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AW: Spielsystem Dimitrij Ovtcharov
also mir gefallen grundsätztlich mal alle spieler, die etwas anderes (neues) spielen als diesen "normalen" schulbuch-tischtenniskram. einfach mal andere taktiken und techniken anzusehn...sowas gefällt mir einfach.
deshalb finde ich es klasse, dass es leute wie dima gibt, die einfach gegen den mainstream schwimmen.
um es mal überspitzt zu sagen:
für mich stellt dimas spielstil eine komponente des tischtennis-spielers dar, der in naher zukunft, die tischtennisszene beherrschen wird. ich meine damit jetzt nicht die person dima sondern eine komponente aus dimas spiel. nämlich die starke ausrichtung auf die rückhand.
was mein ich jetzt damit?
in meinen augen sieht das erfolgsversprechendste spiel der zukunft so aus:
- starke vorhand (status quo - da führt kein weg dran vorbei)
- viel mehr als bisher einsatz der rückhand (gerade bei der aufschlagannahme wird die rückhand entschieden an bedeutung gewinnen).
--> ich denke, dass zukünftige generationen (bewußt) die vorhand, mehr oder weniger, umlaufen werden, um mit der rückhand das service des gegners annehmen zu können. meiner meinung nach liegt in der entwicklung der rückhand noch ein unglaubliches potential, das die spitzenspieler (allmählich beginnen auszuschöpfen --> bananen-topspin). ich gehe sogar provokativ nun soweit, indem ich sage, dass gerade über dem tisch die rückhand in zukunft enorme vorteile gegenüber der vorhand bringen wird.
gerade die entwicklung des bananentopspins zeigt, das enormes potential in der rückhand schlummert. ein ordentlicher bananentopspin über dem tischtennis ist (so denke ich) effektiver als ein vorhandflip oder ähnliches.
sogesehen ist dima ein vorreiter des zukünftigen tischtennisspielers. leider besitzt dima momentan nur eine komponente (aus zahlreichen eigenschaften) des zukünftigen weltranglisten ersten. und somit scheidet für mich der platz an der sonne für dima aus. schaut man sich nämlich die jungen chinesen an (ma long, zhang yike, wang hao*) stellt man eine starke orientierung auf die rückhand fest kombiniert mit einer starken vorhand. und genau das fehlt dima im besonderen.
wenn es dima gelingt eine starke vorhand aufzubauen, dann ist ein platz unter den top 5 möglich. allerdings wird er es schwer haben gegen die zukünftigen chinesen, da dima erst noch seine vorhand entwickeln muss. die jungen chinesen, diese jedoch schon traditionel (kombiniert mit einer neuen rückhandstärke) besitzen.
so genug dahin philosphiert. jetzt sag ich noch schnell warum ich dimas spielstil klasse finde und dann is gut:
super:
1. unkonventionell
2. sehr angriffslustig bei der serviceannahme (da können sich manche europär mal eine scheibe von abschneiden)
3. andere aufschläge (effektiv und ungewohnt)
eher schlecht (wenn man das als amateurspieler überhaupt sagen darf):
1. läßt sich sehr oft nach hinten drängen
2. schlechte vorhand (im vergleich zu anderen topspielern)
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