Zitat:
Zitat von Eddies Amigos
Ich meine, dass ich es wahrscheinlich nie in die Landesliga schaffen werde
hat diverse Gründe, größtenteils der, dass ich einfach zu spät angefangen bin und nicht gerade vor Talent strotze (dafür aber mit Fleiß beim Training  )
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Sag niemals nie.
Ich behaupte mal, dass absolut kein Talent von Nöten ist um irgendwo in der Landesliga auf 6 zu spielen. Talent braucht man, wenn man Oberliga oder höher erreichen will. Ansonsten kenn ich einige talentbefreite Leute, die alleine mit viel Fleiss, Ehrgeiz und Training auf hohem Niveau zu soliden Bayernliga- bzw. Verbandsligaspieler wurden.
Landesliga kann jeder erreichen, trainingsfleissig bist du ja, wie du sagst, fehlt dann nur noch ein guter Trainer und möglichst hochklassige Trainingspartner.
Zum Thema zu spät angefangen: Klar ist es schon von Vorteil, wenn man so jung wie möglich beginnt, aber auch hier fallen mir spontan 2 Beispiele ein, von Spielern die spät begonnen hatten, mit Anfang 30 noch Bezirksliga bis bestenfalls Bezirksoberliga gespielt hatten und noch mit Ende 30, Anfang 40 brauchbare Bayernligaspieler wurden.
Im Tischtennis ist sehr viel möglich und man kann sich auch in gesetzterem Alter noch sehr stark verbessern. Das natürlich alles nur bis zu einem gewissen Grad, aber Landesliga hinten geht immer.
Dann noch zum eigentlich Thema des Threads. Ich habe im Thread mehrfach das Argument gelesen, dass man Spieler die frisch aus der Jugend herauskommen ruhig weiter unten einsetzen kann, weil, wenn sie gegen den Kreisklasse-Spieler schon nix gewinnen, dann gewinnen sie in der Bezirksklasse erst recht nichts. Das ist natürlich schon richtig und trotzdem bin ich anderer Meinung, weil ich es in der Praxis einfach schon zu oft gesehen habe, wie es läuft. Die Jungs sind 17, 18 und befinden sich deshalb naturgemäß in einer relativ schwierigen Phase. Viele neue Dinge stehen an, Beruf, Studium, evtl. Freundin usw., so dass der Sport gerne mal etwas in den Hintergrund rückt. Gerade dann ist es wichtig, dass das Tischtennisspiel einfach noch Spass macht und der Spass kann sehr schnell weg gehen, wenn man dann gegen unkonventionell spielende Routiniers in tiefen Klassen kein Land sieht. Die jungen Spieler begreifen dann nicht, warum sie im letzten Jahr noch schönes Offensivtischtennis gegen Gleichaltrige spielen konnten und warum sie jetzt auf einmal, mit dem selben Spiel, nichts mehr auf die Kette bekommen und noch viel schwerer können sie es tischtennisfremden Freunden begreiflich machen, warum sie da gegen den 40 Jahre älteren Mann verlieren, der den Schläger so seltsam hält.
Das nimmt den jungen Spielern den Spass und sie hören auf, habe ich oft genug gesehen, teilweise leider auch schon bei wirklich talentierten Spielern, deren Vereine alles falsch gemacht haben.
Steigt man höher ein, verliert man anfangs auch, eh klar, aber man weiss als junger Spieler besser warum man verliert und man kann mehr Spass im Spiel haben, weil es eher das ist, was man aus der Jugend gewohnt ist (natürlich gibts auch weiter oben unkonventionelle Spieler, ist mir klar).
Ausserdem ist es auch so, dass sich junge Spieler sehr schnell an ein Niveau anpassen können. Klar anfangs verlieren sie, aber meistens geht es dann doch sehr schnell und schon ist das Bezirksliganiveau (oder was auch immer) da und es geht viel schneller so, als über den Umweg Kreisklasse, denn spielen die Jungen zuerst da, dann passen sie sich auch erstmal an das dortige Niveau an.
Natürlich muss man jetzt nicht auf Teufel komm raus, den Jugendspieler sofort in die BOL oder Landesligamannschaft pressen, wenn dazu das Spielniveau absolut nicht da ist, aber ich bin generell immer dafür Jugendspieler eben im Rahmen ihrer Möglichkeiten, so hoch wie möglich einzusetzen.
Ich würde jetzt nicht so weit gehen und sagen, dass die Kreisklasse den Jungen das Spiel versaut, aber ich würde schon sagen, dass es schon vielen zumindest die Moral versaut hat und dass es positiv für den jungen Spieler ist, sein Lehrgeld, dass er immer bezahlen wird, auf höherem technischen Niveau zu bezahlen.
Man muss auch nicht in der Kreisklasse lernen, wie man unkonventionelle Spieler schlägt, die schlägt man nach zwei Jahren in der Bezirksklasse von ganz alleine.
Das ist meine bescheidene Meinung zu diesem interessanten Thema mit dem man ja in der Vereinsarbeit immer wieder konfrontiert wird.