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Alt 24.11.2008, 12:26
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AW: Verbandsliga Süd Herren 2008/09_

Es steht wohl außer Frage, dass die ganze Spielerei auf Landesebene nur Hobbyspielerei ist, aber manche aus verschiedenen Gründen Geld bekommen.

Mit dem Argument, mittels bezahlter Spieler den Nachwuchs halten zu können, habe ich so meine Schwierigkeiten. Immer ist es eine Frage der Qualität des eigenen Nachwuchses. Ausnahmetalente in einem Verein ließen sich z.B. so beschreiben, dass sie zu Beginn ihrer Seniorenkarriere eine Spielklasse ein bis zwei Klassen über der der ersten Mannschaft "benötigen".
Es gibt also einen Graubereich in dem man argumentieren kann, durch Söldner die erste Mannschaft für den Nachwuchs brauchbar zu machen. Die Nachwuchsspieler bekommen dann sofort die Möglichkeit eine passende Liga zu spielen, erkauft wird das mit Leistungsträgern in der Mannschaft, die ihr eigenes ungenügendes Talent sich bezahlen lassen zu können glauben. Schöne Vorbilder! Solche Konstrukte als brauchbaren Unterbau für einen professionellen Bereich heranziehen zu wollen, kann ich schon gar nicht nachvollziehen. Förderung wirklich talentierter junger Spieler funktioniert nicht mehr so!

Die Alternative bleibt die Jugendarbeit - und man kann eben nicht mit Ausnahmetalenten argumentieren - um einen Verein, wohlgemerkt im Hobbybereich voran zu bringen. Lässt man es darauf ankommen, dass Jugendspieler nur BOL vorne im Verein oder woanders Oberliga hinten spielen können, dann hat man die Chance für den Verein Leistungsträger mit langsam wachsender Verantwortung zu erhalten. Diese Chance ist nicht nur für jeden Verein ein Volltreffer sondern durchaus auch für einen jungen Spieler eine Perspektive. Die allerwenigsten haben das Potenzial für den Profisport und die meisten wissen das auch.

Bezahlte Spieler im Verein bedeuten sofort eine Teilung in den allermeisten Vereinen, die idR dem Hobbybereich zuzuordnen sind. Es gibt auf der einen Seite mehr oder weniger joviale Spieler, die ihren bezahlten Job machen und auf der anderen Seite einen Verein der idR. den Hobbysport abzudecken hat.
Es ist okay, wenn Spieler glauben mit ihrem mittelprächtigen Talent Geld nehmen zu können und es auch bekommen, es geht mit einer kontinuierlich Jugendarbeit - fast immer mit Verlusten von Ausnahmetalenten verbunden - aber auch ohne diese Spieler. Und daraus resultieren durchaus die schon beschriebenen Vorteile und weitere.

Vereine mit kontinuierlicher Jugendarbeit und ohne bezahlte Spitzenspieler fallen durch eine in der Tendenz höhere Leistungsdichte auf. Das macht sie allgemein schon attraktiver und findet seinen Niederschlag auch im Vereinsleben. Die Masse der aus der Jugend herauskommenden Spieler sind leicht zu integrieren. In der Spitze geht es dann langsamer vorwärts, aber mit einem gesunden Unterbau. Die Einbindung einer ersten Mannschaft in den Gesamtverein ist gegeben ohne die schon üblich zu nennenden Probleme mit Söldnern und den nachfolgenden Mannschaften.

Verschiedene Ansichten sind völlig in Ordnung, ich denke mir, wirkliche Talente müssen ziehen und Oberliga-hinten-spieler können ziehen. Wenn das im Verein konsensfähig ist, hat man beste Chancen auf einen runden Verein, der auch mal sportliche Schieflagen in erstaunlicher Art und Weise aufarbeiten kann. Oberrad halte ich auch für ein gutes Beispiel!
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Gruß von der Ostsee
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