Ich bin sicher ich sollte nicht mehr halbtrunken am frühen Morgen hier im Forum schreiben. Der Inhalt stimmt, der Ausdruck ist mangelhaft.
Mit meiner Aussage wollte ich ausdrücken, dass man die Nicht-Schlaghand durch Einstellungen (Aktivierung gewisser Muskelketten) auch verwenden kann um die Rumpfstabilität des Spielers zu verbessern. Man könnte noch viel mehr machen, wie eine Anregung der Wirbelsäulen-Rotation.
Ich versuch es mal einfach zu erklären. Die Neurophysiologie geht davon aus, dass verschiedene Bewegungsmuster
subkortikal bei uns allen abgelegt sind. Gut beobachten kann man das bei Säuglingen, die alle unabhängig voneinander lernen zu laufen. Sie schauen es nicht von den Erwachsenen ab (dadurch wird höchstens die Motivation größer), die Aufrichtung in den Stand ist einfach ein abgespeicherter Prozess, der fast immer (99%!) gleich verläuft.
Achja. Die Bewegungsmuster sind immer miteinander verschaltet, unsere Muskeln arbeiten in Ketten und diese Ketten laufen durch den ganzen Körper. Vom kleinen Zeh bis zum kleinen Finger.
Und diese Bewegungsmuster sind auch bei uns Erwachsenen drin. Immer. Es denkt ja hier keiner darüber nach, wie er läuft, er tut es einfach. Das Bewusstsein kann natürlich Einfluss nehmen, in der Regel ist das aber nicht notwendig.
Wieso laufen wir nun nicht alle perfekt? Einseitige Belastungen, Belastungen bei Müdigkeit, muskuläre Dysbalancen, koordinative Störungen, Zeitdruck - sie alle können dazu führen, dass wir uns suboptimal bewegen und auf sogenannte Ersatzmuster zurückgreifen. Ersatzmuster sind weniger ökonomisch, sie benötigen mehr Energie/Kraft und belasten die physischen Strukturen (Muskulatur, Knochen, Bänder, Gelenkknorpel) mehr, schließlich sind sie weniger effektiv!
Wie ist das beim Tischtennis? Auch hier spielt man selten eine Idealtechnik (die meiner Meinung nach auch auf subkortikalen Bewegungsmustern basiert), sondern entfernt sich von dieser. Besonders im Wettkampf ist kaum noch ein Athlet in der Lage seine Idealtechnik zu spielen. Ein Weltklassespieler wird natürlich erst bei höherem Tempo und größerer Rotation zu solchen Ausweichbewegungen gezwungen.
Ziel muss es also sein, den Spieler physisch so stark zu machen, dass er erst bei höchster Belastung auf Ersatzbewegungen zurückgreifen muss. Dies kann man erreichen indem man immer wieder die idealen Bewegungsmuster schult.
Das betrifft einerseits die Technik, aber man kann auch mit der Nicht-Schlaghand so arbeiten, dass eine Muskelkette aktiviert wird, die den Rumpf stabilisiert und so z.B. verhindert, dass wir beim RH-Topspin in Rückenlage fallen.
Was machen nun neurophysiologische Techniken?
Bei PNF, Brunkow oder Voijta versucht man durch äußere Reize (z.b. Druckpunkte) verschiedene Bewegungsmuster anzuregen und zu aktivieren. Wie gut das klappt kann man besonders bei Menschen sehen, wo das Bewusstsein keinen Einfluss mehr auf die Skelettmuskulatur nehmen kann (z.b. Schlaganfälle, Lähmungen, Spastiken).
So. Ich hoffe Ihr habt mich ein kleines bisserl verstanden, ich grüble schon länger darüber nach wie ich das kurz und bündig jemanden erkläre. Es ist noch viel komplexer und es bieten sich noch viel mehr Möglichkeiten. Wer sich dafür wirklich interessiert, der sollte sich über PNF, Brunkow oder Vojta informieren. Am besten ist es natürlich einfach mal selbst zu erfahren, also zu spüren, was da geschieht. Diese Techniken werden in der Neurologie sehr häufig und mit sehr großem Erfolg angewandt.
Bei Fragen versuche ich zu antworten, wenn ich die Zeit finde.