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Das Thema ist mehrschichtig.
Die oben genannten Vorteile kann man teilweise auch als Nachteile ansehen.
Thema Spielzeit: Das Gegenargument zu den extrem langen Spielen wären extrem kurze Spiele. Für ein 6:0 könnte dann die Fahrtzeit gegen über der Spielzeit überwiegen. Ein einstündiges Spiel wirkt auf mich weniger motivierend. Außerdem macht das 6er-Paarkreuz Spiele erst wirklich interessant. Wie oft haben sich Spiele noch gedreht. Bei der Jugend (4er) ist nach den Doppeln oft schon eine Vorentscheidung gefallen.
Außerdem geht eine ganze Menge Mannschaftsgefühl verloren. Zwei spielen, einer zählt, einer sitzt draußen und kann evtl. Tips verteilen (falls kompetent und erwünscht). Man bekommt nix von den Spielen seiner Kollegen mit. Letztendlich ist das Wort Mannschaft dann eher Hohn, da Individualisten in einer Zweckgemeinschaft Sport treiben. Da sehe ich lieber ein bißchen meinen Kollegen zu. Tips geben, klatschen, anfeuern, coachen, einfach Atmosphäre.
Wollt ihr darauf wirklich verzichten?
Denkt mal dran, wie es ist, an drei Tischen zu spielen, da geht das Spiel als Gemeinschaftserlebnis komplett an einem vorbei, nach dem Spiel kann man sich dann so erzählen lassen, wie es an den anderen Tischen gelaufen ist.
Ich habe mich jedenfalls wie ein Schneekönig gefreut, als ich aus der Jugend zu den Herren kam. Und zwar, weil ich das Spielsystem viel interessanter fand. Da nehm ich auch mal einen langen Abend in Kauf.
Ansonsten wäre ich mal auf die Reaktionen gespannt, wenn die verschiedenen Mannschaften eines Vereines umstrukturiert werden würden, wir z.B.
1. Landesliga
2. Bezirksklasse
3. 1.Kreisklasse
4. 2.Kreisklasse
Der Umstieg würde dann so aussehen:
1. LL: 1.&2.PK LL alt
2. BK: 3.PK LL & 1.PK BK
3. 1.KK: 2.&3.PK BK
4. 2.KK: 1.&2.PK 1.KK
5. 3.KK: 3.PK 1.KK & 1.PK 2.KK
6. 3.KK: 2.PK 2.KK & 3.PK 2.KK
Bem.: Da es dann 1/3 mehr Teams geben wird, müßten wohl mindestens 4. & 5. Kreisklassen geschafft werden.
Na dann, viel Spaß bei der Umsetzung in euren Vereinen.
Selbst wenn man 40 mm-Ball und (teilweise) sinnlose Regeländerungen überlebt, bei der Umstellung auf 4er-Teams hätten wegen der oben beschriebenen Folgen dann endgültig viele Spieler die Schnauze von der Sportart voll.
Teillösungen für die unterste Spielklasse (wird auch bei uns im Kreis praktiziert) sind situationsbedingt okay. Allerdings sind dort die oben genannten Folgen schon vorhanden und die Probleme bei Auf- & Abstieg sind teilweise gegeben.
Also, ich bin uneingeschränkt für die Beibehaltung des 6er-PAARKREUZES!!!!!!!!
Tischtennis auch als Mannschaftssport und nicht als Zweckgemeinschaft von Individualisten. Hossa.
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Carpe diem
Mephisto
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