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Alt 15.11.2002, 16:37
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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@Ahdow

Du scheinst eine ganze Menge Frust mit Dir herumzutragen. Ich kann Dich gut verstehen. Auch bei mir hat das Ansehen der Politik und ihrer Protagonisten stark gelitten. Aus diesem Grund war die Wahl auch für mich eine Suche nach dem kleinsten Übel.
Im Gegensatz zu Dir bin ich aber immer noch der Meinung, daß die aktuelle Regierung das kleinere Übel darstellt. Es stellt sich für mich die Frage, ob Du Deinen zurecht großen Unmut nicht auf die aktuelle Regierung projizierst und dabei ungerecht wirst, denn

Zitat:
die endlosen skandale und enthüllungen
- sind parteiübergreifend und betreffen in Qualität und Quantität die Opposition eher noch mehr.

- Wahlversprechungen sind schon lange nicht mehr annähernd eingehalten worden, was hat Kohl nicht alles versprochen !
Zitat:
die finanziellen verdienste (diäten, und (sonder-) zuwendungen, sowie die steuerlichen vergünstigungen, die politiker geniessen
-hat nicht die aktuelle Regierung eingeführt.

- die berufliche Bildung hat nicht zwangsläufig etwas mit der Qualität der politischen Arbeit zu tun und die Zusammensetzung wird bei der Union auch nicht viel anders aussehen.

Desweiteren wirfst Du m.E. Dinge durcheinander:
Zitat:
man muss sich bloß einmal überlegen, welche berufliche laufbahn und qualifikationen, bzw. praxiserfahrung die manager von riesenunternehmen wie rwe, thyssen, oder der deutschen bank, etc. mitbringen, bevor sie einen solchen job ausüben. und dann stell man sich mal vor, dass eine aufgabe, die hundertfach schwieriger ist - nämlich die regierung deutschlands - von theologen, deutschlehrern und sozialpädagogen ausgeführt wird!
Hier handelt es sich um zwei völlig verschiedene Aufgaben, die nicht miteinander vergleichbar sind. Ich möchte nicht bewerten, was leichter und was schwerer ist, aber die Befähigung, ein Unternehmen zu leiten ist nicht gleichbedeutend mit der Fähigkeit, ein Land zu regieren, bzw. einenTeil dazu beizutragen. Wichtig ist m.E. die Unterscheidung, daß ein Manager ausschließlich Eigeninteressen seiner Firma verfolgt, alles andere ist ihm völlig egal, so kann ein Politiker nicht handeln. Zum zweiten kann ein Manager fast völlig frei entscheiden, der Spielraum für politische Entscheidungen ist hingegen doch eher gering, sofort laufen irgendwelche mehr oder weniger mächtigen Verbände Sturm oder die Gerichte machen sich wichtig. Da macht Politik sicherlich auch wenig Spaß.

Zitat:
was spricht dagegen, dass beamte in die rentenkasse zahlen und politiker die ihren verdiensten angemessenen steuern zahlen?
Nichts. Allerdings bist Du hier auch nicht ganz korrekt, Politiker zahlen nämlich genauso Steuern wie alle anderen auch, sie bekommen nur andere Zulagen, über diue man dann im Einzelnen diskutieren müsste. Daß nicht alle in die Sozialkassen (Rente, Arbeitslosigkeit, Krankheit) einzahlen ist für mich auch ein unverständlicher Zustand, der geändert werden müsste, aber sei versichert, die Opposition würde das auch nicht angehen.

Zitat:
"Die Industrienationen sind ausgewachsen, jetzt kann es nur noch um Verteilung gehen."
"Im Mittelpunkt der Politik müssen ganz andere Themen stehn, wie wäre es mit den Überlebenschancen künftiger Generationen ?"

wenn das wahr wäre, brauchst du dich um deine zukünftige generation keine besonderen gedanken mehr zu machen.
eine industrienation, bzw. eine zivilisation, deren entwicklung nicht vorwärts geht, sondern stillsteht, kann nicht überleben. natürlich gibt es auf den deutschen märkten wachstumspotenzial.
Wachstumspotential gibt es immer in einzelnen Sparten. Ich habe auch mit keinem Wort gesagt, daß die Industrienationen stehen bleiben, aber das Gesamtwachstum haben diese eben erreicht. Wachstum des Einen geht dort dann auf Kosten eines anderen.
Ist wie im Leben, als Kind wächst Du, bis Du ausgewachsen bist. Danach kannst Du machen was Du willst, Du bist ausgewachsen. Wenn Du die Kapazitäten Deines gehirns ausgeschöpft hast, dann kannst Du nur noch etwas Neues lernen, wenn Du dafür nicht mehr benötigte Informationen vergißt.
In Deutschland hat fast jeder ein Auto, einen Videorecorder, eine Waschmaschine, einen Computer, ein Bügeleisen, etc.. Wenn was kaputt geht, wird ein Neues gekauft, vielleicht auch wenn es etwas Besseres gibt, aber die Zahl der Neukäufe wird nie mehr den Stand erreichen, der nötig war, um erst mal alle mit den Konsum- und Luxusgütern zu versorgen.
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