Zitat:
Zitat von Joachim Voigt
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Warum sollten *alle* chinesischen Methoden bei uns nicht funktionieren? Warum mauert ihr schon vorher statt begierig aufzunehmen, was wir lernen könnten? Genau das ist einer der Gründe, warum Europa dermassen rückständig ist. Wir finden uns toll, glauben wir machen alles richtig. Wenn wir dann nicht mithalten können, dann finden wir ganz schnell unveränderliche Tatsachen, die es unmöglich machen, besser zu sein. So können wir immer weiter verlieren und glauben wir sind toll. Vielleicht wäre es aber sinnvoller, wenn wir versuchen würden zu lernen und sehen, was in China anders läuft. Dann sehen wir, ok, manches geht bei uns nicht, aber vieles eben doch.
Die Chinesen waren zum Beispiel die ersten deren Spieler athletischer wurden. Wollen wir ernsthaft bestreiten, daß das richtig war, daß das auch für uns gilt? Warum sollten wir nicht noch mehr von China lernen...
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Wir entfernen uns mit unseren Methoden aktuell immer mehr von China. In China gibt es keine Kreativität, keine Selbständigkeit. Die Spieler würden niemals Einfluss auf Ihren Trainingsprozess nehmen, da sie nur zum gehorchen erzogen wurden. Bei uns fördert man den mündigen, selbständigen Sportler. Insofern finde ich unsere Methoden einfach sehr modern und zeitgemäss. Sie sind auf unsere Bedingungen (Kultur usw.) abgestimmt.
Wir haben in Deutschland einen eigenen Weg gefunden. Es geht auch gar nicht anders. Bei uns kann man talentierten Kindern nunmal nicht die Schule verweigern. Eltern würden es nicht erlauben wenn der Trainer den Schlagstock bei den Kids anwendet. Ich bin mir nicht so sicher, dass es unsere Methoden sind, die man rückständig nennen muss.
Natürlich hat China den Erfolg, aber wir haben nicht die gleichen Voraussetzungen. China kann aus dem vollen schöpfen. Man hat um das hundertfache mehr Kids bei der Talentsichtung. man muss sich nicht mit Fußball um das Talent streiten.
Und was die Athletik betrifft können wir uns nicht solche "Ausschussquoten" leisten wie die Chinesen. Es dürfte klar sein, dass es dort sehr viele Sportinvaliden gibt.
Beim DTTB hatte man übrigens gelernt und das Training von Timo wurde ja auf mehr Athletik ausgerichtet (um seine größten Defizite gegenüber den Chinesen zu mildern). Man hat anfang des Jahres die Quittung bekommen. Timo Boll konnte mehrere Monate nicht voll trainieren da er gleich mehrere Verletzungen hatte. Zum einen eine Entzündung der Achillessehne, zum anderen irgendwas mit den Schleimbeuteln im Knie. Beides dürften Verletzungen wegen Überlastungen sein.
Ich bleibe dabei, Boll wäre in China untergegangen. Sein Körper hätte nie die Belastung mitgemacht. Aber in China gibt es halt zig Bolls, da ist es kein Thema wenn ein Großteil auf der Strecke bleibt. Die Ma Lins, Wang Haos usw sind die die es überstanden haben. Sowas können wir uns (zum Glück!) nicht leisten.