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Pressebericht in der Hessisch/Niedersächsichen Allgemeinen
Aufholjagd mit Köpfchen
VON MATTHIAS LOHR
Homberg (hna) - Es fehlte nicht viel und die Kino-Werbung wäre Programm gewesen im Spitzenspiel der 2. Tischtennis-Bundesliga der Damen zwischen der Homberger TS und dem SV Casino Kleinwalsertal: Für Santa Claus 2 warb das Fritzlarer Lichtspieltheater an der Hallenwand.
„Eine noch schönere Bescherung“ lautete der Untertitel, auf dem Plakat lag ein Weihnachtsmann in der Horizontalen.
Das war durchaus sinnbildlich, denn die Hombergerinnen schienen zwischenzeitlich ausgeknockt, die erste Saisonniederlage beim Zwischenstand von 0:4 nur noch eine Frage der Höhe zu sein.
Eine wahrlich schöne Bescherung wäre das gewesen. Doch als selbst der stets optimistische HTS-Manager Volker Koch die Hoffnung aufgegeben hatte und mit dem Schlimmsten rechnete („Es hätte auch 0:6 ausgehen können“), kamen Yin Na und Co. zurück: Mit einer tollen Aufholjagd erkämpfte sich der Tabellenzweite noch ein 5:5 und bleibt damit als einzige Mannschaft des Bundesliga-Unterhauses ungeschlagen.
Als Spielerin des Spiels durfte sich Zelka Dragas fühlen. Ebenso wie ihre Freundin Anna Baklanova landete die 18-Jährige im zweiten Paarkreuz zwei Einzelsiege. Von Baklanova konnte man das erwarten. Die ehemalige Ochsenfurtherin führt die Zweitliga-Rangliste im hinteren Paarkreuz mit 12:2-Siegen an. Dragas spielte dagegen bislang eher eine durchwachsene Saison. Doch Koch kennt die Nervenstärke der gebürtigen Kroatin: „Wenn es gilt, hat sie immer gut gespielt.“
Man könnte meinen, sie müsse immer erst mit dem Rücken zu Wand stehen, bevor sie ihr bestes Tischtennis zeigt. Gegen Sandra Peter lag sie nach Sätzen bereits mit 1:2 hinten, ehe sie die Wende einleitete. „Oft spiele ich, ohne zu überlegen.
Heute habe ich mit Kopf agiert“, meinte Dragas, die vom Wissen des chinesischen Trainers Wei Ran profitierte. Der von HTS−Manager Koch eigens für den Hit engagierte Regionalliga-Spieler aus Hannover gab Dragas während der Partie gegen Peter den wohl entscheidenden Tipp, lange Aufschläge zu spielen.
Sehr zu Freude des Publikums. Fast 250 Zuschauer waren in die Osterbachhalle gekommen und sorgten in der Schlussphase für eine bundesligareife Stimmung. „Das hat der HTS den einen oder anderen Punkt gebracht“, stellte Kleinwalsertals Trainer Walter Grabner nicht ohne Neid fest.
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