich am einfachsten ist Leute fürs TT zu gewinnen und für einen möglichst langen Zeitraum an die Sportart zu binden.
"Kleinverein" vs. "Großverein"
Der ideale Verein bietet Spitzensport, Leistungssport und Breitensport, gute Jugendarbeit, Seniorengruppen, Freizeitgruppen, gleichwertiges Geschlechterverhältnis, familiäre Kameradschaft unter allen Vereinsmitgliedern...
Wie man sofort erkennt handelt es sich dabei um eine Utopie. Einige Punkte wiedersprechen sich sogar. Wie soll zum Beispiel ein Großverein, der in allen Leistungsklassen Mannschaften bietet gleichzeitig familiär und übersichtlich bleiben? Welcher Verein schafft es schon so viele ehrenamtliche Helfer zu finden, daß sie sich in allen Bereichen engagieren können?
Deswegen komme ich wieder auf mein erstes Statement zurück. Jeder Verein hat seine Stärken und seine Schwächen. Wir brauchen große Vereine und wir brauchen kleine Vereine. Die Spieler haben dann die Möglichkeit aus allen Angeboten das für sie Passende herauszufiltern. Kleine Vereine werden sich besser spezialisieren können, während größere Vereine warscheinlich Kompromisse eingehen und in möglichst vielen Bereichen den unterschiedlichen Interessen der Mitglieder gerecht werden müssen.
Nur mal so zum Nachdenken: Wäre es nicht vielleicht sogar eine ziemlich gute Sache einen Verein zu haben, der sich nur auf Jugendarbeit spezialisiert und dort seine Manpower bündelt um super Resultate zu erzielen? Kann er dadurch nicht schon genug Prestige erzielen? Auch dann, wenn er seine Jugendlichen dann allesamt an einen anderen Verein abgeben muss, der sich auf Leistungssport spezialisiert hat und überhaupt keine Jugendarbeit betreibt?
Fazit:
In einem Verein Mitglied zu sein heisst einen finanziellen Mitgliedsbeitrag zu zahlen und darüber hinaus einen imateriellen Beitrag für die gesamte Gruppe zu leisten. So ähnlich steht es in (fast) jeder Vereinssatzung. Dadurch unterscheidet sich der Verein auch von einem normalen Dienstleistungsunternehmen. Für eine Diensleistung reicht es einen Geldbetrag zu zahlen. Damit ist es in einem Verein aber eben nicht getan.
1) Ich kann es nicht leiden, wenn Spielern die den Verein wechseln oder gar aufhören nachgetrauert wird. Da ist der Verein immer selber dran schuld. Er hat einfach nicht das richtige Angebot für die betreffende Person bereit gestellt. Dann im Nachhinein auch noch Druck auf den Spieler auszuüben in der Richtung "Wir haben so viel investiert... jetzt kannst du nicht einfach gehen... du bist uns noch was schuldig" ist kompletter Humbug und müsste einen eigentlich bei seinen Wechselabsichten noch bestärken. Niemand (auch kein Ehrenamtler) kann mir verklickern, daß er dem Spieler auf Vorrat etwas gegeben hat. Er wird immer direkt dafür belohnt. Allerdings bin ich mir bewusst, daß viele dieser Leute das gerne verdrängen und sich einreden das ja alles nur für Andere zu machen. Aber sie machen es nur für sich selbst. Das gilt übrigens auch für mich.
2) Genausowenig kann ich es aber leiden, wenn Spieler meinen für sie gelte nur der finanzielle Beitrag. Deswegen werde ich die Spieler die ich trainiere auch nie verwöhnen, verhätscheln und ihnen alles in den

stecken. Im Gegenteil. Ich fordere von den von mir trainierten Leuten auch ihren imateriellen Beitrag ein. Ohne diesen sind sie keine Mitgleider des Vereins und haben auch keinen Anspruch auf seine Leistungen. Den "Hinterherjammerern" sei gesagt, daß sie nur während der Mitgliedschaft den imateriellen Beitrag einfordern können. Nach dem Wechsel nicht mehr. Also kein Grund zum Nörgeln. Der eigene Fehler wurde vorher begangen.
3) Logische Folge aus den ersten beiden Punkten ist übrigens, daß echter Leistungssport in Vereinen nicht praktiziert werden kann. Wenn man Top Atlethen ausbilden will, dann sind sie auf reine Dienstleistung angewiesen und haben keine Zeit selber imaterielle Beiträge zu leisten. Spitzensport können daher nur die Verbände bieten. Das ist ja auch die Realität im Tischtennis.
@ Matti: Hat man dir das eingeredet, daß du dem Verein noch was schuldest, oder hast du einfach in den Jahren zuvor verssäumt deinen imateriellen Beitrag zu leisten und hast es selber im Nachhinein bemerkt? Oder waren es etwa doch Gründe des Zusammenhalts und der Geselligkeit, die dich da lange gefesselt haben?
PS: Ich wollt seit über einer Stunde schlafen! Find ich verdammt

von dir "Jever-Dark" mir mit diesem Diskussionsthema dermassen den Schlaf zu rauben!!
:boing: