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Alt 28.08.2008, 15:05
Tony_Iommi Tony_Iommi ist offline
Onkel aus Amerika
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AW: Wer wird neuer Präsident in den USA?

Und auch am gestrigen Tage ging es also wieder munter weiter, mit der neu gewonnenen und/oder wiedererstaerkten „Unity“ (neues Lieblingswort der Demokraten :-)).

Es stand die Abstimmung der der individuellen Bundesstaaten an (Roll-Call Vote). Obama war ja noch nicht offiziell als Praesidentschaftkandidat gekuert worden. Und die Anzahl der noch benoetigten Stimmen, war ja nun auch nicht unerheblich. Haelt man sich nur mal vor Augen, dass ein Grossteil der Clinton Anhaenger im Vorfeld garnicht gewillt waren Obama zu waehlen, so hatten viele eine Zitterpartie erwartet. Zwar glaubte kaum jemand, dass er nicht die erforderliche Anzahl an Stimmen erreichen koenne, aber man erwartete durchaus, dass der ein oder andere Staat quasi „aus Protest“ fuer Clinton abstimmen wuerde.

Dann folgte ein perfekt inszeniertes Schauspiel. Die genaue Reihenfolge weiss ich nicht mehr, aber wenn ich mich richtig erinnere, ging es mit New Mexico los. Mit viel Tamtam und Theater wurde keine Stimme abgegeben, sondern man schloss sich der Entscheidung des Folgestaates an (also: „offiziell“ wusste New Mexico nicht, wie sich Illinois entscheiden wuerde – aber natuerlich war alles voher abgesprochen und man versuchte auch erst garnicht, dass Ganze zu vertuschen. Das alles hatte mehr Demonstrationscharakter). Also war nun Illinois, Obama’s Heimatstaat, an der Reihe. Von dort gab es auch keine Entscheidung, sondern man „yield-te“ dem great state of New York. Der mittlerweile zum Rockstar advancierten Senatorin aus Chappaqua, blieb dann ein weiterer Hoehepunkt vorbehalten: nach ein paar kurzen aber klaren Worten, bat sie die „Madam Speaker“ (also die Tante, die die ganze Veranstaltung leitete), die Stimmauszaehlung abzubrechen und Obama als Praesidentschaftskandidaten „by acclamation“ zu nominieren. Gesagt - getan. Es folgte die Aufforderung an alle Anwesenden, per Applaus der Wahl Obamas zuzustimmen.
Dann ohrenbetaeubender Laerm und die Sache war gegessen und somit nun auch offiziell. Alle Staatenvertreter hatten also somit einstimmig Obama zum Praesidenten gewaehlt (obwohl das so natuerlich auch nicht ganz stimmt, aber das spielt keine Rolle mehr).

Opferlamm Clinton konnte dann selbstwohlgefaellig den Gang zu ihrem Sitzplatz antreten und zum gemuetlichen Teil uebergehen. Schliesslich stand ja Billy-Boys Rede auf dem Programm, gefolgt von der Ansprache Bidens. Zuvor hatte man noch Kerry an’s Micro gelassen, die Nummer habe ich aber leider verpasst. Ich dachte die Uebertragung wuerde erst um 10:00PM beginnen und so entschied ich mich fuer „America’s got Talent“. Aber nicht etwa wegen den vollkommen untalentierten Stuempern, die dort ihr „Koennen“ zum besten geben – nein, Schnapsbacke David Hasselhoff wie immer „wasted“ hinter’m Jurypult und in Bestform. Einfach Klasse, seit vorgestern bin ich grosser Fan von ihm. Vollkommen ungeniert ob seines Zustandes, lallt er besoffen waehrend einer Live Uebertragung in der Gegend herum. Schade, dass Ozzy zur Zeit nix mehr saeuft, er war naemlich auch im Publikum, da Sharon ja bekanntermassen Jurymitglied ist. Ich bin mir sicher, er und David haetten die Theken L.A.s nach der Show komplett leergesoffen. Nunja, ich freue mich auf naechsten Dienstag, dann gibt’s die naechste Sendung und garantiert wieder einen unterhaltenden Auftritt Hasselhoffs.

Geändert von Tony_Iommi (08.09.2008 um 01:22 Uhr)
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