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Alt 06.08.2008, 09:38
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AW: werner Schlager

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Zitat von sport.orf.at
"Medaille wäre Bereicherung"

Werner Schlager macht sich mit Olympia keinen Stress. Nach dem Ende des zweiwöchigen Trainingslagers im Bundessportheim Faak/See, übersiedelte er zum Camp nach Düsseldorf, einmal täglich Balltraining ist für den 35-Jährigen dort genug. Vor Faak hatte der Ex-Tischtennis-Weltmeister gar eine fünfwöchige Pause eingelegt, trainierte nur einmal pro Woche. Schlager weiß, was er kann, will das in Peking zeigen.

"Die Pause hat mir gut getan", erklärte der Niederösterreicher. Erstmals hat er sich zu einem solchen Schritt entschlossen. Und das in einer Zeit, als seine Konkurrenten an der perfekten Schlagtechnik feilten. Dafür geht Schlager nun geistig frisch und relaxt in jede Einheit und holt sich aus jedem Sparring je nach Spieler etwas für sein Spiel heraus.


Die vierte Olympia-Chance
Für den aktuellen Champions-League-Sieger ist der Ausgang des Tischtennis-Turniers bei seinen vierten Olympischen Spielen besonders schwierig vorherzusagen. "Die Dichte ist in den letzten zwei, drei, vier Jahren so extrem gestiegen, dass Spieler aus der früheren zweiten Kategorie jetzt vorne mitmischen." Bestes Beispiel ist der schon 45-jährige Spanier He Zhi Wen, der gebürtige Chinese hatte Schlager bei der WM 2005 entthront.


"Im Tischtennis ist eben alles möglich", kommentierte Schlager den Aufstieg des "Oldies" und weiß daher aber auch, dass auch von ihm selbst ein ähnlicher Coup wie jener Gold-Lauf bei der WM 2003 nicht auszuschließen ist. Favoriten sind natürlich die Chinesen, wie immer. Doch es drängt sich die Frage auf, wie Ma Lin und Co. mit dem Druck durch die Heim-Spiele umgehen.


China muss Gold holen, sonst ...
"Es gibt Spieler, die es beflügelt und solche, die es lähmt", weiß Schlager. "Die Chinesen haben jetzt noch mehr Druck, da sie zuletzt so unglaublich gute Resultate und Siegesserien hatten." Nach Einschätzung des ÖTTV-Asses lastet primär die Erwartungshaltung der chinesischen Verantwortlichen und Offiziellen auf den Schultern der Aktiven. "Es ist ein Muss, alle Goldenen zu holen. Wenn sie nur eine nicht holen, wäre es eine Katastrophe."


Schlager selbst hatte eben 2003 die chinesische Phalanx durchbrochen und diese Katastrophe ausgelöst, ebenso wie ein Jahr danach bei Olympia der Südkoreaner Ryu Seung-min. Mit etlichen Erfolgen auf der Habenseite wird Schlager ausgeglichen in Peking antreten. "Es ist ja nicht so, dass ich in meiner Karriere noch nichts erreicht habe. Eine Olympia-Medaille wäre eine schöne Bereicherung, aber ich muss niemandem etwas beweisen."


Die Konzentration gilt dem Weg
Schlagers Vorsatz für das Olympia-Turnier ist nicht, von Anfang an die Medaille im Visier zu haben. "Ich werde mich nicht auf das absolute Ziel konzentrieren, sondern auf den Weg dorthin. Dann passiert es halt oder es passiert nicht."


Die Voraussetzungen dafür, dass es passieren kann, hat der Doppel-Europameister 2005 vor allem in den vergangenen Jahren geschaffen. "Ich habe mich technisch, taktisch, mental und physisch weiterentwickelt."


Der Weltmeister Werner Schlager aus dem Jahr 2003 hätte gegen den Werner Schlager im Jahr 2008 keine Chance mehr. Die Steigerung war wichtig, um mit der internationalen Entwicklung Schritt zu halten. Die Mental-Arbeit spielte dabei jedoch eine nur untergeordnete Rolle, zeichnete er sich doch schon bei seinem WM-Triumph durch Nerven aus Stahl und zahlreiche abgewehrte Matchbälle aus.


Mental gefestigt und körperlich fit
"Da bin ich so gefestigt, dass ich viel investieren müsste, um mich noch zu steigern", weiß der Sieger des Europa-Top-12 der Jahre 2000 und 2008. Anders liegt der Fall im physischen Bereich.


"Ich bin jetzt körperlich so fit, dass sich für mich eine Tür in einen anderen taktischen Sektor und in gewisser Weise auch technischen Sektor aufmacht. Ich spiele jetzt Bälle in Serie, wo ich früher eine Pause machen musste."


Diese Komponente war für Schlager ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Champions-League-Sieg mit SVS Niederösterreich und sein sonstiges hervorragendes Abschneiden in dieser Saison.


Wie man Muskeln technisch nützen kann
Stark beteiligt an der physischen Steigerung war und ist ÖTTV-Konditionstrainer Claus Bader. Schlager: "Ich ernte jetzt die Ausläufer des Krafttrainings vor drei, vier Jahren. Muskelmasse alleine reicht nicht, man muss sie auch technisch einsetzen lernen."


Und durch seinen stabiler und kräftiger gewordenen Rumpf blieb Schlager in jüngster Zeit auch von Verletzungen verschont, der Rücken macht ihm keine Probleme mehr. Anders wäre das Spiel von heute auch nicht in den Griff zu bekommen, denn es wird immer athletischer.


"Die physische Belastung war früher nicht so groß wie heute", erläutert Schlager. Er ist für Olympia in Peking gerüstet - körperlich und vom Spielerischen sowieso.
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