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Alt 17.09.2008, 15:51
sportsfriend_71 sportsfriend_71 ist offline
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Smile AW: Mizutani, Amultart o. Photino

Zitat:
Zitat von sportsfriend_71 Beitrag anzeigen

Nächste Woche werde ich der Vollständigkeit wegen auch noch das Mizutani testen.

Mit sportlichem Gruß,
Sportsfriend_71
Hallo zusammen,

heute möchte ich nach mehrtägigem Test nun auch auf die Spieleigenschaften vom BTY-Holz Mizutani eingehen:

Materialtest: BTY Mizutani konkav [89g]; VH: BTY Tenergy rot 2,1; RH: BTY Tenergy schwarz 1,9 - Gesamtgewicht: 185g

Ein Fazit schon mal vorweg: das Mizutani macht GENAU das, was die Hand macht, d.h. die Kontrolleigenschaften stehen als Konstruktionsziel vor der
Endgeschwindigkeit.

Aber der Reihe nach...ich werde bei der Darstellung der Testergebnisse wieder so vorgehen, wie beim Testbericht vom Amultart am 07.08.08.

Kontern:
Sehr intensiver Ballkontakt ohne störende Vibrationen, längere Ballkontaktzeit als beim Amultart, was bei einer Dicke von 5,7mm gegenüber 7,1mm beim Amultart auch nicht anders zu erwarten war. Ich hatte das Gefühl, minutenlang ohne Fehler kontern zu können. Die Flugkurve ist nicht so flach wie beim Amultart, aber auch nicht wirklich bogenförmig.
Erster Eindruck: sehr kontrolliert, winkelstabil, vom Gefühl her erinnert diese konstruktion fast schon an ein schnelleres Allroundholz.


Blocken:
Sehr sicherer Rückschlag, der sich in der Geschwindigkeit am ankommenden Ball orientiert - extrem gut und sicher sind Kickblocks mit aggressivem Handgelenkseinsatz zu spielen. Die Geschwindigkeit des Blockballs hängt direkt vom biomechanischen Einsatz ab, d.h. eine Eigendynamik des Holzes bei passiven Schlägen liegt nicht im Fokus.


Topspin:
Auch hier der Grundcharakter: Kontrolle geht vor Geschwindigkeit - bei dem nun betont aktiven Schlagarmeinsatz entfaltet sich auch die Kunstfaser (ZL Carbon) und bringt genügend Geschwindigkeit bei einer deutlich bogenförmigeren Flugbahn, als beim Amultart. Beim Topspin auf Block habe ich im Falle eines Fehlers fast nie ins Netz gezogen, sondern hinter die Platte.
Beim Rückhandspin war ich schon bei den ersten Schlägen (Eröffnung auf US) erstaunt, wie spinfreudig das Mizutani sich verhält. Meine starke Spielpartnerin (Bayernliga Damen) konnte bei dieser Übung praktisch minutenlang (entspricht wirklich der Tatsache) den Ball nicht auf die Platte blocken (immer deutlich hinter die Grundlinie), wobei ich auch immer auf maximalen Handgelenkseinsatz beim Ziehen geachtet habe. Im offenen Spiel auf Block mußte ich für eine ordentliche Grundgeschwindigkeit physisch mehr "arbeiten" (Vorspannung über Ellenbogen, Oberkörpereinsatz), als beim Amultart.
Insgesamt beim Spin also ein m.E. sehr spinorientiertes Holz, welches für mich in Sachen Speedoptimierung idealerweise noch ein wenig dickere Außenfurniere besitzen könnte - mit den Tenergybelägen harmoniert diese Kombination sehr gut, sehr gefühlvoll und ist damit auch sehr variabel.

Aufschlag:
Sehr gutes Gefühl bei allen Aufschlägen - auch die schnellen, langen Varianten können hier sogar noch einen Tick aggressiver gespielt werden, als mit dem Amultart, da man sich durch die verlängerte Ballkontaktzeit einfach noch ein paar km/h mehr zutraut, sich auch bei anspruchsvollen Umkehraufschlägen noch sicherer fühlt (ganz wichtig, wenn man einen Trickaufschlag bei engem Spielstand spielen möchte).
Fazit: exzellentes Ballgefühl und enormer schnitt/Spin verbunden mit größmöglicher Sicherheit - hier spielt sich das Mizutani nahezu wie ein Allroundholz

Rückschlag:
Ein Traum: auf kurzes Service gelingen bei gutem Timing (früh am Ball) praktisch alle kurzen Rückschläge, z.T. sogar mit dreifachem Kontakt auf der gegnerischen Platte, wenn der Ball nicht angenommen wird. Eine ganz große Stärke vom Mizutani!!! Rückschlagvarianten mit Antäuschen eines langen Schupfballes in die VH, der dann mit abgeknicktem Handgelenk in die weite Rückhand gespielt wird, können sicher und damit in nahezu jeder Spielsituation angewendet werden und lassen einen problemlos vom passiven ins aktive Spiel kommen.

Flip:
Im Prinzip ist jede Variante ohne Probleme spielbar, VH wie RH - die lange Ballkontaktzeit ermutigt auch, bei entsprechenden Aufschlägen der schwierigeren, parallelen Variante den Vorzug zu geben, da auch schnelle Flips bei bogenförmigem Handgelenkseinsatz nicht so schnell im Netz landen, wie bei tempoorientierteren Hölzern.

Fazit:
das Mizutani ist ein großartiges Holz, welches seine Stärken in der Spinfreudigkeit, dem fantastischen Ballgefühl bei allen Schlägen und damit in seiner Ausgeglichenheit besitzt. Wo andere Hölzer die Schlagpalette (auch taktisch durch Fehleranfälligkeit) einengen, drängt sich das Mizutani geradezu für Cracks mit Spielwitz auf.
Die Grundgeschwindigkeit könnte für mich noch etwas höher sein - hier werde ich in den nächsten Tagen mit 2 Schichten Lack experimentieren. Diese Maßnahme sollte insbesondere beim Spiel aus der Halbdistanz und bei Endschlägen noch den Druck verbessern.
Im Vergleich zum Viscaria ist das Mizutani spürbar langsamer - bei Offensivschlägen würde ich hier meiner alten Referenz den Vorzug geben - mal sehen, wie die Lackschichten dem Mizutani bekommen.
Noch ein Vergleich zum Amultart: der Griff beim Mizutani ist einen Tick schlanker ausgefallen (100x24mm vs. 100x25mm). Insoweit liegt mir das Amultart besser in der Hand.

Aktuelle persönliche Rangliste:

1. Amultart
2. Viscaria
3. Mizutani

An alle, die sich bereits fürs Mizutani entschieden haben - viel Spaß & Erfolg beim Spielen So schnell wird man so ein Holz nicht wieder wechseln wollen....

Mit sportlichem Gruß,
Sportsfriend_71
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