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Alt 27.12.2002, 15:05
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Artikel zu Timos Aufstieg in die Weltspitze

Nordwest-Zeitung vom 27.12.2002:

Timo Boll spielt sich an Spitze der Weltrangliste

Als erster Deutscher vorne – „Genug Ziele“

Der Tischtennis-Europameister genießt den Erfolg. Ausruhen auf dem Lorbeer gilt aber nicht.


Von Dietmar Kramer


Höchst. Europameister Timo Boll kann das historische Kunststück noch immer nicht so richtig begreifen. „Man soll es nicht beschreien, aber das wäre natürlich ein Traum. Nie hätte ich mir das früher vorzustellen gewagt“, sagte Boll, der nach sicheren Angaben des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF) am 2. Januar als erster Deutscher den Sprung an die Spitze der Weltrangliste schafft. Damit beendet Boll die fast dreijährige Alleinherrschaft chinesischer Spieler in der Wertung.

In der erst kürzlich bezogenen Wohnung mit der zum persönlichen Programm gewordenen Adresse „Himmelsleiter“ im hessischen Höchst stieß der weltweit erfolgreichste Spieler des ausklingenden Jahres Weihnachten mit Lebensgefährtin Deli und beiden Elternpaaren umso genüsslicher auf seinen atemberaubenden Gipfelsturm an.

Beim offiziellen Machtwechsel, den Boll Mitte Dezember beim Pro-Tour-Finale in Stockholm durch seine Halbfinal-Teilnahme nach dem vorherigen Viertelfinal-Aus des amtierenden Weltranglistenersten Ma Lin (China) vollzog, befindet sich der 21-Jährige mit seiner Partnerin im Winter-Kurzurlaub in Ruhpolding und kann schon zuvor Silvester die Korken knallen lassen: Einen Punkt wird er vor dem früheren WM-Zweiten liegen.

Doch Boll wäre nicht Boll, würde sich der Clubkollege von Deutschlands Idol Jörg Roßkopf beim Bundesligisten TTV Gönnern auf seinem Lorbeer ausruhen wollen: „Ich habe mich jetzt in der Spitze festgesetzt, aber schwieriger wird es, sich nun auch da oben zu halten“, erklärte der Linkshänder. „Ich habe noch genug Ziele und hoffe, dass ich noch ein paar Jahre mitmischen kann.“

Für die EM im März/April in Courmayeur/Italien und die WM im Mai in Paris jedenfalls gilt der deutsche Meister als Favorit, und auch für die Olympischen Spiele 2004 in Athen gehört Boll auf jede Medaillenrechnung. Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) traut seinem Spitzenspieler, der 2002 durch Triumphe beim „Europe Top 12“ in Rotterdam, bei der EM in Zagreb sowie beim Weltcup in Jinan/China einen Rekord aufstellte, insgesamt sechs Titel holte, weitere Großtaten zu: „Die zurückliegenden zwölf Monate waren ganz sicher noch nicht sein Höhepunkt.“

Dass der Ex-Jugendeuropameister als erster DTTB-Spieler die Nummer eins der Welt wird, hat für den designierten „Herrn der Bälle“ keinen besonderen Stellenwert: „Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man in seiner Sportart als Bester gilt.“
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