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Zitat von Schnuddler
Wie ich bereits in Posting #17 geschrieben habe, gibt es in hier keine Ultimative Lösung. Wo fängt "Geld bezahlen" an und wo hört es auf.
Frage an Mephisto: Ein Beispiel! Was machst Du/Ihr(Verein)?
Eure 1. spielt BOL, alles junge Burschen, die meisten aus der eigenen Jugend soweit mir bekannt. Einige Jungs hätten aber schonmal Lust sagen wir VL oder HL zu spielen, weil der eigene sportliche Anspruch und Ergeiz das fordert und Jahr für Jahr immer in der BOL von Platz 3-5, bockt nicht mehr so und eine kleine Unzufriedenheit schleicht sich ein....
Jetzt treten sie an Dich oder einen anderen aus dem Verein heran und sagen das sie Angebote aus anderen Vereinen haben für Klasse X und das sie geneigt sind dieses anzunehmen, ausser ihr würdet selbst aufsteigen.
Du hast bestimmt Kontakt zu vielen Spielern, auch höherklassigen....
Würdest Du nicht darüber nachdenken etwas Geld (in welcher Form auch immer, Material,Fahrtkosten o.ä.) für einen Einser in die Hand zu nehmen um damit den Aufstieg zu ermöglichen und die Jungs dann bleiben würden?
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Wir geben die vorhandenen Mittel für Jugendarbeit aus. Es gibt auch Erlebnisse neben dem Sport, die sehr wichtig für die Entscheidung sind, wo man spielt. Und von diesen Erlebnissen haben und hatten die von Dir angesprochenen Spieler viele - und geben inzwischen auch viel an andere weiter und bringen sich selbst ein.
Natürlich wollen sie/wir gerne in der VL spielen, wenn es irgendwie möglich ist, aber nicht um den Preis, die Vereinskultur zu gefährden und bei den Trainern Abstriche zu machen. Die jungen Spieler haben selbst miterlebt, wie Übungsleiter jahrelang viel ehrenamtlich geleistet haben, um sie dorthin zu bekommen, wo sie heute stehen. Ich denke, die Einstellungen und Motivationen unserer "Jungen" ist eine andere als "Eurer", ohne sie im Detail zu kennen. Das siehst Du ja schon an den TT-Biographien. "Unsere" haben allesamt als B-Schüler bei uns angefangen und durchgängig bei uns gespielt, während "Eure" wegen sportlichem Umfeld schon jeweils mindestens 1x den Verein gewechselt haben - und vermutlich schwer zu halten sein werden, wenn ihr dieses Jahr den Aufstieg nicht schafft. Auch wir haben schon schlechte Erfahrungen gemacht - aber nur, wenn Spieler irgendwann zu uns gewechselt und nicht tatsächlich verwurzelt waren. Ein Grund mehr für Jugendarbeit und Eigengewächse! Insofern denke ich, dass B-E und Oberrad schon noch einmal deutlich unterschiedlich sind, auch wenn es ähnliche Vereins-Philosophien gibt.
Wie gesagt, ab einer gewissen Spielklasse finde ich z.B. Fahrtkosten zu Spielen ok (wenn die Wege auch weiter werden). Voraussetzung dafür ist aber, dass zuviel Geld da ist und nicht z.B. an Übungsleitern gespart werden muss.
Ich kann mir übrigens auch sehr gut vorstellen, dass sich auch in absehbarer Zeit ein sehr guter Spieler unserem Verein anschließt, der Bock auf ihn hat, wie er ist.
Sind wir mal ehrlich, auch VL ist Hobby-TT. Ehrgeiz trägt eine Wettkampfsportart und ist wichtig. Aber was ist mein Motiv, dass ich dafür unbedingt Material oder so gestellt haben möchte, einen Fabrikatssponsor, andere Mittel?
Es geht um Anerkennung, Profilierung oder fehlende Eigenmittel.
Davon habe ich für letzteres volles Verständnis. Wie man jemand unter die Arme greift, die/der sich z.B. kein neues Material leisten kann, kann sehr unterschiedlich sein. Z.B. eine Gegenleistung für Nachwuchstraining, private Spende, einen Förderverein, der sozial Benachteiligte unterstützt usw.
Bei der Profilierung hat das oft auch was mit der Reife zu tun. In einem gewissen Alter mag das ein tolles Gefühl sein, sich über Spielklasse, Trikotsponsor, Vergütung zu profilieren. Mit zunehmenden Alter dürfte aber klar werden, dass der Lebensunterhalt anders als im TT bestritten wird und dadurch auch das Hobby i.d.R. refinanziert wird. Auch z.B. eine Turnierabgraserei wegen Preisgeldern steht in keinem Verhältnis zu dem, was man in der gleichen Zeit anderswo erwirtschaften könnte. Es ist Hobby.
Ein Phänomen, dass auch oft regional unterschiedlich ist, dass ich aber gerade im Frankfurter Raum in den letzten 5 Jahren vermehrt erlebe, ist, dass gerade junge Sportler, die oft sozial benachteiligt sind, mit zweifelhaften Versprechungen gelockt werden und dadurch eine Wechselmentalität entwickeln, die ich



finde. Auch ihrer selbst Willen. Oft schadet das ihrer persönlichen Entwicklung, mittelfristig auch der sportlichen (falls sie der Sportart erhalten bleiben). Da ekeln mich Methoden mancher handelnder Akteure regelrecht an, denen jedes Mittel recht ist, um sich letztendlich selbst zu profilieren. Das alles mag auch mit einem Paradigmenwechsel mancher zu einem reinen Konsumentenverhältnis Verein/Spieler zu tun haben. Doch gibt es erfreulicherweise auch noch eine ganze Menge Gegenbeispiele.


Nicht das wir uns falsch verstehen. Es gibt auch gute Gründe, den Verein zu wechseln. Ich finde nur, dass das inzwischen teilweise zu leichtfertig passiert und manche Menschen dabei recht unrühmliche Rollen einnehmen.
Irgendwo ab Oberliga kommt dann die Grenze, dass zumindest teilweise die Trainingsintensität so hoch wird, dass sie auch auf andere Lebensbereiche wie z.B. auch Arbeit Einfluss nehmen kann - muss aber nicht. Da ist das dann eher eine Motivfrage, mit welchem Selbstverständnis die Sportart betrieben wird.
Kein Verständnis habe ich für den Hobbybereich bei der ausschließlichen Anerkennung über Geld. Es geht doch viel mehr um die soziale Anerkennung. Dass man nach einem Spiel auf die Schulter geklopft bekommt. Dass Menschen ihre Freizeit gerne so nutzen, um zuzuschauen und anzufeuern. Dass ein ganzer Verein dahinter steht und mitfiebert, wenn es um Aufstieg oder Abstieg geht. Dass man sich nach einem engen Krimi mit den Teamkollegen in den Armen liegt und voller Euphorie dann vielleicht noch mit der Mannschaft ne Sause macht. Dass so etwas wie Freundschaft entsteht.
Aber wie gesagt, alles eine Philosophiefrage, die letztendlich auch etwas mit Mehrheiten und handelnden Menschen im Verein zu tun hat, also auch veränderbar ist. Zumindest in einer basisdemokratischen Struktur. Insofern sollte man niemals nie sagen ...
Ansonsten möchte ich mich wieder eher allgemein äußern, da ich nicht der Meinung bin, dass hier konkrete Vereinsphilosophien diskutiert werden sollten. Dass sollte dann doch eher intern oder zwischen befreundeten Vereinen beim Biere geschehen.